Takt, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Takt(e)s · Nominativ Plural: Takte
Aussprache
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Takt‹ als Erstglied: ↗-takter · ↗-taktig · ↗Taktfertigung · ↗Taktfrequenz · ↗Taktklatschen · ↗Taktstock · ↗Taktstraße · ↗Taktstrich · ↗Taktverfahren · ↗Taktwechsel · ↗taktfest · ↗taktmäßig · ↗taktwidrig
 ·  mit ›Takt‹ als Letztglied: ↗20-Minuten-Takt · ↗Auftakt · ↗Dreiertakt · ↗Dreivierteltakt · ↗Gegentakt · ↗Gleichtakt · ↗Halbstundentakt · ↗Minutentakt · ↗Sechsachteltakt · ↗Tripeltakt · ↗Viervierteltakt · ↗Walzertakt · ↗Zwanzigminutentakt
 ·  mit ›Takt‹ als Binnenglied: ↗Viertaktmotor · ↗Zweitaktmotor
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Zeiteinheit
a)
die ein Musikstück metrisch, rhythmisch gliedert
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
der Takt eines Marsches, Walzers
den Takt angeben, halten, wechseln
sie klopft, schlägt den Takt mit den Händen
den Takt mit dem Fuß treten
aus dem Takt kommen
er ließ sich nicht aus dem Takt bringen
im Takt bleiben
sie wiegte sich beim Tanz im Takt
bildlich
Beispiel:
»Wieso?« fragte sie, völlig aus dem Takt gebracht (= völlig verwirrt) [HagelstangeSpielball144]
b)
die die kleinste, durch Taktstriche begrenzte Einheit in einem Musikstück darstellt
Beispiele:
ein halber, ganzer Takt
an dieser Stelle sind zwei Takte Pause angegeben
er pfiff ein paar Takte des Liedes
das Orchester setzte im dritten Takt ein
mitten im Takt abbrechen
nach dem ersten, letzten Takt
Literaturwissenschaft Zeiteinheit, die im Vers die Aufeinanderfolge zweier Hebungen darstellt
Beispiele:
die Takte eines Verses
ein Vers mit zweisilbigen Takten
2.
übertragen zeitliche Aufeinanderfolge
a)
die einen Bewegungsablauf, Arbeitsablauf rhythmisch gliedert
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
der Takt (= das gleichmäßige Rollen) der Räder
der Takt (= der gleichmäßige Schlag) der Hämmer
im Takt (= im gleichen Tempo) rudern
b)
Technik die einen begrenzten Abschnitt in einem Bewegungsablauf, Arbeitsablauf darstellt
Beispiele:
der Takt (= Hub) eines Motors
eine Serienfertigung nach Takten (= Arbeitsabschnitten bei der Fließfertigung)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Takt1 m. ‘Berührung, Tastsinn’ (1. Hälfte 16. Jh., vereinzelt noch 19. Jh.), ‘regelmäßiger, durch eine Berührung ausgelöster Schlag von Uhren’ (2. Hälfte 16. Jh.), ‘Schlag, der den Rhythmus angibt’ (Ende 16. Jh.), danach ‘kleinste, in der Notenschrift durch senkrechte Striche eingegrenzte Einheit im Aufbau eines Musikstückes’ sowie ‘zu Beginn eines Musikstückes angegebene rhythmische Gliederungsart, Zeit-, Notenmaß’ (Anfang 17. Jh.), in der Verslehre ‘kleinste metrische Zeiteinheit zwischen zwei Hebungen, Versfuß, Metrum’ (Mitte 17. Jh.), ferner in der Technik ‘rhythmisch gegliederter Ablauf von Bewegungsphasen’, vgl. Viertakt-, Zweitaktmotor (1. Hälfte 20. Jh.), in der Industrie ‘festgelegte gleichmäßige Aufeinanderfolge ineinandergreifender Teilschritte eines Arbeitsablaufs, aufeinander abgestimmter Produktionsphasen in einer technischen Anlage’ (2. Hälfte 20. Jh.). Entlehnt aus lat. tāctus ‘Berührung, Gefühlssinn, Gefühl’, zu lat. tangere (tāctum) ‘an-, berühren, beeindrucken’.

