Taille, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Taille · Nominativ Plural: Taillen
Aussprache
WorttrennungTail-le
HerkunftFranzösisch
Wortbildung mit ›Taille‹ als Erstglied: ↗Taillenweite · ↗taillenbetont · ↗tailleneng · ↗taillenkurz · ↗taillenlos
 ·  mit ›Taille‹ als Letztglied: ↗Wespentaille
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
schmalste Stelle des menschlichen, besonders weiblichen Körpers zwischen Brust und Hüfte (und an Kleidungsstücken der weiblichen Oberbekleidung)
Beispiele:
eine schmale, zierliche, umfangreiche Taille
sie hat eine schlanke Taille
die Taille an dem Kleid ist sehr betont
eine Jacke auf Taille (= enganliegend) arbeiten
der Anzug sitzt auf Taille
das Kleid wird in der Taille durch einen Gürtel zusammengehalten
er legte den Arm um ihre Taille
2.
veraltend enganliegendes Oberteil eines Kleides, Mieder
Beispiele:
eine enge, geschnürte Taille
die Taille anlegen, aufknöpfen
sie legte die rotsamtene verschossene Taille ab [BrochEsch46]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Taille · tailliert · Tailleur
Taille f. ‘schmalste Stelle des Körpers zwischen Brust und Hüfte, Gürtelgegend’, auch historische Bezeichnung für eine vom 15. Jh. bis zur französischen Revolution von der königlichen Staatskasse in Frankreich erhobene Steuer; in beiden Verwendungen Übernahme (Mitte 18. Jh.) von gleichbed. frz. taille, das schon zuvor (Mitte 17. Jh.) in dem heute nicht mehr üblichen Sinne ‘Größe, Form, Gestalt, Wuchs, Statur’ (besonders von Frauen) entlehnt wird, aus dem sich im Dt. (Ende 18. Jh.) die Bedeutung ‘enganliegendes Leibchen, Mieder’ entwickelt. Afrz. frz. taille ‘das Schneiden, Zuschnitt, Form, Gestalt, Wuchs, Schneide, Kerbholz, Steuer’ (frz. auch ‘Oberkörper, Gürtelgegend’) ist Verbalsubstantiv zu afrz. taillier, frz. tailler ‘(zer)schneiden, zerlegen, zuschneiden’, aus spätlat. tāliāre ‘spalten, schneiden’, einer Ableitung von lat. tālea ‘Stäbchen, Setzling, jedes abgeschnittene stabförmige Stück’ (s. auch ↗Detail, ↗Teller). tailliert Part.adj. ‘auf Taille gearbeitet’ (1. Hälfte 20. Jh.), älter ‘wohlgeformt, gut geschnitten’ (2. Hälfte 18. Jh.), frz. taillé ‘geschnitten, geformt’, Part. Perf. von frz. tailler (s. oben). Tailleur n. ‘tailliertesJackenkleid, Schneiderkostüm’ (1. Hälfte 20. Jh.), nach gleichbed. frz. (costume) tailleur, zu frz. tailleur, afrz. tailleor ‘Schneider’; vgl. engl. tailor-made (costume).

Thesaurus

Synonymgruppe
Gürtellinie · Gürtelumfang · Körpermitte  ●  Taille  franz.
Unterbegriffe
  • Wespentaille · extrem schmale Taille · sehr schlanke Taille

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brust Busen Büste Dekolleté Falte Gedichtband Gürtel Hüfte Korsage Oberteil Oberweite Po Rock Schulter Schärpe angesetzt betont biegsam eingeschnürt enggeschnürt füllig gegürtet gerutscht geschnürt gürten schlank schlingen schmal schnüren Ärmel

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Taille‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht bin ich zu eitel, aber die zwei kleinen Röllchen unter der Taille machen mich verrückt.
Bild, 28.02.2004
Er muß im letzten Moment wieder ihre Taille gefaßt haben.
Kuckart, Judith: Lenas Liebe, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2002, S. 293
Dann habe ich gesehen, bis zur Taille war die in Ordnung.
Der Tagesspiegel, 18.02.2000
Ich wickelte mir seinen linken Arm mehrmals um die Taille.
Morgner, Irmtraud: Rumba auf einen Herbst, Hamburg u. a.: Luchterhand 1992 [1965], S. 317
Aber manchmal wußte sie nicht gleich, wohin sie gehörten, so dünn war ihre Taille.
Renn, Ludwig [d. i. Vieth v. Golßenau, Arnold Friedrich]: Krieg - Nachkrieg, Berlin: Aufbau-Verl. 1951 [1930], S. 966
Zitationshilfe
„Taille“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Taille>, abgerufen am 16.12.2018.

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