Tüte, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tüte · Nominativ Plural: Tüten
Aussprache
WorttrennungTü-te
Wortbildung mit ›Tüte‹ als Erstglied: ↗tütenweise  ·  mit ›Tüte‹ als Letztglied: ↗Chipstüte · ↗Chiptüte · ↗Einkaufstüte · ↗Eistüte · ↗Filtertüte · ↗Flüstertüte · ↗Frittentüte · ↗Kilotüte · ↗Knalltüte · ↗Lohntüte · ↗Mehltüte · ↗Papiertüte · ↗Perfoltüte · ↗Pfundtüte · ↗Plastetüte · ↗Plastiktüte · ↗Schultüte · ↗Wundertüte · ↗Zuckertüte
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
zum Verpacken von Waren dienender trichterförmiger, zylinderförmiger oder rechteckiger Behälter aus Papier oder auch aus Kunststoff
Beispiele:
Zucker, Mehl in eine Tüte füllen
er brachte seiner Tochter eine Tüte (voll) Bonbons mit
eine Tüte (mit) Kirschen
eine Tüte Grieß, Salz
aus einer Zeitung eine Tüte drehen
die Tüte ist geplatzt
salopp er gibt an wie eine Tüte Mücken (= gibt sehr an)
salopp das kommt nicht in die Tüte! (= das kommt nicht in Frage!)
umgangssprachlich, veraltend Marat, wir wolln keine Tüten kleben (= nicht im Gefängnis sitzen) [P. WeissMarat5]
2.
salopp, Schimpfwort dummer, ungeschickter Mensch
Beispiel:
warum hast du denn das gemacht, du Tüte?
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tüte · Tute
Tüte f. ‘(spitzgedrehter) Papierbehälter’, ein nd. Wort, im Hd. seit dem 16. Jh. (dute, dutte, thüte, anfangs auch ‘etw. Trichter-, Röhrenförmiges’). Mnd. tūte ‘Horn, Blashorn, Hornförmiges, Trichter, Röhre, spitze Haarfrisur, spitze Kopfbedeckung’, nd. Tūte, Tǖt(e), mnl. tūte ‘Zopf, Locke’, nl. tuit ‘Tülle, Röhre, Zopf’. Herkunft unbekannt. Nahe stehen Wörter wie mnl. nl. toot ‘lange Spitze, Tülle, Röhre, Zopf’, isl. tota, túta ‘etw. spitz Hervorstehendes’, toti ‘Schnauze’, die sich unter einer Bedeutung ‘etw. Spitzes’ zusammenfassen lassen. Besteht eine Verbindung zu dem unter ↗Zitze (s. d.) behandelten Substantiv? Die ebenfalls aus dem Nd. stammende umlautlose Form Tute f. bleibt im Sinne von ‘horn-, trichter-, röhrenförmiges Blashorn’ (17. Jh.) auch im Hd. (in Anlehnung an ↗tuten, s. d.) ohne Umlaut.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beutel · ↗Sack · ↗Tasche · ↗Tragetasche · Tüte  ●  ↗Sackerl  österr., süddt. · Gugg  ugs., schwäbisch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Tütchen · kleine Tüte  ●  Giggle  ugs., schwäbisch
  • Taschendieb  ●  ↗Langfinger  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufdruck Becher Beutel Bonbon Brötchen Chip Dosis Gummibärchen Kartoffelchip Karton Popcorn Pulver Sack Schachtel Süßigkeit Tasche Tüte abpacken bepacken braun durchsichtig gefüllt packen prall schleppen spitz stopfen stülpen verpacken verstauen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tüte‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

In seiner Tüte war ein Loch, auf der Flucht verlor er sämtliche Slips.
Bild, 30.06.2001
Auch dieser wollte sich zunächst weigern, warf dann aber dennoch sein Geld in die Tüte.
Der Tagesspiegel, 19.11.1999
Bin ich etwa nur mit den verdammten Tüten durch den Zoo gerannt?
Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 273
Nehmen Sie beispielsweise die Tüte immer aus der linken Ecke?
Cotton, Jerry [d.i. Hober, Heinz Werner]: Die Killer sind unter uns, Bergisch Gladbach: Bastei [1971] [1956], S. 19
Nun klettert der Verkäufer wieder rauf, kommt wieder mit der vollen Tüte runter.
Benjamin, Walter: Berliner Dialekt. In: Tiedemann, Rolf (Hg.), Aufklärung für Kinder, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1985 [1929], S. 9
Zitationshilfe
„Tüte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tüte>, abgerufen am 21.07.2019.

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