Suppe, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Suppe · Nominativ Plural: Suppen
Aussprache
WorttrennungSup-pe
Wortbildung mit ›Suppe‹ als Erstglied: ↗Suppeneinlage · ↗Suppenextrakt · ↗Suppenfleisch · ↗Suppenhuhn · ↗Suppenkasper · ↗Suppenkelle · ↗Suppenknochen · ↗Suppenkraut · ↗Suppenlöffel · ↗Suppenschildkröte · ↗Suppenschüssel · ↗Suppenspargel · ↗Suppenteller · ↗Suppenterrine · ↗Suppenwürfel · ↗Suppenwürze · ↗Süppchen
 ·  mit ›Suppe‹ als Letztglied: ↗Abendsuppe · ↗Bettelsuppe · ↗Biersuppe · ↗Bohnensuppe · ↗Brennsuppe · ↗Brotsuppe · ↗Brühsuppe · ↗Buchstabensuppe · ↗Dosensuppe · ↗Erbsensuppe · ↗Erbssuppe · ↗Fertigsuppe · ↗Fischsuppe · ↗Flädlesuppe · ↗Frittatensuppe · ↗Gemüsesuppe · ↗Gerstensuppe · ↗Grützsuppe · ↗Gurkensuppe · ↗Hochzeitssuppe · ↗Holunderbeersuppe · ↗Holundersuppe · ↗Instantsuppe · ↗Karottensuppe · ↗Kartoffelsuppe · ↗Krankensuppe · ↗Krebssuppe · ↗Mehlsuppe · ↗Milchsuppe · ↗Miso-Suppe · ↗Misosuppe · ↗Morgensuppe · ↗Möhrensuppe · ↗Nudelsuppe · ↗Paradeissuppe · ↗Pilzsuppe · ↗Rindersuppe · ↗Rindssuppe · ↗Rindsuppe · ↗Schildkrötensuppe · ↗Schleimsuppe · ↗Spargelsuppe · ↗Tomatencremesuppe · ↗Tomatencrèmesuppe · ↗Tomatensuppe · ↗Ursuppe · ↗Vorsuppe · ↗Wassersuppe · ↗Wochensuppe · ↗Würfelsuppe · ↗Zwiebelsuppe
Wahrig und DWDS, 2018

Bedeutungen

1.
Kochkunst (meist warme) flüssige, klare, cremige oder sämige Speise¹ (1), die als Vor- oder Hauptspeise gegessen wird und typischerweise auf einer Grundlage von Wasser, Milch oder Brühe zubereitet wird, der unterschiedliche Zutaten (wie Fleisch, Fisch, Gemüse, Kartoffeln, Nudeln) beim Kochen zugegeben werden
Beispiele:
Zuerst gab es da [früher bei Hochzeiten in Wirtshäusern] »eine gute Suppe« – die Hochzeitssuppe, der Klassiker in ländlichen Gegenden, eine kräftige Brühe mit Einlagen wie Fleisch, Knödel oder Nockerl, Gemüse, Eierstich. [Süddeutsche Zeitung, 08.10.2016]
Meine Steckrüben-Kartoffelsuppe […] erfüllt alle Erwartungen: gute Konsistenz der Rüben- und Kartoffelstücke, sämige Suppe, bestens abgeschmeckte Einlage mit Speck, Kochwurst und frischen Kräutern. [Welt am Sonntag, 03.01.2016, Nr. 1]
Serviert wird die Suppe am besten so heiß wie möglich. [Die Welt, 09.01.2003]
[…]Bei den Bauern hing früher immer ein Kessel über dem offenen Feuer, in dem eine Suppe mit Schweinenacken und Haxe, Speckschwarte, Würsten und Gemüse köchelte[…]. [Süddeutsche Zeitung, 27.10.1998]
Suppen in Dosen haben ihren Absatz im Berichtsjahr 1962 gegenüber dem Vorjahr verdoppelt. [Die Zeit, 06.09.1963, Nr. 36]
Sogenannte klare Suppen, wie Bouillon […], werden vielfach (müssen aber nicht) in Tassen serviert, meist in den üblichen Kaffeetassen. [Meißner, Hans-Otto: Man benimmt sich wieder, Giessen: Brühl 1950, S. 113]
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: eine heiße, warme, kalte Suppe; eine dünne, dicke, klare, kräftige Suppe
als Akkusativobjekt: eine Suppe kochen, essen, löffeln
in Präpositionalgruppe/-objekt: den Löffel in die Suppe tauchen; mit dem Löffel in der Suppe rühren
a)
umgangssprachlich, übertragen
Phrasem:
die Suppe auslöffeln, die jmd. (sich selbst) eingebrockt hat (= die nachteiligen Folgen einer Handlungsweise tragen)