Takt2 · taktlos · Taktlosigkeit · taktvoll
Takt2 m. ‘feines Gefühl für Anstand und Schicklichkeit, rücksichtsvolles Verhalten’, Übernahme (Ende 18. Jh.) von gleichbed. mfrz. frz. tact, eigentlich ‘Gefühlssinn, Berührung’, dann ‘Feinheit, Sicherheit bezüglich des Geschmacks’ und ‘guter Ton im gesellschaftlichen Verkehr, Gefühl für Schicklichkeit im Umgang mit Menschen’, entlehnt aus lat. tāctus (s. ↗Takt). taktlos Adj. ‘ungeschickt, plump-vertraulich, unverschämt’ (Mitte 19. Jh.); Taktlosigkeit f. (Mitte 19. Jh.). taktvoll Adj. ‘rücksichtsvoll, zurückhaltend’ (Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Takt · ↗Tempo
Synonymgruppe
Gewandtheit · ↗Hub · Takt · Taktsignal
Musik
Synonymgruppe
Rhythmus · Takt
Assoziationen
Synonymgruppe
Dezenz · ↗Einfühlsamkeit · ↗Empfindsamkeit · ↗Feingefühl · ↗Feinsinnigkeit · ↗Sensibilität · Takt · ↗Zartgefühl  ●  ↗Empathie  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anstand Einfühlungsvermögen Feingefühl Fingerspitzengefühl Geschmack Höflichkeit Melodie Musik Ouvertüre Prozessor Rhythmus Takt Trommel Vorspiel angeben erklingen extern gerad gleichmäßig hüpfen klatschen klopfen mitklatschen schwingen stampfen trommeln ungerad vorgeben wiegen wippen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Takt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dazu spielten sie den Kindern wechselnde Rhythmen ohne betonten Takt vor.
Die Welt, 03.06.2005
Takt hat er nicht, aber den Ton gibt er an.
Der Tagesspiegel, 07.02.2003
Mit diesem Ineinander hängt auch der Begriff des Taktes zusammen.
Müller-Blattau, Joseph: Form. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 13720
Dieser aristokratische Takt ließ ihn für manche gewiß frostig kühl erscheinen.
Schleich, Carl Ludwig: Besonnte Vergangenheit, Lebenserinnerungen (1859-1919). In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 31483
Von den abgespieltesten Opern hielt er sie, übersprang keinen Takt, und nachträglich hörte ich, daß er sich selbst vor jeder Oper geängstigt hätte.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Zitationshilfe
„Takt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Takt#1>, abgerufen am 19.11.2019.

Weitere Informationen …

Takt, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Takt(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Takt‹ als Erstglied: ↗Taktgefühl1 · ↗taktlos · ↗taktvoll
eWDG, 1976

