Sympathie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Sympathie · Nominativ Plural: Sympathien
Aussprache
WorttrennungSym-pa-thie (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Sympathie‹ als Erstglied: ↗Sympathiebezeigung · ↗Sympathiebezeugung · ↗Sympathieerklärung · ↗Sympathiegefühl · ↗Sympathiekundgebung · ↗Sympathiestreik · ↗Sympathieträger
 ·  formal verwandt mit: ↗sympathisch
eWDG, 1976

Bedeutung

Zuneigung, Wohlwollen, Geneigtheit
Gegenwort zu Antipathie
Beispiele:
jmdm. große Sympathie entgegenbringen
wenig Sympathie für jmdn., etw. haben, empfinden
jmdm. seine Sympathie bekunden, bezeugen
jmds. Sympathie haben, gewinnen
dieser Plan hat meine volle Sympathie (= Zustimmung)
er hat es aus Sympathie für ihn getan
sie hat sich [Dativ] alle Sympathien verscherzt, die Sympathien aller erobert
jmdm. gehört jmds. Sympathie
eine Welle der Sympathie schlug dem Staatsmann entgegen
in der ganzen Welt wuchs die Sympathie (= Mitgefühl) mit dem um seine Freiheit kämpfenden Volk
er hat sich dabei zu sehr von Sympathie und Antipathie leiten lassen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Sympathie · sympathisch · sympathetisch · sympathisieren
Sympathie f. ‘Zuneigung, Wohlwollen’, entlehnt (Mitte 16. Jh., bis ins 17. Jh. in lat. Form) aus lat. sympathīa, griech. sympátheia (συμπάθεια) ‘gleiche Empfindung, Stimmung oder Leidenschaft, Mitleiden, Teilnahme’, einer Substantivbildung (mit Ableitungssuffixuffix -eia, -εια) zu griech. sympathḗs (συμπαθής) ‘mitfühlend, mitempfindend, mitleidend’; vgl. griech. páthos (πάθος) ‘(Miß)geschick, Leid, Gemütsbewegung, Leidenschaft’ (s. ↗Pathos). Zuerst (vor dem Hintergrund naturphilosophischer und naturmystischer Anschauungen) ‘geheimnisvolle Übereinstimmung durch übernatürliche Zusammenhänge’, danach erweitert ‘gefühlsmäßige Übereinstimmung, Wesensverwandtschaft’, auch ‘Mitleiden, Teilnahme, Rührung’ (2. Hälfte 17. Jh.), als Modewort der Empfindsamkeit ‘Einklang, Harmonie’ zwischen empfindsamen Seelen (18. Jh., besonders durch Wieland), schließlich (seit dem 19. Jh.) zunehmend in der heute abgeschwächten Bedeutung ‘(Zu)neigung, Wohlgefallen, freundliche Gesinnung’. Fachsprachlich im medizinischen Bereich ‘gegenseitige Beeinflussung, Aufeinanderwirken’ von Körperteilen, Organen, körperlichen Reaktionen (Anfang 18. Jh.). Vgl. die Fügung aus Sympathie ‘aus dem Gefühl innerer Verbundenheit und Übereinstimmung’ (18. Jh.). sympathisch Adj. ‘in geheimnisvoller Wechselbeziehung stehend, mit Heilkräften ausgestattet’ (2. Hälfte 17. Jh.), in diesem Sinne mit gleichbed. sympathetisch (s. unten) konkurrierend, in der Medizin ‘gleichzeitig betroffen, in Mitleidenschaft gezogen’ (2. Hälfte 18. Jh., vgl. sympathische Nerven), ‘gefühlsmäßig mitempfindend, gleichgestimmt’ (2. Hälfte 18. Jh.), danach ‘Zuneigung erweckend, zusagend’; vgl. mfrz. sympathic, frz. sympathique. sympathetisch Adj. ‘(über Entfernungen hinweg) in geheimnisvoller Wechselbeziehung stehend, auf übernatürlichen Kräften beruhend’ von Heilmitteln, Heilverfahren (2. Hälfte 17. Jh.), ‘in gefühlsmäßiger Wechselbeziehung stehend, (geistig, seelisch) mitfühlend, mitempfindend, mitleidend’ (Mitte 18. Jh.), medizin.-lat. sympatheticus, spätgriech. sympathētikós (συμπαθητικός) ‘mitempfindend, mitleidend, in innerer Beziehung stehend’. sympathisieren Vb. ‘angenehm, erfreulich machen’ (2. Hälfte 17. Jh.), dann ‘übereinstimmen, harmonieren, mitempfinden’ und ‘(Zu)neigung empfinden, zugetan sein, wohlwollend gesinnt sein’ (18. Jh.), in neuerer Zeit weiterentwickelt zu ‘gleicher Gesinnung, Ansicht oder Meinung sein’; vgl. frz. sympathiser.

