Szenerie, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Szenerie · Nominativ Plural: Szenerien
Aussprache
WorttrennungSze-ne-rie
HerkunftGriechisch
Wortbildung mit ›Szenerie‹ als Letztglied: ↗Dorfszenerie · ↗Schlachtszenerie
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Bühnendekoration
Beispiel:
Als Zuschauer saß sie vor einer Bühne mit wechselnder Beleuchtung und Szenerie [Ch. WolfGeteilter Himmel49]
2.
(Rundblick über eine) Landschaft
Beispiel:
Aber aus dem Gehölz hervortretend, stand er überrascht vor einer prächtigen Szenerie, die sich ihm öffnete [Th. MannZauberb.2,170]
Schauplatz, Rahmen
Beispiel:
die Szenerie dieses Romans ist allzu phantastisch ausgemalt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Szene · szenisch · Szenerie · inszenieren
Szene f. ‘Bühne, Ort der Handlung, Schaubühne, Theater, Öffentlichkeit, Schauplatz’ (1. Hälfte 16. Jh.), ‘Auftritt (als kleinste Einheit eines Bühnenstücks), Bild’ (vereinzelt Mitte 16. Jh., häufiger seit Mitte 18. Jh.), ‘(dramatischer) Vorfall, Vorgang, (malerischer) Anblick’ (Mitte 18. Jh.), ‘Auseinandersetzung, heftiger Wortwechsel, Streit’ (Anfang 19. Jh.), entlehnt aus lat. scaena, scēna ‘Schauplatz, Schaugepränge’, spätlat. ‘äußerer Anblick, Gestalt, Erscheinung, Hergang, Lage’, griech. skēnḗ (σκηνή) ‘Brettergerüst für Schauspieler, Bühne, Szene’, eigentlich ‘Zelt, Hütte, Wohnung, Behausung, Laube’, bis ins 18. Jh. hinein auch in lat. (flektierter) Form. Jung, wohl unter Einfluß von amerik.-engl. scene, ist die Bedeutung ‘soziales, kulturelles Milieu, Gesamtheit von Aktivitäten, Erscheinungen auf einem bestimmten Gebiet’ (Mitte 20. Jh.). szenisch Adj. ‘die Szene betreffend, in der Art einer Szene, bühnenmäßig’ (2. Hälfte 18. Jh.). Szenerie f. ‘(Rundblick über eine) Landschaft, Landschaftsbild, Bühnendekoration’ (Anfang 19. Jh.; anfangs auch in der Nebenform Szenerei); in neuester Zeit auch ‘Schauplatz eines politischen, kulturellen Geschehens’ (Mitte 20. Jh.). inszenieren Vb. ‘die Aufführung eines Bühnenwerks, die Aufnahme eines Films technisch und künstlerisch vorbereiten und leiten, ins Werk, in Szene setzen, hervorrufen’ (2. Hälfte 19. Jh.); vgl. seltenes gleichbed. szenieren.

Typische Verbindungen
computergeneriert

anmutend apokalyptisch ausleuchten beherrschen beleuchten beschaulich bevölkern bizarr bukolisch düster erhellen erleuchten gespenstisch getaucht grandios grotesk idyllisch karg landschaftlich ländlich menschenleer mythologisch nächtlich phantastisch pittoresk surreal trostlos unwirklich urban öde

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Szenerie‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Zwei Hubschrauber schweben fast auf der Stelle über der Szenerie.
Süddeutsche Zeitung, 21.07.2001
Die Szenerien, in denen die durch das Dunkel isolierten Personen auftauchen, wiederholen sich.
Der Tagesspiegel, 17.07.1998
Bemerkenswert sind in vielen Passagen die mit minutiöser Genauigkeit geschilderten landschaftlichen Szenerien.
Bauer, Hans: Wenn einer eine Reise tat, Leipzig: Koehler & Amelang 1973, S. 11
Man hat die Szenerie als Wiedergabe eines Tierkreises deuten wollen; dies bleibt aber sehr zweifelhaft.
o. A.: Lexikon der Kunst - A. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1987], S. 383
Rotlicht lag über der feuchten Szenerie, die gestern stattgefunden haben sollte.
Fritsch, Gerhard: Fasching, Hamburg: Rowohlt 1967, S. 168
Zitationshilfe
„Szenerie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Szenerie>, abgerufen am 16.12.2019.

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