Beispiele:
Belegschaftsvertreter kritisierten den Stellenabbau als falsches Signal. Die Mitarbeiter müssten die Suppe auslöffeln, die ihnen das Top-Management früherer Jahre eingebrockt habe, sagte Konzernbetriebsratschef A[…]. [Die Welt, 30.10.2015]
Heißt das […], dass die Menschen im Irak, die Zehntausenden und Hunderttausenden von Flüchtlingen[…] jetzt die Suppe auslöffeln müssen, die die USA ihnen [mit ihrem Militäreinsatz] eingebrockt hat[?] [www.deutschlandfunk.de, 12.08.2014]
Wenn Banken sich verspekulieren und gerettet werden müssen, dann auch, weil sie durch die Erwartungen ihrer Kunden getrieben wurden. Populisten finden große Zustimmung mit Parolen wie »die sollen ihre Suppe selber auslöffeln«. [Die Zeit, 21.02.2013, Nr. 8]
b)
umgangssprachlich, übertragen
Phrasem:
jmdm., sich selbst eine (schöne) Suppe einbrocken (= jmdm. oder sich selbst Unannehmlichkeiten, Schwierigkeiten bereiten)
Beispiele:
Es war die Politik, die die Suppe [Rechtschreibreform] eingebrockt hat. [Die Welt, 15.11.2013]
»Da haben Sie mir eine schöne Suppe eingebrockt, Zarm«, sagte er müde, als er an jenem Abend auf dem Bahnhof von dem Alten abgeholt wurde. »Nun habe ich mich Ihretwegen mit denen dort drüben verkracht.« [Kolberg, Hildegard: Angela. In: Koralle, 27.06.1943, S. 266]
c)
umgangssprachlich, übertragen
Phrasem:
jmdm. die Suppe (gründlich) versalzen (= jmds. Pläne behindern, jmdm. die Freude an etw. verderben)
Beispiele:
Der Präfekt will […] skrupellosen Geschäftemachern die Suppe versalzen […] [Spiegel, 20.12.2012 (online)]
Mit dem ersten rein US-amerikanischen Damen-Finale seit Wimbledon 2003 wurde den Russinnen […] die Suppe versalzen: […]. [Der Standard, 12.01.2006]
Die jüngsten Kursverluste der Titel von Nahrungsmittel- und Konsumgüterherstellern haben manchen Anlegern die Suppe versalzen, galten die Aktien dieses Sektors doch bisher als »nichtzyklisch« und damit als vergleichsweise sicher. [Neue Zürcher Zeitung, 26.09.2004]
Durch den Aufkauf der Holtzbrinck-Anteile hat Kirch dem Springer-Chef nun die Suppe gründlich versalzen. [Berliner Zeitung, 07.01.1997]
d)
umgangssprachlich, übertragen
Phrasem:
etw. macht die Suppe (auch) nicht fett (= etw. macht eine Sache auch nicht viel besser, hat wenig Wert)
Beispiele:
Facebook geht gar nicht … […] Wie wäre es mit einem Fake Account? Der eine Account mehr oder weniger bei FB macht die Suppe auch nicht fett. [[ARAL] Gratis! XL Kaffee oder XL Kaffee-Spezialität kaufen, 2011, aufgerufen am 07.01.2019]
»Die Verkehrsbelastung auf dem achtspurigen Abschnitt [auf der Tegernseer Landstraße] […] ist sehr hoch.« Zwar bestehe ein Tempolimit von 50 Kilometern pro Stunde, doch mache das »die Suppe nicht fett«. [Süddeutsche Zeitung, 09.07.2001]
e)
umgangssprachlich, übertragen
Phrasem:
jmdm. in die Suppe spucken (= jmdm. etw. verderben, jmds. Pläne durchkreuzen)
Beispiele:
Der Bundestag ist ein Parlament, dass der Regierung auch mal in die Suppe spuckt. [Welt am Sonntag, 27.08.2017, Nr. 35]