Thesaurus

Synonymgruppe
Geneigtheit · ↗Hang · ↗Präferenz · Sympathie · ↗Vorliebe · ↗Wohlwollen · ↗Zuneigung
Antonyme
  • Sympathie · Sympathie
Synonymgruppe
Anklang · Sympathie · ↗Zustimmung
Assoziationen
  • (es gibt) (viel) Beifall für · (gut) angenommen werden · (jemandem) angenehm (sein) · ↗(jemandem) behagen · ↗(jemandem) gefallen · ↗(jemandem) passen · (jemandem) sympathisch sein · Anklang finden (bei) · Gefallen finden (an) · Zuspruch erfahren · Zuspruch finden · akzeptiert werden · auf Gegenliebe stoßen · auf Resonanz stoßen (bei) · auf Sympathie stoßen · auf Zustimmung treffen · begrüßt werden · freundlich aufgenommen werden · nach jemandes Geschmack sein · positiv aufgenommen werden · ↗zusagen  ●  auf fruchtbaren Boden fallen (Vorschlag, Idee)  fig. · ↗(jemandem) konvenieren  geh. · gut ankommen (bei)  ugs.
  • (...) der Herzen (sein) · (allgemein) beliebt (sein) · (jemandem) fliegen die Herzen zu · ↗Sympathieträger · ganz oben auf der Beliebtheitsskala (mediensprachl.) · gemocht werden · gern gesehen (sein) · umschwärmt (werden) · umworben werden  ●  Everybody's Darling  ugs., engl. · Sympathiebolzen  ugs. · ganz oben auf der Liste (der ....) stehen  ugs. · in jemandes Gunst (stehen)  geh. · ↗wohlgelitten (sein)  geh.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Antipathie Bevölkerung Bewunderung Mitleid Respekt Verständnis Welle Woge anfänglich bekunden einbringen eintragen empfinden entgegenbringen entgegenschlagen erwerben gegenseitig genießen gewiss hegen heimlich klammheimlich nachsagen unverhohlen verhehlen verscherzen verspielen wecken werben zufliegen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Sympathie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Es hatte nichts mit seinen Sympathien für das Land zu tun, es war das Wort.
Glavinic, Thomas: Die Arbeit der Nacht, München Wien: Carl Hanser Verlag 2006, S. 328
In der spanischen Öffentlichkeit haben die Deutschen allerdings ein paar Sympathien eingebüßt.
Süddeutsche Zeitung, 23.07.2003
Doch in der islamischen Welt schwinden die Sympathien für ihn.
Der Tagesspiegel, 11.09.2002
Es gelang ihm, sie zu sprengen, aber er verscherzte sich damit wohl sehr viele Sympathien in der Öffentlichkeit.
o. A.: Die mittelalterliche Kirche. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1966], S. 7968
Jetzt hat er sich jede Sympathie durch die Art seiner Verteidigung verscherzt.
Friedländer, Hugo: Der Prozeß gegen den Bankier August Sternberg wegen Sittlichkeitsverbrechen. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1910], S. 782
Zitationshilfe
„Sympathie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Sympathie>, abgerufen am 21.11.2019.

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