Tümpel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tümpels · Nominativ Plural: Tümpel
Aussprache
WorttrennungTüm-pel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Tümpel‹ als Letztglied: ↗Froschtümpel · ↗Jauchentümpel · ↗Jauchetümpel
eWDG, 1976

Bedeutung

kleines, stehendes Gewässer
Beispiele:
ein schlammiger, sumpfiger, zugefrorener Tümpel
der Tümpel war ganz mit Wasserlinsen bedeckt
Wildenten nisteten im Schilf des Tümpels
Wasserlache
Beispiele:
nach dem Regenguss hatten sich auf den Wiesen kleine Tümpel gebildet
Straßen, auf denen das Schmelzwasser in großen Tümpeln stand [MoloEin Deutscher110]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tümpel m. ‘versumpfter kleiner Teich’, mhd. (mittelrhein.) dumpele (als Grenzname, 12. Jh.), frühnhd. tumpil (1420), sumpffe und tümpel (Luther, 1531), nicht von der Lautverschiebung betroffene md. Form neben ahd. tumphilo ‘Strudel, Wirbel’ (9. Jh.), spätmhd. tümpfel ‘Strudel, tiefe Stelle in fließendem, stehendem Wasser, Lache, Pfütze’, frühnhd. nhd. Tümpfel, das erst im 19. Jh. durch Tümpel aus der Literatursprache verdrängt wird, in den Mundarten jedoch bis heute weiterlebt. Verwandt sind mengl. dimpel ‘Bodensenke’, engl. dimple ‘Grübchen’, (mundartlich) dump ‘tiefes Loch im Teich, Flußbett’, norw. dump ‘Vertiefung, Grube, Teich, Lache, Pfütze’. Alle Formen lassen sich wie lit. dum̃blas ‘Schlamm, Moor auf dem Grund eines Teiches’, dum̃brės ‘Morast, Sumpf’ als nasalierte Bildungen im Sinne von ‘Vertiefung, Senke’ zu der unter ↗tief (s. d.) genannten Wurzel ie. *dheub- ‘tief, hohl’ stellen.

Thesaurus

Synonymgruppe
See · ↗Teich · Tümpel · ↗Weiher
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
Geografie
Synonymgruppe
Pfuhl · ↗Sumpf · Tümpel
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Frosch
  • Aalmolch · Fischmolch

Typische Verbindungen
computergeneriert

Austrocknen Bach Biotop Brackwasser Brutstätte Frosch Kröte Moor Pfütze Rinnsal Schlamm See Sumpf Teich Weiher absuchen ausgetrocknet austrocknen brackig faulig fischen flach gefroren morastig schlammig seicht stinkend sumpfig trüb waten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tümpel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dann ist er natürlich ein Mann, aber wann ist ein Tümpel ein See?
Süddeutsche Zeitung, 02.04.2004
Wenn sie mit ihrem Hund spazieren war, konnte sie ihn vor einem Tümpel nicht zurückrufen.
Der Tagesspiegel, 02.06.2002
Die gesamte Geschichte ist insofern ein Tümpel, in dem einer auf den anderen tritt, um nach oben zu kommen.
Müller, Heiner: Da trinke ich lieber Benzin zum Frühstück. In: “Zur Lage der Nation“, Berlin: Rotbuch-Verl. 1990 [1989], S. 47
Irgendwo hinter dem jenseitigen Ufer des Tümpels lag die Stadt.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 43
Als er den andern Tag an die Stelle kam, war der Tümpel so ausgetrocknet, daß er das Gesicht nicht mehr darin sehen konnte.
Feuchtwanger, Lion: Die Geschwister Oppermann, Berlin: Aufbau-Taschenbuch-Verl. 2001 [1933], S. 354
Zitationshilfe
„Tümpel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tümpel>, abgerufen am 19.06.2019.

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