Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Tüte, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tüte · Nominativ Plural: Tüten
Aussprache 
Worttrennung Tü-te
Wortbildung  mit ›Tüte‹ als Erstglied: Tütenkleber · Tütensuppe · tütenweise
 ·  mit ›Tüte‹ als Letztglied: Chipstüte · Chiptüte · Einkaufstüte · Eistüte · Filtertüte · Flüstertüte · Frittentüte · Kilotüte · Knalltüte · Lohntüte · Lümmeltüte · Meckertüte · Mehltüte · Milchtüte · Mülltüte · Papiertüte · Perfoltüte · Pfundtüte · Plastetüte · Plastiktüte · Quatschtüte · Schultüte · Spitztüte · Spritztüte · Trantüte · Waffeltüte · Wundertüte · Zuckertüte
Mehrwortausdrücke  in Sack und Tüten
eWDG

Bedeutungen

1.
zum Verpacken von Waren dienender trichterförmiger, zylinderförmiger oder rechteckiger Behälter aus Papier oder auch aus Kunststoff
Beispiele:
Zucker, Mehl in eine Tüte füllen
er brachte seiner Tochter eine Tüte (voll) Bonbons mit
eine Tüte (mit) Kirschen
eine Tüte Grieß, Salz
aus einer Zeitung eine Tüte drehen
die Tüte ist geplatzt
salopper gibt an wie eine Tüte Mücken (= gibt sehr an)
saloppdas kommt nicht in die Tüte! (= das kommt nicht in Frage!)
umgangssprachlich, veraltendMarat, wir wolln keine Tüten kleben (= nicht im Gefängnis sitzen) [ P. WeissMarat5]
2.
salopp, Schimpfwort dummer, ungeschickter Mensch
Beispiel:
warum hast du denn das gemacht, du Tüte?
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tüte · Tute
Tüte f. ‘(spitzgedrehter) Papierbehälter’, ein nd. Wort, im Hd. seit dem 16. Jh. (dute, dutte, thüte, anfangs auch ‘etw. Trichter-, Röhrenförmiges’). Mnd. tūte ‘Horn, Blashorn, Hornförmiges, Trichter, Röhre, spitze Haarfrisur, spitze Kopfbedeckung’, nd. Tūte, Tǖt(e), mnl. tūte ‘Zopf, Locke’, nl. tuit ‘Tülle, Röhre, Zopf’. Herkunft unbekannt. Nahe stehen Wörter wie mnl. nl. toot ‘lange Spitze, Tülle, Röhre, Zopf’, isl. tota, túta ‘etw. spitz Hervorstehendes’, toti ‘Schnauze’, die sich unter einer Bedeutung ‘etw. Spitzes’ zusammenfassen lassen. Besteht eine Verbindung zu dem unter Zitze (s. d.) behandelten Substantiv? Die ebenfalls aus dem Nd. stammende umlautlose Form Tute f. bleibt im Sinne von ‘horn-, trichter-, röhrenförmiges Blashorn’ (17. Jh.) auch im Hd. (in Anlehnung an tuten, s. d.) ohne Umlaut.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beutel · Sack · Tragetasche · Tüte  ●  Sackerl  österr., süddt. · Gugg  ugs., schwäbisch
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • Tütchen · kleine Tüte  ●  Giggle  ugs., schwäbisch

Typische Verbindungen zu ›Tüte‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tüte‹.

Verwendungsbeispiele für ›Tüte‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Sie las die vertraute Schrift auf der Tüte immer wieder wie ein versäumtes Leben. [Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 144]
Bin ich etwa nur mit den verdammten Tüten durch den Zoo gerannt? [Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 273]
Die Schwestern sind schön, die Tüten himmelblau, das hat was, denke ich. [Die Zeit, 03.02.2000, Nr. 6]
Hinter Gittern können beide dann für ein paar Mark Tüten kleben. [Die Zeit, 08.04.1998, Nr. 16]
Nehmen Sie beispielsweise die Tüte immer aus der linken Ecke? [Cotton, Jerry [d.i. Hober, Heinz Werner]: Die Killer sind unter uns, Bergisch Gladbach: Bastei [1971] [1956], S. 19]
Zitationshilfe
„Tüte“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/T%C3%BCte>.

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