Tapferkeit, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tapferkeit · Nominativ Plural: Tapferkeiten · wird meist im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungTap-fer-keit (computergeneriert)
Wortzerlegungtapfer-keit
Wortbildung mit ›Tapferkeit‹ als Erstglied: ↗Tapferkeitsmedaille · ↗Tapferkeitsorden
eWDG, 1976

Bedeutung

entsprechend der Bedeutung von tapfer (Lesart 1)
Beispiele:
mit unvergleichlicher, verbissener Tapferkeit den Gegner angreifen, für etw. kämpfen
sie hat oft Tapferkeit im Leben bewiesen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tapfer · Tapferkeit
tapfer Adj. ‘mutig, kühn, furchtlos’. In älterer Sprache sind (teilweise mit unterschiedlicher Bedeutung) belegt ahd. taphar ‘schwer, gewichtig’ (10. Jh.), mhd. tapfer, dapfer ‘fest, gedrungen, gewichtig, bedeutend, ansehnlich’, mnd. dapper ‘schwer, gewichtig, gewaltig, ausdauernd, furchtlos’, mnl. dapper ‘stark, kräftig, tüchtig’, anord. dapr ‘traurig, betrübt’ (germ. *dapra-). Außergerm. sind vergleichbar apreuß. debīka ‘groß’ sowie (als l-Ableitung) aslaw. debelьstvo ‘Dicke’, russ. (derb) debëlyj (дебёлый) ‘wohlbeleibt, stark, fett’, toch. A tpär, toch. B tappre, täpr- ‘hoch’, so daß von einer Wurzel ie. *dheb- mit der Bedeutung ‘dick, fest, gedrungen’ bzw. (für die germ. Formen) ‘gedrungen, kräftig, schwer, schwermütig’ ausgegangen werden kann. Im späteren Mhd., Mnd. und Mnl. entwickelt sich über die Verwendung des Adjektivs im Sinne von ‘wichtig, bedeutend, tüchtig’ die heute für nhd. tapfer, nl. dapper geltende Bedeutung ‘furchtlos, kühn, mutig’, während sich norw. daper, isl. dapur ‘schwer, betrübt, trächtig’ zu anord. dapr (s. oben) stellt. Aus dem Mnd. bzw. Mnl. ist entlehnt engl. dapper ‘flink, gewandt, nett’. Tapferkeit f. ‘Kühnheit, Mut, unerschrockenes Verhalten’, frühnhd. Tapfrigkeit, Tapferkeit ‘Schwere, Stärke, Wichtigkeit, Bedeutung, Würde’ (15. Jh.), mnd. dapperhēt.

Thesaurus

Synonymgruppe
Standhaftigkeit · Tapferkeit
Assoziationen
  • (den) Mut nicht sinken lassen · (die) Hoffnung nicht aufgeben · (die) Stellung behaupten · ↗(sich) behaupten · (sich) nicht ins Bockshorn jagen lassen · nicht den Mut verlieren  ●  (den) Kopf oben behalten  fig. · (sich) senkrecht halten  fig. · ↗kämpfen  fig. · (die) Ohren steif halten  ugs. · (sich) nicht kleinkriegen lassen  ugs. · (sich) nicht unterkriegen lassen  ugs.
  • Courage · ↗Engagement · ↗Herzhaftigkeit · ↗Kühnheit · ↗Mannhaftigkeit  ●  ↗Mut  Hauptform · ↗Bravour  geh. · ↗Bravur  geh., alte Schreibung bis 2017 · ↗Mumm  ugs. · ↗Traute  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ausdauer Besonnenheit Ehrenkreuz Feigheit Freiheitsliebe Heldenmut Heldentum Heroismus Kameradschaft Kardinaltugend Klugheit Mut Mäßigkeit Opferbereitschaft Opferfreudigkeit Opfermut Pflichterfüllung Ritterlichkeit Standhaftigkeit Treue Tugend Tüchtigkeit Wagemut Zähigkeit beispielhaft bewiesen bewundernswert ritterlich soldatisch todesmutig

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tapferkeit‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Was wir brauchen, ist eine Diskussion über Tapferkeit in Zeiten des Terrors.
Die Welt, 21.05.2004
Um stürmische Tapferkeit geht es bei diesem aufmüpfig gelassenen Dasein nie.
Der Tagesspiegel, 18.08.1999
Das ist nicht gerade sehr vorsichtig, aber hier krankt alles an der Sucht, demonstrativ Tapferkeit zu zeigen.
Enzensberger, Hans Magnus: Der kurze Sommer der Anarchie, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1972, S. 213
Immerhin, Sie hat Mut und Tapferkeit bewiesen, dafür danke ich Ihr.
Niebelschütz, Wolf von: Der blaue Kammerherr, Stuttgart u. a.: Dt. Bücherbund [1991] [1949], S. 137
Zitationshilfe
„Tapferkeit“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tapferkeit>, abgerufen am 19.10.2019.

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