Taktik, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Taktik · Nominativ Plural: Taktiken
Aussprache
WorttrennungTak-tik (computergeneriert)
HerkunftGriechisch
Wortzerlegungtaktisch-ik
Wortbildung mit ›Taktik‹ als Erstglied: ↗Taktiker · ↗Taktikfuchs  ·  mit ›Taktik‹ als Letztglied: ↗Ablenkungstaktik · ↗Abwartetaktik · ↗Defensivtaktik · ↗Einschüchterungstaktik · ↗Ellbogentaktik · ↗Ellenbogentaktik · ↗Obstruktionstaktik · ↗Salamitaktik · ↗Totschweigetaktik · ↗Verhandlungstaktik · ↗Verschleierungstaktik · ↗Verschleppungstaktik · ↗Verzögerungstaktik · ↗Wahltaktik · ↗Überrumpelungstaktik · ↗Überrumplungstaktik
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Militär Kunst der Führung eines Gefechts
Beispiele:
eine offensive, neue Taktik anwenden, befolgen
die gegnerische Taktik durchschauen
Sport Kunst der Führung eines Wettkampfes
Beispiel:
die defensive Taktik des Trainers
2.
Politik Festlegung und Anwendung der der jeweiligen Situation angepassten politischen Strategie
Beispiele:
die Taktik eines Politikers
die Strategie und Taktik der revolutionären Arbeiterbewegung einer marxistisch-leninistischen Partei
Die revolutionären Kräfte in der Partei ... waren bemüht, die grundlegenden Veränderungen in den Bedingungen des Klassenkampfes zu erfassen und die Taktik der Partei der neuen Situation anzupassen [Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung8,25]
3.
übertragen geschicktes, planmäßiges Verhalten, Vorgehen
Beispiele:
eine richtige, verfehlte Taktik
eine Taktik verfolgen, ändern, aufgeben
sich [Dativ] eine bestimmte Taktik zurechtlegen
Meine Gedanken gingen schnell alle möglichen Taktiken durch, deren ich mich Schibulla gegenüber bedienen könnte [JakobsBeschreibung164]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Taktik · taktisch · taktieren · Taktiker
Taktik f. ‘Theorie und Praxis der Planung, Vorbereitung und Durchführung militärischer Operationen’ (1. Hälfte 18. Jh.), verallgemeinert ‘klug vorausberechnetes, planmäßiges Vorgehen’ (2. Hälfte 18. Jh.), entlehnt aus gleichbed. frz. tactique, das auf griech. taktikḗ (téchnē) (τακτικὴ τέχνη) ‘(Kunst der) Anordnung, Aufstellung (eines Heeres)’, dem substantivierten Fem. von griech. taktikós (τακτικός) ‘die Stellung eines Heeres betreffend’, beruht; zu griech. tássein, (att.) táttein (τάσσειν, τάττειν) ‘auf einen bestimmten Posten, in Reih und Glied stellen, feststellen, ordnen, regeln’. taktisch Adj. ‘die militärische Taktik betreffend, auf ihr beruhend’ (2. Hälfte 18. Jh.), in allgemeiner Verwendung ‘auf kluger Berechnung beruhend, geschickt und planvoll vorgehend’ (Anfang 20. Jh.). taktieren Vb. (besonders im politisch-diplomatischen Bereich) ‘sich der jeweiligen Lage entsprechend geschickt verhalten, taktisch vorgehen’ (1. Hälfte 20. Jh.). Taktiker m. militärisch ‘Lehrer der Taktik, geschickter Heerführer’ (2. Hälfte 18. Jh.), allgemein (besonders im politisch-diplomatischen Bereich) ‘wer planvoll, geschickt, methodisch vorgeht’ (Anfang 20. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Stratagem · Taktik · geschicktes Nutzen einer gegebenen Lage
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Aufstellung Deeskalation Nadelstich Strategie Technik angewandt anwenden aufgehen ausgeklügelt austüfteln bewährt bloß clever defensiv durchschauen falsch feilen geschickt hinhaltend klug offensiv parteipolitisch perfid raffiniert richtig simpel tüfteln verfolgen zurechtlegen ändern

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Taktik‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Aber das erwies sich bei der EM als effektive Taktik.
Süddeutsche Zeitung, 27.09.2003
Schon nach fünf Minuten hatte sich seine Taktik erledigt an diesem Nachmittag.
Der Tagesspiegel, 18.05.2003
Jeder von ihnen schwieg still zu dieser Taktik, obwohl er genau wissen mußte, was sie für die menschlichen Leben bedeuten mußte.
o. A.: Einhundertsiebenundachtzigster Tag. Freitag, 26. Juli 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 18521
Und zweitens hätte ich dann voraussichtlich eine total andere Taktik angewendet.
o. A.: Fünfundachtzigster Tag. Dienstag, 19. März 1946. In: Der Nürnberger Prozeß, Berlin: Directmedia Publ. 1999 [1946], S. 2240
Die Strategie zeigt sich hier, wie wir das noch oft sehen werden, abhängig von der Taktik.
Delbrück, Hans: Geschichte der Kriegskunst im Rahmen der politischen Geschichte - Erster Teil: Das Altertum, Berlin: Directmedia Publ. 2002 [1920], S. 276
Zitationshilfe
„Taktik“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Taktik>, abgerufen am 18.07.2019.

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