Tötung, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tötung · Nominativ Plural: Tötungen
Aussprache 
Worttrennung Tö-tung
Wortzerlegung töten-ung
Wortbildung  mit ›Tötung‹ als Erstglied: ↗Tötungsabsicht · ↗Tötungsdelikt · ↗Tötungsfabrik · ↗Tötungsmaschinerie · ↗Tötungsverbot · ↗Tötungsverbrechen · ↗Tötungsversuch · ↗Tötungsvorsatz
 ·  mit ›Tötung‹ als Letztglied: ↗Kindestötung · ↗Kindstötung · ↗Massentötung · ↗Selbsttötung
Wahrig und ZDL

Bedeutungen

1.
das Töten (von Menschen oder Tieren); Akt des vorsetzlichen Tötens, Totschlag
siehe auch Ermordung (1)
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: fahrlässige, gezielte, vorsätzliche, versuchte, mehrfache Tötung
als Akkusativobjekt: eine Tötung gestehen, anordnen
in Präpositionalgruppe/-objekt: wegen der Tötung [eines Menschen] angeklagt, verurteilt werden; wegen Tötung ermitteln
in Koordination: Körperverletzung, Entführung und Tötung
hat Präpositionalgruppe/-objekt: die Tötung auf Verlangen; die Tötung von Menschen, Zivilisten, Geiseln, Kindern, Tieren
als Genitivattribut: der Verdacht, der Vorwurf der Tötung
Beispiele:
Die Raubkatzen sind strengstens geschützt, ihre Tötung ist eine Straftat. [Süddeutsche Zeitung, 20.12.2018]
Tötung auf Verlangen und aktive Sterbehilfe sind in Deutschland verboten, Suizid und Suizidbeihilfe straffrei. [Welt am Sonntag, 16.12.2018]
Es darf nicht sein, dass Drohnen zunehmend als eine Waffe für Tötungen eingesetzt werden, bei denen immer wieder auch Zivilisten ums Leben kommen. [Der Spiegel, 25.05.2017 (online)]
Tierschützer protestieren seit Jahren gegen die massenhafte Tötung männlicher Küken, sie fordern einen Systemwechsel in der Hühnerhaltung. [Welt am Sonntag, 10.04.2016]
Noch immer laufen die Ermittlungen wegen des Verdachts der fahrlässigen Tötung gegen den Fahrer des Unfallwagens. [Die Zeit, 19.03.2015 (online)]
Die Verwaltung von Canberra hat die Tiere [800 Kängurus] zur Tötung freigegeben, weil sie befürchtet, dass sie das wichtigste Wasserreservoir der Stadt verschmutzen. [Süddeutsche Zeitung, 26.07.2004]
Ein österreichischer Soldat hat von der drohenden Tötung der Frauen und Kinder erfahren und in der Nacht die Tür der Schule geöffnet, so daß alle fliehen konnten. [die tageszeitung, 13.12.1993]
2.
das Getötetwerden
Beispiele:
»Wir gehen davon aus, dass ihre Tötung nicht zu verhindern war und wir nie eine Chance hatten, sie zu retten«, sagte der Leiter der […] Kriminalpolizei[…] bei einer Pressekonferenz […], auf der er nur mehr den Tod des [entführten] Mädchens bestätigen konnte. [Die Welt, 19.08.2015]
Mit der Babyklappe wollen wir Neugeborene vor Tötung und Aussetzung bewahren. [Welt am Sonntag, 29.12.2002]
Beim Abtransport der [wegen BSE getöteten] Herde in die Tierkörperbeseitigung […] retteten aufgebrachte Bauern das Kalb […] vor der Tötung und halten es seither versteckt. [Die Welt, 05.02.2001]
Er [der Journalist Pereira] kann ihn [den jungen Widerstandskämpfer] zwar vor der Tötung durch die Geheimpolizei nicht bewahren, lanciert aber einen anklagenden Bericht an der Zensur vorbei in seine Zeitung und flieht nach Frankreich, von wo aus er die ganze Geschichte »erklärt« [in dem Roman »Pereira erklärt« von Antonio Tabucchi]. [Der Tagesspiegel, 23.06.1998]

letzte Änderung:

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tot · töten · Tötung · abtöten · ertöten · Totenbahre · Totenbett · Totengräber · Totenkopf
tot Adj. ‘gestorben, nicht mehr am Leben, öde, unbelebt, leer’, ahd. (8. Jh.), mhd. tōt, asächs. dōd, mnd. dōt, mnl. doot, nl. dood, aengl. dēad, engl. dead, anord. dauðr, schwed. död, got. dauþs, germ. *dauda- beruht auf einer Partizipialbildung mit to-Suffix (s. auch ↗alt, ↗kalt) und gehört im Sinne von ‘gestorben’ zu einem im Nhd. untergegangenen Verb für ‘sterben’, belegt in ahd. touwen (9. Jh.), tewen (10. Jh.), mhd. töuwen, touwen, asächs. dōian, mnl. doyen, douwen, (stark flektierend) anord. deyja und (ablautend) got. *diwan (Part. Prät. diwanō). Zieht man aslaw. daviti ‘würgen, erwürgen’, russ. davít’ (давить) ‘drücken, pressen, würgen’ und air. duine, kymr. dyn ‘Mensch’ (‘Sterblicher’) sowie (unsicher) lat. fūnus ‘Leichenbegängnis, Bestattung’ (aus *dheu̯(e)nos ‘auf den Tod bezügliche Erweisung’?) heran, so kann von einer Wurzel ie. *dheu- ‘hinschwinden, bewußtlos werden, sterben’ ausgegangen werden. töten Vb. ‘gewaltsam ums Leben bringen, vernichten, zerstören’, ahd. tōden (um 1000), mhd. tœten, tœden, asächs. bidōdian, mnd. dȫden, mnl. dōden, nl. doden, aengl. ādȳdan, anord. deyða, schwed. döda, got. gadauþjan ‘töten’ ist Faktitivum zum Adjektiv im Sinne von ‘tot machen, den Tod herbeiführen’. Tötung f. ‘Totschlag’, mhd. tœtunge. abtöten Vb. ‘töten, vernichten’ (heute vielfach von Mikroorganismen), ‘empfindungslos machen, unterdrücken’ (15. Jh.); vgl. got. afdauþjan. ertöten Vb. ‘(etw. in sich, jmdm.) abtöten, zum Absterben bringen, ersticken’, ahd. irtōden (um 1000), mhd. ertœten ‘töten’; seit dem 18. Jh. im heutigen Sinne gebraucht. Totenbahre f. ‘Gestell, auf dem der Sarg während der Trauerfeier steht’, spätmhd. tōtenbāre. Totenbett n. ‘Sterbebett, -lager’, mhd. tōtbette. Totengräber m. (15. Jh.). Totenkopf m. (15. Jh.); vgl. mhd. tōtenhoubet.

Typische Verbindungen zu ›Tötung‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tötung‹.

Zitationshilfe
„Tötung“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/T%C3%B6tung>, abgerufen am 05.03.2021.

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