Tann, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tann(e)s · Nominativ Plural: Tanne
Aussprache
eWDG, 1976

Bedeutung

dichterisch Tannenwald
Beispiel:
Und wie ich so strolcht' durch den finstern Tann [StormKnecht Rupr.]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tanne · Tann · Tannenbaum · tannen · Rottanne
Tanne f. immergrüne Gattung der Kieferngewächse, landschaftlich auch ‘Fichte’ und allgemein ‘Nadelbaum’, ahd. tanna ‘Nadelbaum’ (9. Jh.), mhd. tanne, auch ‘Mastbaum’, asächs. danna, mnd. mnl. danne (aus germ. *danwō) stellen sich zu asächs. dennia, nl. den (aus germ. *danniō). Herkunft unsicher. Vergleichbar sind aind. dhánuḥ und (bei abweichendem Anlaut) awest. θanvan-, θanvar- ‘Bogen’, wenn man annimmt, daß dieser Bezeichnung für ein hölzernes Gerät ein Baumname (ie. *dʰanu- oder *dʰonu-) zugrunde liegt. Oder man sieht in dem Namen eine Ableitung von germ. *dan- ‘Wald, Gehölz’, das weiterlebt in Tann m. ‘Nadelwald, Hain’, ahd. tan- (in tanesil ‘Wild-, Waldesel’, Hs. 12. Jh.), mhd. tan, mnd. dan, wozu mnd. denne f. ‘Waldtal, Niederung’ und außergerm. wohl aind. dhánu- ‘Sandbank, Insel’, dhánvan- n. ‘trockenes Land, Wüste’, aus ie. *dʰanue, *dʰanu- (s. ↗Tenne). Da der Name für Tanne nur im Kontinentalwestgerm. begegnet und der Baum in Mitteleuropa heimisch ist, kann darin freilich auch ein vorie. Substratwort vermutet werden (vgl. de Vries Nl. 111). Tannenbaum m. Tannebaum (17. Jh.), mhd. tanboum. tannen Adj. ‘aus Tannenholz bestehend’ (Anfang 18. Jh.), zuvor frühnhd. tennen, mhd. tennīn. Rottanne f. ‘Fichte’ (16. Jh.), benannt nach der anfängs rötlichen (später grau-weißen) Rinde.

Thesaurus

Synonymgruppe
Forst · ↗Holz · Tann · ↗Wald
Unterbegriffe
  • Weinsberger Forst · Weinsberger Wald
  • Teutoburger Wald  ●  Osning  veraltet · Teuto  ugs.
  • Bayerischer Wald · Bayerwald · Bayrischer Wald
  • Ardennen · Ardenner Wald
  • Nadelwald · Tann
  • Dschungel · grüne Hölle · tropischer Regenwald
  • Busch · ↗Dschungel · ↗Urwald · ↗Wildnis
  • Argonnen · Argonner Wald
  • Staatsforst · ↗Staatswald
  • Dauermischwald · ↗Dauerwald
  • Hudewald · Hutewald · ↗Hutung
  • Nutzwald  ugs. · Wirtschaftswald  ugs.
Assoziationen
Botanik
Synonymgruppe
Nadelwald · Tann
Oberbegriffe
Unterbegriffe
  • Taiga · boreale Nadelwaldzone · borealer Nadelwald · borealer Wald
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ahorn Bergahorn Bergmischwald Birke Buche Eiche Fels Fichte Kerze Kiefer Laubbaum Lärche Nadel Quadrat Schnee See Silberpappel Wald dicht duften dunkel finster grün niederbayerisch riechen tief verschneit verstecken übersetzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tann‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Natürlich kann einem wie von der Tann leicht Unrecht widerfahren.
Süddeutsche Zeitung, 23.01.1999
Dumpf dröhnen die Phrasen von Freiheit und Menschenrechten durch den dunklen Tann.
Die Zeit, 08.11.1991, Nr. 46
So standen wir im Moore wie auf dem Vorhof zum dunklen Tann.
Jünger, Ernst: Auf den Marmorklippen, Gütersloh: Bertelsmann 1995 [1939], S. 118
Dies betrachte man aus den Augenwinkeln - und schon meint man das Kind tief im Tann, in des Waldes dunkelstem Dunkel schlummern zu sehen.
Die Welt, 24.12.2001
Er raffte sein Werkzeug auf und lief durch den Tann.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 241
Zitationshilfe
„Tann“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tann>, abgerufen am 17.09.2019.

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