Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Tann, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tann(e)s · Nominativ Plural: Tanne
Aussprache  [tan]
eWDG

Bedeutung

dichterisch Tannenwald
Beispiel:
Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann [ StormKnecht Rupr.]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tanne · Tann · Tannenbaum · tannen · Rottanne
Tanne f. immergrüne Gattung der Kieferngewächse, landschaftlich auch ‘Fichte’ und allgemein ‘Nadelbaum’, ahd. tanna ‘Nadelbaum’ (9. Jh.), mhd. tanne, auch ‘Mastbaum’, asächs. danna, mnd. mnl. danne (aus germ. *danwō) stellen sich zu asächs. dennia, nl. den (aus germ. *danniō). Herkunft unsicher. Vergleichbar sind aind. dhánuḥ und (bei abweichendem Anlaut) awest. θanvan-, θanvar- ‘Bogen’, wenn man annimmt, daß dieser Bezeichnung für ein hölzernes Gerät ein Baumname (ie. *dʰanu- oder *dʰonu-) zugrunde liegt. Oder man sieht in dem Namen eine Ableitung von germ. *dan- ‘Wald, Gehölz’, das weiterlebt in Tann m. ‘Nadelwald, Hain’, ahd. tan- (in tanesil ‘Wild-, Waldesel’, Hs. 12. Jh.), mhd. tan, mnd. dan, wozu mnd. denne f. ‘Waldtal, Niederung’ und außergerm. wohl aind. dhánu- ‘Sandbank, Insel’, dhánvan- n. ‘trockenes Land, Wüste’, aus ie. *dʰanue, *dʰanu- (s. Tenne). Da der Name für Tanne nur im Kontinentalwestgerm. begegnet und der Baum in Mitteleuropa heimisch ist, kann darin freilich auch ein vorie. Substratwort vermutet werden (vgl. de Vries Nl. 111). Tannenbaum m. Tannebaum (17. Jh.), mhd. tanboum. tannen Adj. ‘aus Tannenholz bestehend’ (Anfang 18. Jh.), zuvor frühnhd. tennen, mhd. tennīn. Rottanne f. ‘Fichte’ (16. Jh.), benannt nach der anfängs rötlichen (später grau-weißen) Rinde.

Thesaurus

Synonymgruppe
Forst · Holz · Tann  ●  Wald  Hauptform
Assoziationen
Botanik
Synonymgruppe
Nadelwald · Tann
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Tann‹ (berechnet)

An dunkel finster haßlocher tief

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tann‹.

Verwendungsbeispiele für ›Tann‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Natürlich kann einem wie von der Tann leicht Unrecht widerfahren. [Süddeutsche Zeitung, 23.01.1999]
Dumpf dröhnen die Phrasen von Freiheit und Menschenrechten durch den dunklen Tann. [Die Zeit, 08.11.1991, Nr. 46]
Bis es sich aber aus dem deutschen Tann befreite, sollten mehr als zwei Jahrhunderte ins Land ziehen. [Die Zeit, 29.03.2010, Nr. 13]
So standen wir im Moore wie auf dem Vorhof zum dunklen Tann. [Jünger, Ernst: Auf den Marmorklippen, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1939], S. 118]
Wenn man hinausschaut in die Natur, dann ist doch alles grün, Tann satt, genug da. [Die Zeit, 21.12.1990, Nr. 52]
Zitationshilfe
„Tann“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tann>.

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