Tanz, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tanzes · Nominativ Plural: Tänze
Aussprache
Grundformtanzen
Wortbildung mit ›Tanz‹ als Erstglied: ↗Tänzchen  ·  mit ›Tanz‹ als Letztglied: ↗Affentanz · ↗Ausdruckstanz · ↗Ballett-Tanz · ↗Balletttanz · ↗Balztanz · ↗Bauchtanz · ↗Bauerntanz · ↗Betteltanz · ↗Bienentanz · ↗Bogentanz · ↗Bändertanz · ↗Bühnentanz · ↗Ehrentanz · ↗Eiertanz · ↗Eistanz · ↗Elfentanz · ↗Erntetanz · ↗Flockentanz · ↗Folkloretanz · ↗Freudentanz · ↗Gesellschaftstanz · ↗Grotesktanz · ↗Hexentanz · ↗Kontertanz · ↗Modetanz · ↗Nationaltanz · ↗Negertanz · ↗Partytanz · ↗Reigentanz · ↗Reihentanz · ↗Ringeltanz · ↗Schautanz · ↗Schlangentanz · ↗Schleiertanz · ↗Schwertertanz · ↗Schwerttanz · ↗Schönheitstanz · ↗Seiltanz · ↗Spitzentanz · ↗Standardtanz · ↗Stepptanz · ↗Stocktanz · ↗Tempeltanz · ↗Totentanz · ↗Turniertanz · ↗Veitstanz · ↗Volkstanz
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
rhythmische, bestimmten Regeln folgende Bewegung des menschlichen Körpers nach Musik aus Freude an der Bewegung selbst oder zum Ausdruck von Empfindungen oder Vorstellungen
Beispiele:
ein kultischer, sakraler, historischer Tanz
ein alter, moderner, schneller, langsamer Tanz
einen Tanz einüben, aufführen, vorführen
er lief hin und her, drehte sich im Kreise und schlenkerte mit seinen Armen, als führe er einen Tanz auf
sich im Tanze drehen
der Tanz der Primaballerina, des Balletts, der Kulturgruppe
(zum Vergnügen oder als Sport betriebener) Gesellschaftstanz
Beispiele:
der Tango ist ein lateinamerikanischer Tanz
jmdn. zu einem Tanz auffordern, um einen Tanz bitten
jmdm. einen Tanz abschlagen
diesen Tanz (= bestimmte Art eines Gesellschaftstanzes) beherrsche ich nicht
umgangssprachlich keinen Tanz auslassen
umgangssprachlich ein Tänzchen wagen
umgangssprachlich, salopp ein Tänzchen aufs Parkett legen (= tanzen)
umgangssprachlich die Weltmeister in den Standardtänzen haben diesen Tanz nur so hingelegt (= mustergültig, gekonnt getanzt)
die Blaskapelle spielte zum Tanze auf
übertragen
Beispiele:
der Tanz der Biene (= das geregelte Hin und Her der Bewegungen, mit dem eine Biene den anderen Bienen des Stockes Richtung und Entfernung zu einem Ort anzeigt, an dem viele Blüten zu finden sind)
der Tanz (= das ungeregelte Gewimmel) der Mücken
der lustige Tanz der Schneeflocken
der Tanz (= das Auf und Ab) der Wellen
der Tanz auf dem Vulkan (= das leichtsinnige und ausgelassene Treiben in gefährlicher Lage)
der Tanz ums Goldene Kalb (= Geldgier)
2.
Veranstaltung, bei der Gesellschaftstänze getanzt werden
Beispiele:
der Tanz beginnt um acht und endet um Mitternacht
heute abend ist Tanz
er hat seine Freundin zum Tanz eingeladen, geführt
zum Tanz gehen
3.
Musikstück, nach dem getanzt werden kann
Beispiele:
ist dieser Tanz ein Walzer oder ein Foxtrott?
die Kurkapelle spielte die Ungarischen Tänze von Liszt
4.
salopp Zank, Streit, heftige Auseinandersetzung, Auftritt
Beispiele:
das wird wieder einen schönen Tanz geben
jedesmal, wenn er zu spät nach Hause kam, machte sie ihm einen fürchterlichen Tanz
wenn du ihn reizt, geht der Tanz gleich wieder von vorn los
er machte jedesmal einen großen Tanz (= viel Aufheben) um jede Kleinigkeit
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tanzen · Tanz
tanzen Vb. ‘sich rhythmisch (zu Musik) bewegen’, auch ‘hüpfen, springen, sich leicht und froh bewegen’, mhd. tanzen, mnd. dansen, danzen, Entlehnung des höfischen Rittertums (mit hd. t- aus d- und -z- als Übergangslaut zwischen n und s) über Flandern (vgl. mnl. nl. dansen) aus gleichbed. afrz. dancer, dancier, danser (frz. danser). Herkunft ungeklärt. Man hat auf Grund der zuerst nordfrz. Bezeugung des Verbs germ. Ursprung angenommen und setzt anfrk. *dintjan ‘sich hin und her bewegen’ voraus (vgl. mnl. deinsen, nl. deinzen ‘zurückweichen, -schrecken’, fries. dintje ‘leicht zittern’, isl. dynta ‘den Körper auf- und niederbewegen’). FEW 15, 2, 63 möchte dagegen (im Hinblick auf den Stammvokal afrz. -a-) eher anfrk. *dantisōn vorziehen. Anders Meier/Pen̄a in: Archiv f. d. Studium d. neueren Spr. 203 (1966/67) 321 ff., die, ausgehend von lat. rotāre ‘(sich) kreisförmig herumdrehen’, rotundāre ‘rund machen, abrunden’, Formen wie vlat. *retundāre oder *rotantiāre, *retantiāre ‘drehen, tanzen’ und *rotantia, *retantia ‘Drehung, Tanz’ erschließen, woraus sich im Westroman. *redançare und *redança bzw. mit Abfall von re- *dançare und *dança entwickelt habe. Tanz m. ‘Folge rhythmischer (von Musik begleiteter) Körperbewegungen’, auch das diese begleitende ‘Instrumentalstück’ sowie ‘Tanzveranstaltung’, mhd. tanz, mnd. dans, danz, entlehnt (wie das Verb) über mnl. dans aus afrz. dance, danse.

Thesaurus

Synonymgruppe
Tanz [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Akrobatik Aufforderung August Ballett Gesang Kalb Lied Musik Performance Schauspiel Teufel Theater Vampir Vulkan aufführen aufspielen ekstatisch heiß indisch klassisch lateinamerikanisch modern orientalisch rituell slawisch tanzen traditionell ungarisch wild zeitgenössisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tanz‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Ein subtileres Spiel mit dem Tanz haben die Macher des Films "Body of Water" versucht.
Die Zeit, 05.02.2004, Nr. 07
Frauen deuten schon mal mit geschmeidigen Bewegungen richtig orientalische Tänze an.
Süddeutsche Zeitung, 21.10.2002
Und das waren vielleicht der Tanz, die Musik, das Theater.
Der Spiegel, 29.03.1993
Er beherrschte die fünf Tänze der Zeit wie kein anderer Musiker, und er blieb bei diesen Tänzen durch 55 Jahre.
Nick, Edmund: Strauß (Familie). In: Die Musik in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1965], S. 21086
Nach einer Minute schon bat sie ihn aufzuhören, denn diese Art Tanz verstehe sie nicht.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh I, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 412
Zitationshilfe
„Tanz“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tanz>, abgerufen am 24.10.2019.

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