Syndikat, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Syndikat(e)s · Nominativ Plural: Syndikate
Aussprache
WorttrennungSyn-di-kat
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Syndikat‹ als Letztglied: ↗Drogensyndikat · ↗Gangstersyndikat  ·  mit ›Syndikat‹ als Grundform: ↗syndizieren
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
höhere Form des Kartells, bei der die Mitglieder ihre Erzeugnisse über eine gemeinsame Verkaufsorganisation absetzen müssen
Beispiel:
mehrere Firmen schlossen sich zu einem Syndikat zusammen
übertragen als geschäftliches Unternehmen getarnte Verbrecherorganisation in den USA
2.
Bezeichnung für die Gewerkschaft in einigen Ländern
Beispiel:
Wirtschaftlich hatte schon der ganze französische Lehrkörper ... sich vereinigt in einem Syndikat [H. Mann12,353]
3.
Amt eines Syndikus
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Syndikat · Syndikus
Syndikat n. ‘Zusammenschluß in Form eines Kartells mit festen Preisbestimmungen und eigener Verkaufsorganisation’ (2. Hälfte 19. Jh.), wohl Übernahme von gleichbed. frz. syndicat m. Zuvor frühnhd. ‘Amt oder Vollmacht eines Syndikus, eines Rechtsbevollmächtigten’ (15. Jh.; vgl. mnd. sindicāt ‘Amt, Stellung eines Syndikus’), aus gleichbed. mlat. syndicatus ‘Amt, Stellung eines Rechtsbeistands’, zu mlat. syndicare ‘jmds. Handlungen (in einer Zusammenkunft vor Gericht) sorgfältig prüfen’, spätlat. syndicus ‘Vertreter der Gerechtsame einer Gemeinde’, griech. sýndikos (σύνδικος) ‘einem vor Gericht beistehend, behilflich, mitwirkend’, substantiviert ‘Sachwalter, Anwalt vor Gericht’; vgl. griech. díkē (δίκη) ‘Sitte, Recht, Rechtsverhandlung, -sache’. Syndikus m. ‘ständiger Rechtsbeistand einer Gemeinde, Stadt, Rechtsbevollmächtigter, juristischer Beirat oder Vertreter’ (15. Jh.; vgl. mnd. sindicus, 13. Jh.), ‘Rechtsvertreter eines großen Unternehmens, Geschäftsführer, Sachwalter’ (19. Jh.), spätlat. syndicus (s. oben).

Thesaurus

Synonymgruppe
Bande · ↗Gang · ↗Gaunerbande · Syndikat · ↗Verbrecherbande · ↗Verbrecherorganisation · kriminelle Organisation · kriminelle Vereinigung  ●  ↗(eine) Mafia  fig.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Kartell · Syndikat
Unterbegriffe
  • Feuerwehr-Kartell · Feuerwehrfahrzeuge-Kartell · Feuerwehrgerätebeschaffungskartell

Typische Verbindungen
computergeneriert

Auflösung Chef Filmmacher Grad Kartell Leverkusener Preispolitik Schweizer Segler Skipper Sportdirektor Trust Unternehmer Verbrechen Yacht beitreten bestehend einzeln elf international italienisch kriminell mächtig neun neuseeländisch operieren organisieren spanisch zusammenarbeiten zusammenschließen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Syndikat‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unser Camp nimmt sich bescheiden aus gegenüber den reichen Syndikaten.
Bild, 14.10.2002
So schlägt sich die finanzielle Ausstattung direkt auf die Chancen eines Syndikats nieder.
Die Welt, 16.10.1999
Auch er glaubte an das »jüdische Syndikat«, das die Revision erkaufen wollte.
Suttner, Bertha von: Autobiographie. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1909], S. 8819
In den fünfziger Jahren baute sie auch ländliche Syndikate auf, um mit den Käufern von Farmerzeugnissen kollektiv verhandeln zu können.
o. A.: Die Weltkirche im 20. Jahrhundert. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1979], S. 10185
Am wirksamsten ist natürlich ein Kartell mit einer zentralen Absatzorganisation (Syndikat).
Giersch, Herbert: Allgemeine Wirtschaftspolitik, Wiesbaden: Gabler 1960, S. 193
Zitationshilfe
„Syndikat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Syndikat>, abgerufen am 27.03.2019.

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