Sie [die Nationalsozialisten] wollen die Juden allesamt sterilisieren, die Sozialisten dazu, alle Geistigen dazu; nur mehr die Völkischen sollen sich fortpflanzen, niemand mehr soll dasein, ihnen in die Suppe zu spucken. [Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 317]
f)
umgangssprachlich, übertragen
Phrasem:
ein Haar in der Suppe suchen oder finden (= an einer Sache etw. auszusetzen haben)
Beispiele:
Obwohl die Urlaubszeit die schönste Zeit des Jahres sein sollte, scheint dieser […] Mensch den Urlaub dazu zu nutzen, überall das Haar in der Suppe zu suchen. [Welt am Sonntag, 18.08.2013, Nr. 33]
In jeder Doktorarbeit aus den 70er-Jahren könne man ein Haar in der Suppe finden, sagt er [der Vorsitzende des Promovierenden-Netzwerkes »Thesis«]. [www.deutschlandfunk.de, 30.07.2013, aufgerufen am 07.01.2019]
g)
umgangssprachlich, übertragen
Phrasem:
jmdm. nicht das Salz in der Suppe gönnen (= jmdm. nichts gönnen)
Beispiel:
Ich denke, es wäre gut, wenn Sie auch mal die Bezüge der Leute veröffentlichen würden, die den Arbeitslosen und Rentnern noch mehr wegnehmen wollen und ihnen nicht mal das Salz in der Suppe gönnen. [Bild am Sonntag, 16.02.1997]
h)
umgangssprachlich, übertragen das Salz in der Suppe sein (= das Beste an einer Sache sein)
Beispiel:
Auf jeden Fall freue ich mich, dass es nun wieder mit Wettkämpfen losgeht. Sie sind schließlich, wie man so schön sagt, das Salz in der Suppe. [Die Zeit, 10.01.2014 (online)]
2.
umgangssprachlich, übertragen Nebel, Schneegestöber; Wolke aus Elementarteilchen
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
Da braut sich draußen eine dicke Suppe zusammen, strammer Nordwind treibt fette Schneeschauer über die Gipfel, das Thermometer zeigt erbärmliche drei Grad unter null an. [Welt am Sonntag, 17.06.2018, Nr. 24]
Erst über 600 Metern Höhe, über der Suppe aus Nebel und Hochnebel, bestanden gewisse Chancen auf ein wenig Sonnenschein: […]. [Die Zeit, 11.01.2013 (online)]
Glaubt man theoretischen Physikern, sind Protonen und Neutronen kurz nach dem Urknall aus einer heissen und dichten Suppe von Quarks und Gluonen ausgeflockt. [Neue Zürcher Zeitung, 25.06.2003]
3.
umgangssprachlich, übertragen nasse, schmutzige Masse; verunreinigtes Wasser
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
Auf der Straße liegt Schneematsch, eine Suppe aus Schnee und Regen geht auf sie nieder. [Die Zeit, 25.10.2017, Nr. 41]
Irgendwann bin ich oben, das kurze Stück auf der Rückseite der Trasse im Anstieg scheint [mit dem Fahrrad] unfahrbar, eine einzige, matschige Suppe bergan. [alfdahl.com, 11.09.2011, aufgerufen am 07.01.2019]
Heute lebt in der schlammig braunen, nach Petroleum stinkenden Suppe in den Mangrovensümpfen nichts mehr. Tatsächlich ist die Ölverseuchung des Nigerdeltas lange dokumentiert. [Der Standard, 18.06.2010]
Da der Schnee in der Großstadt aber nur wenige Minuten Schnee bleibt, bevor er mit Streusalz und Splitt zur grauen Suppe zergatscht, kommt der Winter auch von unten wieder zurück, quasi als zeitverzögerter Querschläger. Dagegen helfen üppige Kotflügel, mit denen wir [Radfahrer] uns im Sommer nie sehen lassen würden. [Der Standard, 06.01.2007]
4.
