Suff, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Suff(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [zʊf]
Wortbildung  mit ›Suff‹ als Erstglied: süffig

Bedeutungsübersicht+

  1. [salopp, abwertend] ...
    1. 1. Trunksucht
    2. 2. das unmäßige Trinken alkoholischer Getränke
    3. 3. ⟨im Suff⟩ im betrunkenen Zustand
eWDG

Bedeutung

salopp, abwertend
1.
Trunksucht
Beispiele:
er hat sich (aus Kummer, Verzweiflung) dem Suff ergeben
er ist dem Suff verfallen
jmdn. in den Suff treiben
Der Suff hatte Schubhut, den abgesetzten Verwalter, stark mitgenommen [ SeghersDie Toten6,146]
2.
das unmäßige Trinken alkoholischer Getränke
Beispiele:
sich dem stillen Suff hingeben (= heimlich trinken)
Also vor einem Vierteljahr ... komme ich morgens direkt vom Suff auf die Redaktion [ FalladaBauern100]
3.
im Suffim betrunkenen Zustand
Beispiele:
das hat er im Suff gesagt, geredet, getan
er ist im Suff hingefallen, die Treppe hinuntergestürzt
im Suff hat er eine Prügelei angefangen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

saufen · supfen · süpfeln · Säufer · Sauferei · Saufaus · besaufen · besoffen · versaufen · versoffen · ersaufen · ersäufen · Suff · süffig · süffeln
saufen Vb. ‘trinken’ (vom Vieh), ‘unmäßig trinken, Alkohol zu sich nehmen’ (derb), ahd. sūfan (9. Jh.), mhd. sūfen ‘schlürfen, trinken’, mnd. mnl. sūpen, nl. zuipen, aengl. sūpan, engl. to sup, anord. sūpa, schwed. supa (germ. *sūpan). Herkunft ungesichert. Das Verb kann mit den unter Suppe und seufzen (s. d.) genannten Formen sowie mit aind. sū́paḥ ‘Brühe, Suppe’ und aslaw. sъsati, russ. sosát’ (сосать) ‘saugen’ an eine mit Labial erweiterte (ie. *seub-, *sūb- bzw. *seup-, *sūp-) lautmalende Wurzel ie. *seu-, *seu̯ə-, *sū- ‘tropfen lassen, schlürfen, saugen’ angeschlossen werden (wozu auch mit Guttural erweitertes saugen, s. d.). Die alte Bedeutung ‘schlürfen’ (vgl. noch engl. to sup ‘schlürfen, in kleinen Schlucken trinken, nippen’) entwickelt sich im 16. Jh. zu ‘hastig und viel, maßlos trinken’ (besonders Alkohol). Als Intensivum abgeleitet supfen Vb. ‘schlürfend trinken’ (15. Jh.), süpfeln Vb. (16. Jh.). Säufer m. ‘wer sich (regelmäßig) betrinkt’ (16. Jh.). Sauferei f. ‘Trinkgelage’ (15. Jh.). Saufaus m. ‘Trunkenbold’, imperativischer Satzname (Hans Sauffauß, 1595), nd. Sūpūt. besaufen Vb. (reflexiv) ‘sich betrinken’, dazu besoffen Part.adj. ‘betrunken’ (16. Jh.). versaufen Vb. ‘versinken, ertrinken’, mhd. versūfen; dagegen ahd. firsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.); dann ‘mit Trinken durchbringen’ (15. Jh.), dazu versoffen Part.adj. ‘durch Saufen heruntergekommen, dem Alkohol ergeben’ (16. Jh.). ersaufen Vb. ‘in der Flut umkommen, ertrinken’ (16. Jh.); vgl. mhd. ersoffen ‘betrunken’, ahd. irsūfan ‘(gierig) hinunterschlürfen’ (8. Jh.). Dazu im 16. Jh. das umgelautete Kausativum ersäufen Vb. ‘versenken, ertränken’, mhd. ersoufen; dafür ahd. bisoufen (um 800). Suff m. (mit der Nebenform Soff, s. Gesöff) ‘Trunksucht, Alkoholrausch, Betrunkenheit’ (17. Jh.). süffig Adj. ‘angenehm, leicht zu trinken, wohlschmeckend’ (19. Jh.), älter ‘trunkliebend, dem Trinken ergeben’ (16. Jh.). süffeln Vb. ‘mit Genuß trinken’ (19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Alkoholexzess · Alkoholgelage · Gelage · Rauschtrinken · Saufexzess · Suff · Trinkgelage · Zecherei · Zechgelage · wüstes Gelage  ●  Binge-Drinking  engl. · (das) Kneipen  fachspr., burschenschaftlich, Jargon · Bacchanal  geh. · Besäufnis  ugs. · Druckbetankung  ugs., fig. · Kampftrinken (neudeutsch)  ugs. · Kneipabend  fachspr., burschenschaftlich, Jargon · Komasaufen  ugs. · Komatrinken (neudeutsch)  ugs. · Konvivium  geh., lat. · Sauferei  ugs. · Saufgelage  ugs., Hauptform · Sauforgie  ugs. · Sturztrunk  geh., veraltet · Symposion (Antike)  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Suff‹ (computergeneriert)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Suff‹.

Verwendungsbeispiele für ›Suff‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Im Suff treffen sie sich kurz, dann rauschen sie wieder auseinander.
Der Tagesspiegel, 06.08.2003
Es lag aber auch an mir, weil ich fest entschlossen war, wegzukommen vom Suff.
Bild, 04.05.1999
Der jüngste Sohn stirbt, darauf ergibt sich der Vater dem Suff.
Fath, Rolf: Werke - D. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 1024
Viele Bauern verkauften ihr Land, gerieten an den Suff oder wanderten aus.
Winckler, Josef: Der tolle Bomberg, Rudolstadt: Greifenverl. [1956] [1922], S. 337
Im Suff bricht der Streit zwischen ihnen dann offen aus.
Schrott, Raoul: Tristan da Cunha oder die Hälfte der Erde; Hanser Verlag 2003, S. 223
Zitationshilfe
„Suff“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Suff>, abgerufen am 19.01.2022.

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