Surrealismus, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Surrealismus · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungSur-re-alis-mus · Sur-rea-lis-mus
HerkunftFranzösisch + Latein
Wortbildung mit ›Surrealismus‹ als Grundform: ↗Surrealist · ↗surrealistisch
eWDG, 1976

Bedeutung

Richtung in Malerei und Dichtung, deren Anliegen es ist, ohne Rücksicht auf Logik und Kausalität das Irrationale darzustellen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

real · irreal · Realität · realisieren · Realismus · Surrealismus · surreal · Realist · realistisch · reell
real Adj. ‘dinglich, sachlich, wirklich, tatsächlich, der Wirklichkeit entsprechend’ (Mitte 17. Jh., vgl. schon Realwerk, Anfang 17. Jh.), entlehnt aus spätlat. reālis ‘wirklich’, mlat. ‘die Sache betreffend, sachlich, wesentlich’, zu lat. rēs ‘Sache, Ding, Wesen, Angelegenheit, Ereignis, Erscheinung, Interesse, Vorteil, Rechtssache’. Vielfach erstes Glied in Zusammensetzungen im Sinne von ‘auf die Wirklichkeit, auf die Praxis ausgerichtet, die Dinge betreffend’, vgl. Realschule, Reallexikon ‘Sachwörterbuch’, Realwissenschaften (18. Jh.), Realpolitik (19. Jh.). Dazu die verneinende Bildung (s. ↗in-) irreal Adj. ‘nicht wirklich, nicht der Wirklichkeit entsprechend’ (20. Jh.; vgl. frz. irréel, Ende 18. Jh.). Realität f. ‘Wirklichkeit, Tatsache, tatsächliche Beschaffenheit, künstlerische Wahrhaftigkeit’ (Mitte 17. Jh.), auch (meist im Plur., besonders in Bayern und Österreich) ‘Grundbesitz, Liegenschaften’ (Ende 18. Jh.), entlehnt aus mlat. realitas (Genitiv realitatis) ‘Sache, Ding, Wirklichkeit, Grund und Boden’. realisieren Vb. ‘(einen Gedanken, ein Vorhaben) verwirklichen, durchführen’ (Mitte 17. Jh.), speziell ‘Papiergeld in klingende Münze umsetzen, eine Sache zu Geld machen’ (Mitte 18. Jh.), heute auch ‘ein Musik-, Theaterstück aufführen, verfilmen’ (1. Hälfte 20. Jh.); entlehnt aus gleichbed. frz. réaliser (mfrz. realiser ‘ein Kapital vertraglich zu regelmäßigen Zahlungen umwandeln’). In jüngster Zeit (unter Einfluß von engl. to realize) auch ‘klar erkennen, verstehen, begreifen’. Realismus m. ‘Wirklichkeitssinn, der Wirklichkeit entsprechende Haltung gegenüber den tatsächlichen Gegebenheiten und Verhältnissen, Sachlichkeit’, in der Philosophie Bezeichnung für erkenntnistheoretische Grundrichtungen, die von der Realität der Außenwelt ausgehen (zuerst bezogen auf die Scholastik, die die Allgemeinbegriffe als bewußtseinsunabhängige Wirklichkeit auffaßte), gelehrte Bildung (Ende 18. Jh., Kant, Schiller, Goethe) zu real. Als Gestaltungsprinzip in der Kunst seit etwa 1830 geläufig (gleichzeitig mit frz. réalisme). Surrealismus m. Bezeichnung für eine (in Paris entstandene) Strömung in bildender Kunst und Literatur, die, auf Psychoanalyse und Symbolismus fußend, das Irrationale und Unbewußte sowie auch Traum- und Rauscherlebnisse ohne Rücksicht auf Logik und Kausalität darzustellen sucht (1. Hälfte 20. Jh.), nach frz. surréalisme (1924, vgl. frz. sur ‘auf, über’, afrz. sor, sur, aus lat. super ‘oben, auf, darüber’). Dazu im Dt. (ohne frz. Vorbild) surreal Adj. ‘fern der Realität, unwirklich’ (20. Jh.). Realist m. ‘Vertreter des (philosophischen, künstlerischen) Realismus’ (Mitte 18. Jh.), allgemein ‘sachlich denkender und handelnder Mensch’ (Ende 18. Jh.), gebildet (unter Einfluß von frz. réaliste, 16. Jh., engl. realist, 17. Jh.) zu real. realistisch Adj. ‘zum Realismus gehörend, wirklichkeitsnah, sachlich, an der Wirklichkeit orientiert’ (2. Hälfte 19. Jh.). reell Adj. ‘dinglich, sachlich, wirklich, tatsächlich vorhanden’ (um 1700), Entlehnung von gleichbed. frz. réel, afrz. reel, real, das auf spätlat. reālis (s. oben) beruht; im Dt. verwendet wie real. Daneben entwickelt sich (ebenfalls seit etwa 1700) die heute vorherrschende, jedoch unabhängig und abweichend vom Frz. entstandene Bedeutung ‘anständig, ehrlich, ordentlich’.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Abstraktion Avantgarde Bauhaus Dada Dadaismus Existentialismus Expressionismus Fauvismus Fotografie Futurismus Hauch Hinwendung Impressionismus Konstruktivismus Kubismus Malerei Manierismus Naturalismus Poesie Pop-Art Pop-art Psychoanalyse Realismus Romantik Sachlichkeit Symbolismus Weiblichkeit existierend nahestehen praktiziert

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Surrealismus‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Daß sich auf dem Feld des dichterischen Vergleiches alles mit jedem vergleichen läßt, ist uns spätestens seit dem Surrealismus leidig bewußt geworden.
Die Zeit, 17.10.1997, Nr. 43
Anfangs ist ein starkes Interesse für den Surrealismus unverkennbar, dann hat G. P. deutlich zu eigenem Ausdruck gefunden.
o. A.: Lexikon der Kunst - G. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1989], S. 2262
Er eignet sich autodidaktisch eine gewisse literarische Bildung an, interessiert sich für den Surrealismus, reist.
Die Welt, 11.07.2005
Der Surrealismus ist hier, um es mit Brecht zu sagen, in die Funktionale gerutscht.
konkret, 1982
Indem er die klassischen Kompositionsregeln mißachtet und die Figuren aus dem Zusammenhang isoliert, weist er der Malerei den Weg zum Surrealismus.
Schwanitz, Dietrich: Bildung, Frankfurt a. M.: Eichborn 1999, S. 280
Zitationshilfe
„Surrealismus“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Surrealismus>, abgerufen am 22.08.2019.

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