Systematiker, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungSys-te-ma-ti-ker (computergeneriert)
WortzerlegungSystematik-er
Duden GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
jmd., der systematisch vorgeht
2.
Wissenschaftler auf dem Gebiet der Systematik
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

System · systematisch · Systematik · Systematiker · systematisieren
System n. ‘sinnvoll in sich gegliedertes, geordnetes Ganzes’. In den Formen Sistemata Plur. (Mitte 16. Jh.), Systemate (aus dem Plur. gebildeter Dativ Sing., 1. Hälfte 18. Jh.), Systema und System (Mitte 18. Jh.) Entlehnung von spätlat. systēma n., griech. sýstēma (σύστημα) ‘aus Einzelteilen zusammengefügtes und gegliedertes Ganzes, Vereinigung, Gruppe, die in einem Staat Zusammenlebenden, Staatsgebäude, Staatsverfassung, aus mehreren Lehrsätzen zusammengesetztes Lehrgebäude (einer Kunst oder Wissenschaft)’, zu griech. synistánai (συνιστάναι) ‘zusammenstellen, -fügen, -bringen, vereinigen, zustande bringen’; vgl. griech. histánai (ἱστάναι) ‘(hin)stellen, aufstellen, errichten’. Zunächst von der Ordnung und dem Gefüge der Himmelskörper, dem Weltgebäude (Mitte 16. Jh.; vgl. Planeten-, Sonnensystem), dann (Mitte 18. Jh.) von zusammenwirkenden Teilen des menschlichen Körpers (vgl. Gefäß-, Kreislauf-, Nervensystem) sowie der gesellschaftlichen bzw. politischen Einrichtungen (vgl. Staats-, Verwaltungs-, Wirtschaftssystem). System ist vor allem ein Begriff der Philosophie und der Wissenschaft im Sinne einer ‘gegliederten Gesamtheit von Anschauungen, Erkenntnissen, Lehren’ (1. Hälfte 17. Jh.), allgemein ‘Plan, Konzept, Methode’ (2. Hälfte 18. Jh.), vgl. ein System entwerfen, ändern, System in etw. bringen. systematisch Adj. ‘ein System betreffend, sinnvoll, geordnet, sachlich gegliedert’ (Anfang 18. Jh.), spätlat. systēmaticus, griech. systēmatikós (συστεματικός) ‘zu einem Ganzen zusammenfassend’; davon abgeleitet Systematik f. ‘planmäßiger, geordneter Aufbau einer Wissenschaft’ (Ende 18. Jh.) und Systematiker m. ‘wer ein System beherrscht, wer systematisch vorgeht, arbeitet’ (2. Hälfte 18. Jh.) systematisieren Vb. ‘in ein System bringen, nach einem Ordnungsprinzip gliedern und aufbauen’ (Anfang 19. Jh.).

Typische Verbindungen
computergeneriert

Heidelberger Historiker Kirchenhistoriker Münchner Münsterer Systematiker Taxonome Tübinger evangelisch philosophisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Systematiker‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Systematiker wissen oft nicht so recht, zu welcher anderen rezenten Gruppe sie lebende Fossilien stellen sollen.
Die Zeit, 07.06.1996, Nr. 24
Die vergleichende Darstellung unterschiedlicher Theorien weist den Autor als profunden Systematiker der politischen Ökonomie aus.
konkret, 1991
Wir wenden uns nun dem vierten großen Systematiker der neueren Philosophie zu.
Vorländer, Karl: Geschichte der Philosophie. In: Geschichte der Philosophie, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1913], S. 7505
T. war kein Systematiker, aber er erörterte alle wichtigen kirchlichen Probleme seiner Zeit von klaren Grundanschauungen aus.
Karpp, H.: Tertullian. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1962], S. 42127
Schlegel dagegen hat sich niemals auch nur schlechthin als Gegner der Systematiker bekannt.
Benjamin, Walter: Der Begriff der Kunstkritik in der deutschen Romantik. In: Tiedemann, Rolf u. Schweppenhäuser, Hermann (Hgg.) Gesammelte Schriften, Bd. 1,1, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1980 [1920], S. 35
Zitationshilfe
„Systematiker“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Systematiker>, abgerufen am 21.09.2019.

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