Synkope, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Synkope · Nominativ Plural: Synkopen
Aussprache
WorttrennungSyn-ko-pe
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Synkope‹ als Erstglied: ↗synkopenreich · ↗synkopisch  ·  mit ›Synkope‹ als Grundform: ↗synkopieren
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
Musik rhythmische Verschiebung durch Bindung eines unbetonten Wertes an den folgenden betonten
2.
a)
Sprachwissenschaft Ausfall eines unbetonten Vokals zwischen zwei Konsonanten im Wortinnern (z. B. ewʼger)
b)
Verslehre Ausfall einer Senkung im Vers
3.
Medizin plötzliche, kurzzeitige Ohnmacht infolge einer Störung der Gehirndurchblutung
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Synkope · synkopieren
Synkope f. in der Medizin ‘Hirndurchblutungsstörung mit kurzdauerndem Bewußtseinsverlust, Ohnmacht’, mhd. sincopa, frühnhd. syncopis (Paracelsus), nhd. Syncope (18. Jh.) ‘Ohnmacht’, in der Grammatik ‘Ausfall eines unbetonten Vokals oder einer Lautfolge im Wortinnern’ (1. Hälfte 18. Jh., vermutlich älter), in der Musik ‘Verlagerung des rhythmischen Akzents auf einen unbetonten Taktteil durch Herüberbinden des gleichen Tones’ (Mitte 17. Jh.), Entlehnung von spätlat. syncopē, syncopa, griech. synkopḗ (συνκοπή) ‘das Verkürzen der Wörter durch Ausstoßung eines Buchstabens oder einer Silbe in der Mitte, plötzliches Stocken der Lebensfunktionen, plötzliche Erstarrung oder Entkräftung’, zu griech. synkóptein (συγκόπτειν) ‘zusammenschlagen, -hauen, -prügeln, einen Buchstaben oder eine Silbe aus der Wortmitte ausstoßen, sich wie zerschlagen fühlen, völlig entkräftet werden’; vgl. griech. kóptein (κόπτειν) ‘stoßen, schlagen, hauen’. synkopieren Vb. ‘ohnmächtig, schwindlig machen’ (Paracelsus, heute veraltet), ‘einen Vokal oder eine Silbe ausstoßen, ausfallen lassen’ (1. Hälfte 16. Jh.), ‘einen leichten Taktteil mit dem folgenden schweren zu einer Note zusammenziehen, synkopisch hinüberbinden’ (1. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Medizin
Synonymgruppe
anfallsartige, kurz dauernde Bewusstlosigkeit  ●  ↗Kreislaufkollaps  ugs. · ↗Kreislaufzusammenbruch  ugs. · ↗Ohnmachtsanfall  ugs. · Synkope  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • (einen) Kollaps erleiden · (einen) Kollaps haben · (einen) Schwächeanfall erleiden · (einen) Schwächeanfall haben · (einen) Zusammenbruch erleiden · (einen) Zusammenbruch haben · ↗kollabieren · ↗wegsacken · ↗zusammenklappen  ●  ↗zusammenbrechen  Hauptform · aus den Latschen kippen  ugs. · ↗umfallen  ugs. · ↗umkippen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Dissonanz Jazz Rhythmus Takt Vorliebe wild

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Synkope‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In der Tat schafft dieses Moment des Arrangements höchst beredte Synkopen.
Die Zeit, 13.08.2003, Nr. 33
Und plötzlich gewinnt eine eben noch harmlose Synkope vitalen Witz.
Süddeutsche Zeitung, 31.01.2001
Ihr Rhythmus ist sehr straff und verwendet ziemlich häufig Synkopen.
Marcel-Dubois, Claudie: Bourrée. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1952], S. 4805
Sie hat den Marschtakt der DDR abgelöst, sie lässt wieder Synkopen zu.
Die Welt, 25.09.2000
Zu unruhigen Synkopen des Orchesters eilt Angelotti durch die Kirche.
Schuhmann, Otto: Meyers Opernbuch, Leipzig: Bibliograph. Inst. 1938 [1935], S. 407
Zitationshilfe
„Synkope“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Synkope>, abgerufen am 15.09.2019.

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