Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Täuscher, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Täuschers · Nominativ Plural: Täuscher
Worttrennung Täu-scher
Wortzerlegung täuschen -er
Wortbildung  mit ›Täuscher‹ als Letztglied: Rosstäuscher
Duden, GWDS, 1999

Bedeutungen

1.
jmd., der andere täuscht, irreführt
2.
Rosstäuscher
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

täuschen · enttäuschen · Täuscher
täuschen Vb. ‘jmdn. etw. Falsches glauben machen, jmdn. irreführen’, reflexiv ‘sich irren, eine falsche Vorstellung, Meinung haben’, mhd. tiuschen ‘Spaß, Gespött, Schelmerei treiben, unwahr reden, betrügen’, auch tūschen (s. tauschen), stammt wohl aus dem Nd., vgl. mnd. tūschen ‘täuschen, betrügen, sein Spiel mit jmdm. haben, mit Würfeln spielen, tauschen, wechseln’, mnl. tuuscen, nl. (älter) tuisen ‘täuschen, würfeln’. Herkunft unbekannt. Im Obd. ist das Verb nicht üblich; Luthers teuschen wird hier mit (be)triegen, (ver)vorteilen verdeutlicht. – enttäuschen Vb. ‘jmds. Erwartungen nicht erfüllen’, eigentlich ‘aus einer Täuschung herausreißen’, gebildet (um 1800) als Ersatz für heute unübliches desabusieren (frz. désabuser) und detrompieren (frz. détromper). Täuscher m. ‘wer andere täuscht, irreführt’, mhd. tiuschære, tiuscher ‘Täuscher, Betrüger’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Deutler · Haarspalter · Kasuist · Silbenstecher · Sophist · Splitterrichter · Täuscher · Verwirrer · Wortklauber · Wortverdreher  ●  Rabulist  ugs.
Assoziationen

Verwendungsbeispiele für ›Täuscher‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ziel der konspirativen Täuscher ist es, den jeweiligen Gegner zu diskreditieren. [Süddeutsche Zeitung, 27.10.1998]
Und während es ihm um die Wahrheit geht, sieht er sich als Täuscher, Spieler, Illusionisten. [Die Zeit, 21.07.1989, Nr. 30]
Die anderen, die ihn später, zur Zeit der staatserhaltenden Großfälschungen, verklagten und bestraften, waren inmitten der fünfziger Jahre die wahren Täuscher. [Grass, Günter: Die Rättin, Darmstadt: Luchterhand 1986, S. 107]
Was für ein Täuscher Sie waren, Frans Hals, wie Sie versucht haben, die Geschichte zu überlisten! [Die Zeit, 08.06.1990, Nr. 24]
So sagte er angeblich noch, Sie würden sich auf dem Platz geschniegelt und arrogant geben und seien in gewisser Hinsicht ein Täuscher, also nicht echt. [Der Spiegel, 15.09.1986]
Zitationshilfe
„Täuscher“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/T%C3%A4uscher>.

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