Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Tändelei, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tändelei · Nominativ Plural: Tändeleien
Aussprache 
Worttrennung Tän-de-lei
eWDG

Bedeutung

abwertend oberflächliche, unverbindliche Spielerei
Beispiele:
er verbrachte seine Zeit mit lauter Tändeleien, statt ernsthaft zu arbeiten
du darfst seine Tändelei (= Liebelei) nicht ernst nehmen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tand · tändeln · Tändelei
Tand m. ‘wertloses Zeug, wertlose hübsche Kleinigkeiten’, mhd. mnd. tant ‘Nichtigkeit, leeres Geschwätz, Possen’, in der Kaufmannssprache mhd. ūf den tant ‘auf Borg’, mnd. tant van Nurenberch ‘Nürnberger Spielwaren’, ist wohl entlehnt aus lat. tantus ‘so groß, so viel’ bzw. aus dessen substantiviertem Neutrum tantum ‘Kleinigkeit, Nichtigkeit’. Eine Vermischung mit zu ahd. tantarōn ‘verrückt sein, faseln’ (10. Jh.), einem Verb unbekannter Herkunft, gebildeten Wörtern ist nicht auszuschließen. – tändeln Vb. ‘spielen, verspielt sein, scherzen, flirten, mit Nichtigkeiten die Zeit totschlagen’ (15. Jh.), frühnhd. auch ‘mit Kleinigkeiten, mit Kram handeln’, Iterativbildung zu spätmhd. tanten, tenten ‘spielen, Kurzweil, Possen treiben, schwatzen’, einer Ableitung vom Substantiv; vgl. mhd. tendelieren ‘feilschen, schachern’. Tändelei f. ‘Spielerei, Liebhaberei, Flirt’ (17. Jh.); vgl. mhd. tenterīe, frühnhd. tanderei, tänderei, tentelei ‘Spielerei, Possen’.

Verwendungsbeispiele für ›Tändelei‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Da beginnt eine schon zur Routine gewordene Tändelei um das Papier. [Die Zeit, 08.04.1988, Nr. 15]
Paare, die einem Single zuliebe auf die gewohnte Tändelei verzichten, meinen es sicher gut. [Die Zeit, 02.11.2007, Nr. 44]
Das liegt weniger an den Frauen, von denen manche noch immerhin gelegentlich eine gewisse Bereitschaft zu einer Tändelei erkennen lassen, als an den müden Männern. [Die Zeit, 25.07.1975, Nr. 31]
Andererseits wollte er Eva aber auch nicht auf die Gefahr ihrer Tändelei aufmerksam machen. [Spoerl, Heinrich: Die Feuerzangenbowle, München: Piper o.J. [1933], S. 143]
Marschieren ist jetzt wichtiger als Reimeschmieden; die Zeit der Tändeleien ist vorüber. [Die Zeit, 23.12.1966, Nr. 52]
Zitationshilfe
„Tändelei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/T%C3%A4ndelei>.

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