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Sucht, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sucht · Nominativ Plural: Süchte
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Sucht‹ als Erstglied: Suchterkrankung · Suchtfaktor · Suchtgefahr · Suchtgift · Suchtkranke · Suchtmittel · Suchtnotruf · Suchtpotential · Suchtpotenzial · Suchtproblem · Suchtstoff · Suchtverhalten · Suchtverlangen · Suchtvermeidung · suchtgefährdet · süchtig
 ·  mit ›Sucht‹ als Letztglied: Abenteuersucht · Alkoholsucht · Arbeitssucht · Belehrungssucht · Bleichsucht · Blähsucht · Computerspielsucht · Darrsucht · Drogensucht · Ehrsucht · Eifersucht · Eigensucht · Eroberungssucht · Fallsucht · Fernsehsucht · Fettsucht · Fress-Sucht · Fresssucht · Gefallsucht · Gelbsucht · Geltungssucht · Genuss-Sucht · Genusssucht · Gewinnsucht · Gliedersucht · Großmannssucht · Grübelsucht · Habsucht · Heroinsucht · Herrschsucht · Händelsucht · Ich-Sucht · Ichsucht · Internet-Sucht · Internetsucht · Kaufsucht · Klatschsucht · Kokainsucht · Krittelsucht · Lästersucht · Magersucht · Milzsucht · Miselsucht · Mondsucht · Morphiumsucht · Mäkelsucht · Naschsucht · Nesselsucht · Neuerungssucht · Online-Sucht · Onlinesucht · Opiumsucht · Prahlsucht · Profilierungssucht · Profitsucht · Prunksucht · Putzsucht · Rachsucht · Raffsucht · Rauschgiftsucht · Rekordsucht · Renommiersucht · Ruhmsucht · Ränkesucht · Scheelsucht · Schlafmittelsucht · Schlafsucht · Schlummersucht · Schmähsucht · Schwatzsucht · Schwindsucht · Sehnsucht · Selbstsucht · Spielesucht · Spielsucht · Spottsucht · Starrsucht · Stehlsucht · Streitsucht · Tadelsucht · Titelsucht · Tobsucht · Trinksucht · Trommelsucht · Trunksucht · Vergnügungssucht · Verschwendungssucht · Videospielsucht · Wassersucht · Weißsucht · Zanksucht · Zweifelsucht
eWDG

Bedeutungen

1.
übermäßiger Hang, übersteigertes Streben nach etw., etw. zu tun
Beispiele:
die Sucht nach Vergnügen, Abwechslung, Zerstreuung
die Sucht, sich hervorzutun, zu glänzen
er wurde getrieben von der (schnöden) Sucht nach Geld
er leidet an der krankhaften Sucht, hat die krankhafte Sucht, alles herabzusetzen
umgangssprachliches ist die reine Sucht, eine Sucht bei ihm, ist bei ihm zur (reinen) Sucht geworden, über alles zu schimpfen
Er empfand auf einmal eine brennende Sucht, einen unwiderstehlichen Trieb, etwas Wundervolles zu verrichten [ G. Hauptm.4,72]
2.
krankhaft gesteigertes Bedürfnis, krankhafte Gier, die jmdn. zwingt, nach einem bestimmten Genussmittel, Rauschmittel zu greifen
Beispiele:
einer Sucht verfallen sein
das Rauchen ist bei ihm zur Sucht geworden, hat sich zur Sucht gesteigert
die Sucht nach einem bestimmten Medikament, Rauschgift
die Sucht nach Alkohol, Tabak
3.
veraltet Krankheit
Beispiel:
sie seien mit der fallenden Sucht (= mit der Epilepsie) behaftet gewesen [ CarossaJahr58]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sucht · süchtig
Sucht f. ‘krankhaft gesteigertes Verlangen, Bedürfnis, Gier’, ahd. (8. Jh.), mhd. asächs. suht ‘Krankheit’, mnd. sucht, mnl. sucht, socht, nl. zucht ‘Krankheit, starke Begierde’, afries. sechte, aengl. (aus dem Asächs.) suht, anord. sōtt ‘Krankheit, Gram’, dän. schwed. sot, got. saúhts ist ein ti-Abstraktum (germ. *suhti-) und schwundstufig zu einem in got. siukan ‘krank sein’ belegten starken Verb gebildet, damit zu der unter siech (s. d.) behandelten Wortgruppe gehörend. In seiner ursprünglichen Bedeutung ‘Krankheit’ (im Mittelalter auch prägnant ‘Pest, Aussatz, Fieber, Tobsucht’) tritt Sucht seit dem 17. Jh. gegenüber Synonymen wie Krankheit, Siechtum, Seuche (s. d.) stark zurück und ist in diesem Sinne im 19. Jh. als Simplex nahezu ungebräuchlich. Es bleibt geläufig in der Verbindung fallende Sucht ‘Epilepsie’ (noch zu Beginn des 20. Jhs.) sowie in den Krankheitsnamen Fallsucht, Gelbsucht, Schwindsucht, s. auch Sehnsucht. Wohl unter dem semantischen Einfluß von (nicht verwandtem) suchen (s. d.) entwickelt Sucht die Bedeutung ‘intensives Verlangen nach etw.’, vgl. Gefallsucht (18. Jh.), Herrschsucht (18. Jh.), Trinksucht (17. Jh.), Trunksucht (19. Jh.), und gewinnt in der 1. Hälfte des 20. Jhs. Verbreitung als Bezeichnung für ‘krankhafte Abhängigkeit von Betäubungs- und Rauschgiftmitteln’. süchtig Adj. ‘von einem krankhaften Trieb erfüllt, gierig nach etw.’ (16. Jh.), ‘drogenabhängig’ (20. Jh.), ahd. suhtīg (8. Jh.), mhd. sühtec ‘krank’.

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
Abhängigkeitserkrankung · Abhängigkeitssyndrom · Suchterkrankung · Suchtverhalten  ●  Abhängigkeit  ugs. · Laster  ugs., abwertend · Sucht  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Besessenheit · Manie · Obsession · Seelenkrankheit · Sucht · krankhafte Leidenschaft (für)

Typische Verbindungen zu ›Sucht‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sucht‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sucht‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und was gegen diese Sucht wirkt, kann man nur anhand der Erfahrungen mit anderen Süchten vermuten. [Die Zeit, 28.09.2009, Nr. 39]
Darum werden die Schriftsteller von ihren Süchten so schnell nicht lassen. [Die Zeit, 25.12.2000, Nr. 52]
Ich kenne alle möglichen Süchte, ich habe das alles ausgelebt, aber todessüchtig war ich nie. [Süddeutsche Zeitung, 18.12.2004]
Bis heute ist das Schreiben wie eine Sucht für ihn. [Süddeutsche Zeitung, 09.12.2003]
Nun müssen sie zu festgesetzten Zeiten erscheinen; wer zu spät kommt, den bestraft die Sucht. [Süddeutsche Zeitung, 17.12.2002]
Zitationshilfe
„Sucht“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sucht>.

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