Suizid, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Suizid(e)s · Nominativ Plural: Suizide
Aussprache 
Worttrennung Su-izid · Sui-zid
Wortbildung  mit ›Suizid‹ als Erstglied: ↗Suizidgedanke · ↗Suizidgefahr · ↗Suizidgefährdung · ↗Suizidologie · ↗Suizidrate · ↗Suizidversuch
 ·  mit ›Suizid‹ als Letztglied: ↗Massensuizid
ZDL-Verweisartikel

Bedeutung

Medizin, Psychologie
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein assistierter, versuchter Suizid; erweiterter Suizid (= Suizid, bei dessen Ausführung auch andere getötet werden)
mit Akkusativobjekt: einen Suizid begehen, verhindern, ankündigen
hat Präpositionalgruppe/-objekt: Beihilfe zum Suizid leisten
in Präpositionalgruppe/-objekt: bei einem Suizid Hilfe leisten
als Prädikativ: die Todesursache war Suizid
Beispiele:
Ständig denkt sie über Suizid nach, hat schon mehrfach versucht, sich das Leben zu nehmen. Michaela hat eine Borderline‑Persönlichkeitsstörung. [Der Spiegel, 04.11.2017 (online)]
Wer den Verdacht hegt, dass ein Freund oder Angehöriger an Suizid denkt, sollte ihn zunächst darauf ansprechen und dabei unterstützen, professionelle Hilfe zu suchen. Wichtig sei es, auf Warnsignale zu achten und diese ernst zu nehmen – etwa 80 Prozent aller Selbsttötungen werden zuvor angekündigt. [Die Zeit, 12.10.2016 (online)]
Auch die Abgeordneten des Deutschen Bundestages sind mit der Frage Suizid beschäftigt. Während die einen auch die Beihilfe zur Sterbehilfe offiziell unter Strafe stellen wollen, wollen die anderen es Ärzten ermöglichen, einem Patienten oder einer Patientin zu helfen, sich selbst das Leben zu nehmen, wenn er oder sie unheilbar krank ist, er oder sie eindeutig schwer leidet und den Wunsch hat, sein Leiden zu beenden. [www.deutschlandfunk.de, 17.10.2014]
Ein bisher nicht identifizierter Mann sprang Freitag gegen 9.25 Uhr auf dem S‑Bahnhof Biesdorf vor einen einfahrenden Zug und war sofort tot. Die Polizei geht von Suizid aus. [Berliner Zeitung, 10.07.1993]
Man darf den Suizid nicht als Ausdruck einer Haltung zur Welt betrachten und nicht als Flucht ins Nichtsein, sondern als Verweigerung dessen, was die grausame Natur mit uns als einzelnem Individuum treibt oder vorhat. [Hildesheimer, Wolfgang: Marbot, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1981, S. 304]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Suizid m. (auch n.) ‘Selbsttötung, -mord’, Entlehnung (18. Jh.) von medizin.-lat. suicidium n. ‘Tötung seiner selbst’, eine gelehrte Bildung (17. Jh.) mit lat. suī ‘seiner’ (Genitiv von lat. suus Poss.pron. ‘sein’) und lat. -cīdium (folgend dem Muster von lat. homicīdium n. ‘Mord, Totschlag’, dieses nach lat. homocīda ‘Menschentöter’, zu lat. homo ‘Mensch’), gebildet zum Verbalstamm von lat. caedere (in der Komposition -cīdere) ‘schlagen, hauen, töten’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Selbstmord · ↗Selbsttötung · Tod durch eigene Hand  ●  ↗Freitod  verhüllend · ↗Harakiri  japanisch · Suizid  fachspr., Hauptform
Unterbegriffe
  • Bahnsuizid · Eisenbahnsuizid · Schienensuizid
  • Mitnahmesuizid · erweiterter Selbstmord · erweiterter Suizid
  • Beihilfe zur Selbsttötung · assistierter Suizid
  • (auf dem) Werther-Effekt (beruhender Suizid) · Nachahmungs-Suizid · medien-induzierte Selbsttötung  ●  durch (eine) Berichterstattung ausgelöster Suizid  variabel
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Suizid‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Suizid‹.

Zitationshilfe
„Suizid“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Suizid>, abgerufen am 15.04.2021.

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