umgangssprachlich, übertragen Schweiß
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
Ich habe mich noch nie unerotischer gefühlt als in diesem beheizten Yoga-Raum. Bereits in den ersten zehn Minuten lief mir die Suppe an meinem Körper runter. [Welt am Sonntag, 27.03.2011, Nr. 13]
Die weiße Smokingjacke von H[…] in Kombination mit einem hellblauen Hemd und einer schwarzen Hose ließen ebenfalls auf einen schweren Fall von zu viel Sommerhitze schließen. »Mir läuft die Suppe, das ist unglaublich«, sagte Preisträger M[…] S[…]. [Welt am Sonntag, 08.06.2003]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Suppe f. ‘flüssige, zu löffelnde Speise’. Bereits im 14. Jh. treffen mnd. md. soppe, suppe und aus afrz. sope, soupe ‘eingetunkte Brotschnitte, Brühe mit eingeweichtem Brot’ (das seinerseits wie schon spätlat. suppa ‘eingetunkte Brotschnitte’ aus dem Germ. stammt, s. ↗Souper) entlehntes obd. suppe aufeinander und verbreiten sich rasch über das gesamte dt. Sprachgebiet. Auszugehen ist von mnd. soppe, suppe ‘eingeweichtes Brot, Brühe, Brei, Soße’, mnl. soppe, sop ‘eingeweichtes Brot’, nl. sop, aengl. sopp ‘eingetauchter Bissen’, engl. (mundartlich) sop. Daneben stehen ahd. gisopho ‘gebrühter Getreideabfall’ (um 800), suphila ‘schlürfbares Brühchen, Süppchen’ (9. Jh.), ablautend souf ‘Brühe’ (9. Jh.). Vergleichbar sind ferner anord. saup ‘Buttermilch’, sopi ‘Schluck’ und die Verben got. supōn, ahd. soffōn ‘würzen’, eigentlich ‘in gewürzte Brühe eintauchen’ (um 800), mnl. nl. soppen ‘Brot in Flüssigkeit eintunken’, aengl. soppian, engl. to sop wie auch mhd. supfen ‘schlürfen, trinken’, so daß für Suppe von einer Bedeutung ‘Schlürfspeise bzw. schlürfend gegessene eingetunkte Schnitte’ auszugehen ist. Alle genannten Formen lassen sich mit dem unter ↗saufen (s. d.) dargestellten Verb an die dort genannte Labialerweiterung der lautmalenden Wurzel ie. *seu-, *sū- ‘tropfen lassen, schlürfen, saugen’ anschließen. Vgl. die Wendungen jmdm. die Suppe versalzen ‘eine Sache verderben, einen Plan durchkreuzen’ (16. Jh.), ein Haar in jeglicher, in der Suppe finden ‘eine negative Seite an etw. entdecken’ (18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Dampf · ↗Dunst · ↗Nebel · ↗Nebelschleier · ↗Nebelschwaden · ↗Schleier · ↗Trübung · ↗Vernebelung  ●  ↗(eine richtige) Waschküche  ugs., fig. · ↗Brühe  ugs., fig. · Suppe  ugs., fig.
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Suppe [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Brühe  ●  (klare) Suppe  österr. · ↗Bouillon  schweiz.
  • Aufschlagen · Montieren
  • Abbinden · Abziehen · Binden · Legieren · ↗eindicken
Synonymgruppe
Brühe  ●  (klare) Suppe  österr. · ↗Bouillon  schweiz.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Braten Brot Dessert Eintopf Fettauge Gemüse Haar Hauptgang Hauptgericht Löffel Nachspeise Salat Salz Sauce Soße Teller Vorspeise auslöffeln dünn einbrocken essen heiß kochen löffeln schlürfen servieren spucken versalzen warm

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Suppe‹.

Zitationshilfe
„Suppe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Suppe>, abgerufen am 10.12.2019.

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