Tamtam, der oder das

Grammatik Substantiv (Maskulinum, Neutrum) · Genitiv Singular: Tamtams · Nominativ Plural: Tamtams
Aussprache 
Worttrennung Tam-tam
Herkunft aus gleichbedeutend tamtamfrz, eigentlich ‘Becken, Trommel (zuerst indischer und afrikanischer Völker)’
eWDG

Bedeutungen

1.
aus Ostasien stammendes Instrument in Form eines metallenen Beckens, auf dem der Rhythmus mit einem Klöppel geschlagen wird
Grammatik: Genus Neutrum
Beispiele:
das Tamtam ertönt
das Tamtam schlagen
nach den Rhythmen des Tamtams tanzen
das dumpfe Dröhnen der Tamtams
2.
umgangssprachlich, abwertend großer, meist mit viel Gehabe, Lärm und viel Rührigkeit und Geschäftigkeit verbundener Aufwand für etw., jmdn.
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
hinter dem ganzen Tamtam steckt nichts als die übliche Geltungssucht
der Gast wurde mit großem Tamtam empfangen
ein großes Tamtam machen, inszenieren, veranstalten
der ganze Tamtam (= das übertriebene Getue) der Feierlichkeiten ist mir zuwider
mach nicht so viel Tamtam mit der Sache!
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tamtam n. mit einem filzüberzogenen Klöppel anzuschlagende Bronzescheibe, Übernahme (1. Hälfte 19. Jh.) von frz. tamtam m. ‘Becken’ und ‘Trommel’ (zuerst indischer und afrikanischer Völker). Lautmalende Bezeichnung; vgl. hindust. tam tam, woraus gleichbed. engl. tom-tom. Seit der 2. Hälfte des 19. Jhs. gilt der Ausdruck auch für jedes trommelartige Geräusch und, von daher übertragen (auch m.), für ‘laute Betriebsamkeit, Reklame, Aufwand, Lärm’, vgl. mit viel, mit großem Tamtam.

Thesaurus

Musik
Synonymgruppe
Becken · Tamtam
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Charleston-Maschine · Hi-Hat
Synonymgruppe
(großes) Getöse · (großes) Tamtam · Aufhebens · Aufregung · Aufsehen · Federlesen(s) · Gesums · Getue · Gewese · Hype · Schaumschlägerei · Theaterdonner · Wirbel · viel Lärm um nichts  ●  (einen) ganz großen Bahnhof (machen)  fig. · Aufruhr  fig. · Hysterie  fig. · (großes) Trara  ugs. · (übertrieben viel) Tamtam (um etwas)  ugs., salopp, Hauptform · Aufgeregtheit  geh. · Aufriss  ugs. · Bohei  ugs. · Buhei  ugs. · Furore (machen)  geh. · Gehabe  ugs. · Gemach(e)  ugs. · Geschiss  derb · Getrommel  ugs. · Riesenbohei  ugs. · Rummel  ugs. · Sturm im Wasserglas  ugs. · Tebs  ugs., sehr selten · Theater  ugs.
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Tamtam‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tamtam‹.

Verwendungsbeispiele für ›Tamtam‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was hat er aus dem Tamtam um seine Person gelernt?
Die Zeit, 23.04.2013, Nr. 17
Manchmal ist es ganz erholsam, wenn im Kino jemand einfach seine Geschichte erzählt, ohne großes Theater, ohne Tamtam.
Süddeutsche Zeitung, 10.11.2000
Ich will nicht so ein Tamtam wie vor drei Jahren.
Bild, 20.04.1999
Noch nie wurde mit so wenig Produkt so viel Tamtam gemacht.
C't, 1994, Nr. 12
Dann empfinden wir die Reklame wirklich als leeren Tamtam, als Aufdringlichkeit, als Schaumschlägerei, als eine Verrohung des Betriebes in der geistigen Welt.
Schultze-Pfaelzer, Gerhard: Propaganda, Agitation, Reklame, Berlin: Stilke 1923, S. 62
Zitationshilfe
„Tamtam“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tamtam>, abgerufen am 28.09.2021.

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