Bedeutung

Gefühl für richtiges Verhalten im Umgang mit Menschen
Beispiele:
viel, wenig, keinen Takt haben
den Takt verletzen
jmdm. Mangel an Takt vorwerfen
gegen den gewohnten Takt verstoßen
sie hat die Situation mit sicherem, weiblichem, pädagogischem Takt gemeistert
eine peinliche Angelegenheit mit Takt behandeln
daß sie ... ihr mit feinem Takt (= mit Feingefühl) über alle Verlegenheit hinweghalf [Th. MannLotte7,494]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Takt1 m. ‘Berührung, Tastsinn’ (1. Hälfte 16. Jh., vereinzelt noch 19. Jh.), ‘regelmäßiger, durch eine Berührung ausgelöster Schlag von Uhren’ (2. Hälfte 16. Jh.), ‘Schlag, der den Rhythmus angibt’ (Ende 16. Jh.), danach ‘kleinste, in der Notenschrift durch senkrechte Striche eingegrenzte Einheit im Aufbau eines Musikstückes’ sowie ‘zu Beginn eines Musikstückes angegebene rhythmische Gliederungsart, Zeit-, Notenmaß’ (Anfang 17. Jh.), in der Verslehre ‘kleinste metrische Zeiteinheit zwischen zwei Hebungen, Versfuß, Metrum’ (Mitte 17. Jh.), ferner in der Technik ‘rhythmisch gegliederter Ablauf von Bewegungsphasen’, vgl. Viertakt-, Zweitaktmotor (1. Hälfte 20. Jh.), in der Industrie ‘festgelegte gleichmäßige Aufeinanderfolge ineinandergreifender Teilschritte eines Arbeitsablaufs, aufeinander abgestimmter Produktionsphasen in einer technischen Anlage’ (2. Hälfte 20. Jh.). Entlehnt aus lat. tāctus ‘Berührung, Gefühlssinn, Gefühl’, zu lat. tangere (tāctum) ‘an-, berühren, beeindrucken’.

Takt2 · taktlos · Taktlosigkeit · taktvoll
Takt2 m. ‘feines Gefühl für Anstand und Schicklichkeit, rücksichtsvolles Verhalten’, Übernahme (Ende 18. Jh.) von gleichbed. mfrz. frz. tact, eigentlich ‘Gefühlssinn, Berührung’, dann ‘Feinheit, Sicherheit bezüglich des Geschmacks’ und ‘guter Ton im gesellschaftlichen Verkehr, Gefühl für Schicklichkeit im Umgang mit Menschen’, entlehnt aus lat. tāctus (s. ↗Takt). taktlos Adj. ‘ungeschickt, plump-vertraulich, unverschämt’ (Mitte 19. Jh.); Taktlosigkeit f. (Mitte 19. Jh.). taktvoll Adj. ‘rücksichtsvoll, zurückhaltend’ (Ende 19. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Takt · ↗Tempo
Synonymgruppe
Gewandtheit · ↗Hub · Takt · Taktsignal
Musik
Synonymgruppe
Rhythmus · Takt
Assoziationen
Synonymgruppe
Dezenz · ↗Einfühlsamkeit · ↗Empfindsamkeit · ↗Feingefühl · ↗Feinsinnigkeit · ↗Sensibilität · Takt · ↗Zartgefühl  ●  ↗Empathie  fachspr.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Anstand Einfühlungsvermögen Feingefühl Fingerspitzengefühl Geschmack Höflichkeit Melodie Musik Ouvertüre Prozessor Rhythmus Takt Trommel Vorspiel angeben erklingen extern gerad gleichmäßig hüpfen klatschen klopfen mitklatschen schwingen stampfen trommeln ungerad vorgeben wiegen wippen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Takt‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dazu spielten sie den Kindern wechselnde Rhythmen ohne betonten Takt vor.
Die Welt, 03.06.2005
Takt hat er nicht, aber den Ton gibt er an.
Der Tagesspiegel, 07.02.2003
Mit diesem Ineinander hängt auch der Begriff des Taktes zusammen.
Müller-Blattau, Joseph: Form. In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1955], S. 13720
Dieser aristokratische Takt ließ ihn für manche gewiß frostig kühl erscheinen.
Schleich, Carl Ludwig: Besonnte Vergangenheit, Lebenserinnerungen (1859-1919). In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1921], S. 31483
Von den abgespieltesten Opern hielt er sie, übersprang keinen Takt, und nachträglich hörte ich, daß er sich selbst vor jeder Oper geängstigt hätte.
Lehmann, Lilli: Mein Weg. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1913], S. 23054
Zitationshilfe
„Takt“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Takt#2>, abgerufen am 19.11.2019.

Weitere Informationen …

alphabetisch vorangehend alphabetisch nachfolgend
Täks
Takler
Takin
Takeover
Takelzeug
Taktart
Taktbezeichnung
takten
Taktfahrplan
Taktfehler