Tanzverbot, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Tanzverbot(e)s · Nominativ Plural: Tanzverbote
Aussprache [ˈtanʦfɛɐ̯ˌboːt]
Worttrennung Tanz-ver-bot
Wortzerlegung tanzenVerbot
ZDL-Vollartikel, 2020

Bedeutung

Gesetz oder Verordnung, wonach an bestimmten Orten oder zu bestimmten Zeiten öffentliche Tanzveranstaltungen, Sportveranstaltungen o. Ä. untersagt werden, z. B. aus Rücksicht auf religiöse Feiertage
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein striktes Tanzverbot
hat Präpositionalgruppe/-objekt: das Tanzverbot am Karfreitag, zu Ostern, an stillen Feiertagen
in Präpositionalgruppe/-objekt: gegen das Tanzverbot protestieren
Beispiele:
Geht es beim Tanzverbot um Respekt vor dem toten Heiland oder nur noch ums Rechthaben? Dass es im säkularen 21. Jahrhundert überhaupt einen solchen Streit gibt, liegt am vorauseilenden Gehorsam des Gesetzgebers gegenüber Gläubigen, die sich in ihren religiösen Gefühlen verletzt sehen könnten. [jetzt-Magazin (SZ), 31.03.2018]
Allerheiligen berührt die jungen Menschen insofern, als es ein gesetzlicher Feiertag ist und ein stiller Tag, an dem Tanzverbot herrscht. [Süddeutsche Zeitung, 31.10.2018]
Wir diskutieren, ob das christlich begründete Tanzverbot an Karfreitag nicht überholt sei, reichen an Schulen aber staatliche Flyer, wie man möglichst bei der Planung von Klassenfahrten und ‑arbeiten den Ramadan berücksichtigt. [Die Welt, 26.04.2018]
allgemeinerDer [Fußball-]Klub hat bei der Restaurierung des eigenen Stadions zuletzt jede verbliebene Ecke geglättet. Das könnte immerhin den Vorteil mit sich bringen, dass Guardiola mit seinem Team am Dienstag im Rückspiel nicht noch mal die Kontrolle verliert. Klopp erteilt seinen Spielern trotzdem Tanzverbot: »Es ist noch nichts entschieden.« [Süddeutsche Zeitung, 06.04.2018]
Der New Yorker Bürgermeister Bill de Blasio hat ein mehr als 90 Jahre altes Tanzverbot zu den Akten gelegt. Seit 1926 war das Tanzen in Tausenden Bars, Clubs und Restaurants unter Strafe gestellt, zumindest auf dem Papier. »Das Nachtleben ist Teil des New Yorker Schmelztiegels«, erklärte de Blasio. »Wir wollen eine Stadt, in der Menschen hart arbeiten können und dann das Nachtleben ohne obskure Tanzverbote genießen können.« [Die Welt, 29.11.2017]
Der Polizeipräsident von Berlin hat auf Grund einer ministeriellen Anweisung mit Wirkung vom Sonntag, 30. März, ab das von ihm erlassene Tanzverbot aufgehoben und verfügt, daß von dem erwähnten Zeitpunkte ab in allen bereits vor dem Kriege konzessionierten Sälen die öffentlichen Tanzlustbarkeiten wieder in dem gleichen Umfange wie bis zum Kriegsausbruch stattfinden können. [Vossische Zeitung (Abend-Ausgabe), 27.03.1919]

Typische Verbindungen zu ›Tanzverbot‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tanzverbot‹.

Zitationshilfe
„Tanzverbot“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tanzverbot>, abgerufen am 05.06.2020.

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