Sund, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Sund(e)s · Nominativ Plural: Sunde
Aussprache
eWDG, 1976

Bedeutung

schiffbare Meerenge
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sund m. ‘Meerenge’, ein Wort der küstenanwohnenden Germanen, das im 16. Jh. aus dem Nd. in die Literatursprache aufgenommen wird; mnd. sunt ‘Meerenge (der Ostsee)’, aengl. sund ‘das Schwimmen, Meer, Wasser’, engl. sound ‘Meerenge’, anord. sund ‘Schwimmen, Meerenge, Meer’, schwed. sund ‘Meerenge’. Man stellt germ. *s(w)um(m)da- als Ablautbildung zu dem unter ↗schwimmen (s. d.) genannten Verb mit lautgesetzlichem Ausfall von w vor dunklem Vokal. Dagegen möchte de Vries Anord. 561 im Hinblick auf die Bedeutung ‘enger Zugang, Zwischenraum’ an anord. sundr ‘gesondert, auseinander’ (s. ↗sonder) anknüpfen und deutet anord. sund etwa als ‘Stelle, wo ein Zusammenhang getrennt, unterbrochen ist’. Eine angenommene Verwandtschaft mit ↗Schwund (s. d.) ist dagegen wenig wahrscheinlich.

Thesaurus

Synonymgruppe
Belt · ↗Kanal · ↗Meerenge · ↗Meeresstraße · Sund
Unterbegriffe
  • Mosambik-Kanal · Straße von Mosambik
  • Straße von Kertsch  ●  Kimmerischer Bosporus  veraltet
  • Formosastraße · Taiwan-Straße
  • Meerenge von Gibraltar · Straße von Gibraltar
  • Straße von Torres · Torres-Straße
  • Tartaren-Straße · Tataren-Straße · Tatarensund · Tatarischer Sund
  • Meerenge von Tiran · Straße von Tiran
  • Koreastraße · Krusenstern-Straße · Straße von Korea · Tsushimastraße
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Sund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Belt Brücke Bucht Fjord Insel schmal

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sund‹.

Verwendungsbeispiele für ›Sund‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die wildlebenden Arten jedenfalls kommen nur in geringer Zahl in den Sund zurück.
Süddeutsche Zeitung, 24.03.1999
Dann deutet er hinüber über den Sund, zum Haus der Arbeit.
Die Zeit, 04.11.1983, Nr. 45
Dieses Mal waren sie nachts über den Sund gekommen, ohne dass die Küstenwache sich ihnen genähert hatte.
Boie, Kirsten: Skogland, Ort: Hamburg 2005, S. 279
Und schwimm nicht über den Sund, nimm lieber ein Schiff.
Tucholsky, Kurt: An Hedwig Müller, 14.12.1933. In: ders., Kurt Tucholsky, Werke - Briefe - Materialien, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1933], S. 9642
Dann hat Quasi seinen Bierrausch ausgeschlafen, und am Abend fuhren wir zur Werft am Sund.
Kant, Hermann: Die Aula, Berlin: Rütten & Loening 1965, S. 427
Zitationshilfe
„Sund“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sund>, abgerufen am 22.01.2020.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Sunbelt
Sun-Belt
sumsen
Sums
sumptuös
Sünde
Sündenbabel
Sündenbekenntnis
Sündenbock
Sündenbüßer