Tante, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tante · Nominativ Plural: Tanten
Aussprache
WorttrennungTan-te
Wortbildung mit ›Tante‹ als Erstglied: ↗tantenhaft  ·  mit ›Tante‹ als Letztglied: ↗Erbtante · ↗Großtante · ↗Kaffeetante · ↗Klatschtante · ↗Märchentante · ↗Nenntante · ↗Patentante · ↗Reisetante · ↗Tratschtante
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Schwester des Vaters oder der Mutter, Ehefrau des Onkels
2.
Kindersprache erwachsene weibliche Person
Beispiel:
die Tante hat mir ein Bonbon gegeben
salopp weibliche Person
Beispiele:
morgen kommt die Tante, die immer die Miete kassiert
na denn nicht, liebe Tante (= dann verzichte ich eben)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tante f. ‘Schwester des Vaters oder der Mutter’, Übernahme (um 1700) von gleichbed. afrz. frz. tante, einer in der Kindersprache entstandenen spielerischen Umbildung (Reduplikation durch Vorwegnahme des Dentals) von afrz. mfrz. ante ‘Tante’, aus lat. amita ‘Schwester des Vaters’, mlat. auch ‘Schwester der Mutter’ (dieses zu einem Lallwort *am(m)a, *amī̌, s. ↗Amme). Tante löst im Dt. die älteren Bezeichnungen ↗Base, ↗Muhme (s. d.) ab, kann aber wie im Frz. auch die Frau des Onkels sowie andere weibliche Verwandte bezeichnen und außerdem kindliche Anrede für jede erwachsene weibliche Person sein.

Thesaurus

Synonymgruppe
(eine) Eva · ↗(eine) Sie · ↗Dame · ↗Evastochter · ↗Frauensperson · Vertreterin des schönen Geschlechts · Vertreterin des weiblichen Geschlechts · ↗Weibsbild · weibliche Person · weiblicher Mensch  ●  ↗Frau  Hauptform · ↗Frauenzimmer  veraltet · Person weiblichen Geschlechts  Amtsdeutsch · ↗Weib  veraltend, abwertend · weibliches Wesen  scherzhaft · ↗Braut  ugs., salopp · ↗Grazie (eingeschränkter Gebrauch)  ugs. · ↗Kalle  derb, Gaunersprache · ↗Lady  ugs., salopp, engl. · ↗Mutti  ugs. · ↗Perle  ugs., regional, salopp · ↗Schnalle  ugs., salopp · Tante  ugs. · ↗Trine  ugs., schimpfwort, selten · ↗Weibsen  ugs., Plural, abwertend, scherzhaft · ↗Weibsperson  ugs. · ↗Weibsstück  derb, abwertend
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Cousin Cousine Geschwister Großeltern Großmutter Großvater Kunstschreiber Kusine Mama Mutter Neffe Nichte Oma Onkel Onkeln Opa Schwester Schwiegermutter Tante Vetter alt angeheiratet aufwachsen erben geliebt lieb schrullig unverheiratet verstorben wohnen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tante‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Eine Tante werde sich dann um die Kinder kümmern, berichtete die "Times".
Die Zeit, 17.09.2007 (online)
Meine Tante hat mich heute früh darauf gebracht, hierher zu kommen.
Süddeutsche Zeitung, 08.11.2002
Als Student schlief er auf der Couch bei einer Tante.
P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1993, Nr. 10
Vor uns ist die Tante Theres mit der Rosa gestanden.
Thoma, Ludwig: Tante Frieda. In: ders., Lausbubengeschichten, Frankfurt a. M.: Büchergilde Gutenberg 1961 [1907], S. 187
Aber als sie heimkam, war die Tante schon wieder in die Stadt gefahren.
Hermann, Georg [d.i. Borchardt, Georg Hermann]: Jettchen Gebert, Berlin: Fleischel 1919 [1906], S. 423
Zitationshilfe
„Tante“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tante>, abgerufen am 19.01.2019.

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