Tand, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tand(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache  [tant]
eWDG

Bedeutung

gehoben, veraltend billiger, wertloser Gegenstand, Kram
Beispiele:
Reiseandenken sind manchmal unbrauchbarer Tand
billiger, bunter, eitler Tand
sie ließ sich gern allerlei Tand schenken, Kettchen, Glasperlen und Ringe
ihr Herz hing an schönen Kleidern, Schmuck und Tand
Tand, Tand / Ist das Gebild von Menschenhand [ FontaneBrück' am Tay]
Was kümmert dich der Tand, der Ruhm der Welt? [ WeismantelRiemenschneider277]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tand · tändeln · Tändelei
Tand m. ‘wertloses Zeug, wertlose hübsche Kleinigkeiten’, mhd. mnd. tant ‘Nichtigkeit, leeres Geschwätz, Possen’, in der Kaufmannssprache mhd. ūf den tant ‘auf Borg’, mnd. tant van Nurenberch ‘Nürnberger Spielwaren’, ist wohl entlehnt aus lat. tantus ‘so groß, so viel’ bzw. aus dessen substantiviertem Neutrum tantum ‘Kleinigkeit, Nichtigkeit’. Eine Vermischung mit zu ahd. tantarōn ‘verrückt sein, faseln’ (10. Jh.), einem Verb unbekannter Herkunft, gebildeten Wörtern ist nicht auszuschließen. tändeln Vb. ‘spielen, verspielt sein, scherzen, flirten, mit Nichtigkeiten die Zeit totschlagen’ (15. Jh.), frühnhd. auch ‘mit Kleinigkeiten, mit Kram handeln’, Iterativbildung zu spätmhd. tanten, tenten ‘spielen, Kurzweil, Possen treiben, schwatzen’, einer Ableitung vom Substantiv; vgl. mhd. tendelieren ‘feilschen, schachern’. Tändelei f. ‘Spielerei, Liebhaberei, Flirt’ (17. Jh.); vgl. mhd. tenterīe, frühnhd. tanderei, tänderei, tentelei ‘Spielerei, Possen’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Chichi · ↗Flitterkram · ↗Kinkerlitzchen · ↗Schmuck · ↗Schnörkel · Tand · Verzierungen  ●  ↗Accessoire  franz.
Assoziationen
Synonymgruppe
Gerümpel · ↗Klüngel · ↗Kram  ●  ↗(wertloses) Zeug  Hauptform · ↗Klumpert  österr. · Driss  ugs., kölsch · ↗Firlefanz  ugs. · ↗Gedöns  ugs., norddeutsch · ↗Gelumpe  ugs. · ↗Geraffel  ugs. · Gesumsel  ugs. · Glump  ugs., mitteldeutsch, süddt., bayr. · ↗Glumpert  ugs., bayr., österr. · Graffel  ugs., österr., bayr. · Grusch  ugs. · Killefit(t)  ugs., rheinisch, variabel · ↗Kladderadatsch  ugs. · ↗Klimbim  ugs. · ↗Krams  ugs., norddeutsch, abwertend · Kramuri  ugs., österr. · ↗Krempel  ugs., Hauptform · ↗Krimskrams  ugs. · Krusch(t)  ugs. · ↗Müll  derb · ↗Nippes  ugs. · ↗Plunder  ugs. · Plörren  ugs., ruhrdt. · ↗Ramsch  ugs. · ↗Schnickschnack  ugs. · Schnullifax  ugs. · ↗Schrott  derb, abwertend · Tand  geh., veraltet · ↗Tinnef  ugs. · ↗Trödel  ugs. · Tüddelkram(s)  ugs., norddeutsch · ↗Zeugs  ugs., abwertend · ↗Zinnober  ugs.
Oberbegriffe
  • nicht lebendes Objekt · unbelebtes Objekt
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Tand‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tand‹.

Verwendungsbeispiele für ›Tand‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Hier ist ein fliegender Händler eingezogen und sucht mit Tand schnelle Kunden.
Süddeutsche Zeitung, 18.09.2003
Die "Welt der Affen" findet Platz in einem einzigen Zimmer voller Kitsch und Tand.
Die Zeit, 17.10.2011, Nr. 42
Neben dem Bild von Reinhardt wirken alle Werke, die drum herum hängen, wie Tand.
Der Tagesspiegel, 01.03.2004
Blumenhändler und Obstverkäufer nahmen vor dem Haupteingang Aufstellung, auch Spielwarenhändler mit billigem Tand, Windmühlen und bunten Luftballons.
Bredel, Willi: Die Väter. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelausgaben, Bd. 7, Berlin: Aufbau-Verl. 1973 [1946], S. 194
Sie umnebelt die Augen mit glitzerndem Tand und schmeichelt mit Düften.
Süddeutsche Zeitung, 29.05.2001
Zitationshilfe
„Tand“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tand>, abgerufen am 22.01.2021.

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