Suizid, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Suizid(e)s · Nominativ Plural: Suizide
Aussprache
WorttrennungSu-izid · Sui-zid
Wortbildung mit ›Suizid‹ als Erstglied: ↗Suizidgedanke · ↗Suizidgefahr · ↗Suizidgefährdung · ↗Suizidologie · ↗Suizidrate · ↗Suizidversuch
 ·  mit ›Suizid‹ als Letztglied: ↗Massensuizid
ZDL-Verweisartikel, 2019

Bedeutung

Medizin, Psychologie
Beispiele:
Ständig denkt sie über Suizid nach, hat schon mehrfach versucht, sich das Leben zu nehmen. Michaela hat eine Borderline-Persönlichkeitsstörung. [Spiegel, 04.11.2017 (online)]
Wer den Verdacht hegt, dass ein Freund oder Angehöriger an Suizid denkt, sollte ihn zunächst darauf ansprechen und dabei unterstützen, professionelle Hilfe zu suchen. Wichtig sei es, auf Warnsignale zu achten und diese ernst zu nehmen – etwa 80 Prozent aller Selbsttötungen werden zuvor angekündigt. [Die Zeit, 12.10.2016 (online)]
Auch die Abgeordneten des Deutschen Bundestages sind mit der Frage Suizid beschäftigt. Während die einen auch die Beihilfe zur Sterbehilfe offiziell unter Strafe stellen wollen, wollen die anderen es Ärzten ermöglichen, einem Patienten oder einer Patientin zu helfen, sich selbst das Leben zu nehmen, wenn er oder sie unheilbar krank ist, er oder sie eindeutig schwer leidet und den Wunsch hat, sein Leiden zu beenden. [www.deutschlandfunk.de, 17.10.2014]
Ein bisher nicht identifizierter Mann sprang Freitag gegen 9.25 Uhr auf dem S-Bahnhof Biesdorf vor einen einfahrenden Zug und war sofort tot. Die Polizei geht von Suizid aus. [Berliner Zeitung, 10.07.1993]
Man darf den Suizid nicht als Ausdruck einer Haltung zur Welt betrachten und nicht als Flucht ins Nichtsein, sondern als Verweigerung dessen, was die grausame Natur mit uns als einzelnem Individuum treibt oder vorhat. [Hildesheimer, Wolfgang: Marbot, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 304]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein assistierter, versuchter Suizid; erweiterter Suizid (= Suizid, bei dessen Ausführung auch andere getötet werden)
mit Akkusativobjekt: einen Suizid begehen, verhindern, ankündigen
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Beihilfe zum Suizid leisten
in Präpositionalgruppe/-objekt: bei einem Suizid Hilfe leisten
als Prädikativ: die Todesursache war Suizid
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Suizid m. (auch n.) ‘Selbsttötung, -mord’, Entlehnung (18. Jh.) von medizin.-lat. suicidium n. ‘Tötung seiner selbst’, eine gelehrte Bildung (17. Jh.) mit lat. suī ‘seiner’ (Genitiv von lat. suus Poss.pron. ‘sein’) und lat. -cīdium (folgend dem Muster von lat. homicīdium n. ‘Mord, Totschlag’, dieses nach lat. homocīda ‘Menschentöter’, zu lat. homo ‘Mensch’), gebildet zum Verbalstamm von lat. caedere (in der Komposition -cīdere) ‘schlagen, hauen, töten’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Selbstmord · ↗Selbsttötung · Tod durch eigene Hand  ●  ↗Freitod  verhüllend · ↗Harakiri  japanisch · Suizid  fachspr., Hauptform
Unterbegriffe
  • Bahnsuizid · Eisenbahnsuizid · Schienensuizid
  • Mitnahmesuizid · erweiterter Selbstmord · erweiterter Suizid
  • Beihilfe zur Selbsttötung · assistierter Suizid
  • (auf dem) Werther-Effekt (beruhender Suizid) · Nachahmungs-Suizid · medien-induzierte Selbsttötung  ●  durch (eine) Berichterstattung ausgelöster Suizid  variabel
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angehörige Anhaltspunkt Auslöser Beihilfe Depression Euthanasie Fremdverschulden Hinterbliebene Häufung Kulturgeschichte Mord Motiv Polizistin Sterbehilfe Suizidversuch Todesfall Todesursache Unfall Weiterleben assistieren assistiert begehen begleitet erweitert kollektiv tarnen unterstützt versucht verüben vollendet

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Suizid‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein Suizid eines Patienten lässt mich innerlich nicht so schnell wieder los.
Die Zeit, 16.09.2013, Nr. 37
Die WHO schätzt die Zahl der Suizide weltweit auf eine Million.
Die Welt, 22.07.2005
Denn laut Statistik neigen Männer stärker zum Suizid als Frauen.
Süddeutsche Zeitung, 15.11.1994
Der anomische Suizid ergibt sich als Folge von abrupten, einschneidenden und schwerwiegenden Änderungen des sozialen Status einer Person, die sie nicht mehr bewältigen kann.
Wetzel, Helmut: Suizid. In: Asanger, Roland u. Wenninger, Gerd (Hgg.) Handwörterbuch Psychologie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1980], S. 29018
Der »Reichsmarschall« wusste seine Auftritte vor dem Militärgerichtshof ebenso wirkungsvoll-theatralisch zu inszenieren wie seinen Suizid.
Lepenies, Wolf: Kultur und Politik, München, Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 261
Zitationshilfe
„Suizid“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Suizid>, abgerufen am 12.11.2019.

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