Tarnkappe, die
GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungTarn-kap-pe (computergeneriert)
WortzerlegungtarnenKappe
eWDG, 1976

Bedeutung

Kappe, die in Sage und Märchen den Träger unsichtbar macht, Nebelkappe
Beispiel:
ich sah ihn, wie von einer Tarnkappe beschützt, die Treppen des Gebäudes hinuntersteigen [HermlinGemeinsamkeit123]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tarnen · Tarnkappe
tarnen Vb. ‘durch Anpassung an die Umgebung schwer erkennbar machen, gegen Sicht und vor Entdeckung schützen’, übertragen ‘verbergen, verschleiern’. Das im Dt. im 20. Jh. wiederbelebte, nur westgerm. bezeugte Verb ahd. (um 800), mhd. tarnen, ternen ‘zudecken, verhüllen, verbergen, unsichtbar machen’, asächs. (bi)dernian ist gebildet zum westgerm. Adjektiv ahd. tarni, terni ‘unsichtbar, verborgen, verhüllt’ (8. Jh.), asächs. darni, derni ‘heimtückisch, böse’, aengl. dierne ‘verborgen, dunkel, geheim, täuschend, böse’, einer Ableitung mit ni-Suffix (germ. *darnja-) von dem in aengl. darian ‘verborgen, versteckt sein, sich verborgen halten’, mnl. hem bedāren ‘sich beherrschen, zu sich selbst kommen’, nl. bedaren, auch ‘sich legen’ (vom Wind), belegten Verb. Außergerm. kann aind. dhāráyati ‘hält, trägt, erhält’, griech. thrónos (θρόνος) ‘Sessel, Sitz, Herrschersitz’ (s. ↗Thron), lat. frētus ‘gestützt auf, fest vertrauend’ verglichen werden, mit denen das germ. Verb im Sinne von ‘sich zusammen-, zurückhalten, zuhalten, daß man etw. nicht sieht’ zur Wurzel ie. *dher(ə)- ‘halten, festhalten, stützen’ gestellt werden kann. Mhd. tarnen, das sich zunächst im Nhd. nicht fortsetzt, wird zuerst im militärischen Bereich im und nach dem ersten Weltkrieg (vgl. K. Ammon Tarnkleidung (1921)) aus dem Kompositum Tarnkappe f. ‘(in Sage und Märchen) unsichtbar machende Kappe (bzw. Kapuzenmantel)’, Wiederaufnahme (18. Jh.) von mhd. tarnkappe, neu entwickelt als dt. Wort für camouflieren. Dieses ist entlehnt aus frz. camoufler ‘verkleiden, tarnen’, eigentl. wohl ‘Qualm vor die Nase blasen, foppen, ärgern’, vgl. frz. camouflet ‘ins Gesicht geblasene Rauchwolke, derbe Kränkung’, frz. (älter) moufle ‘Schnauze, dickes Gesicht’.
DWDS-Wortprofil

Typische Verbindungen
computergeneriert

abnimmt aufhabe aufsetzt elektronische trägt verbirgt übergestülpt überziehen

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DWDS-Beispielextraktor

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die dauernd vorgetragenen humanitären Leistungen sind die Tarnkappe gewesen, hinter der ganz andere Ziele verfolgt wurden.
Süddeutsche Zeitung, 20.04.1994
Wenn sie ihre Augen geschlossen hält, habe ich sozusagen eine Tarnkappe auf.
Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 350
Für die in Buchdeckel gepreßte Version haben "die Vier" jetzt doch die Tarnkappe abgenommen.
Die Welt, 14.03.2005
Da ist Ihnen sicher aufgefallen, daß die Helden dieser schönen Geschichten ihre Erfolge sehr oft einem gewissen Zauberapparat verdanken, der unsichtbar macht, der Tarnkappe.
Feuchtwanger, Lion: Erfolg. In: ders., Gesammelte Werke in Einzelbänden, Bd. 6, Berlin: Aufbau-Verl. 1993 [1930], S. 902
Ich hatte die Möglichkeiten, die eine Tarnkappe ihrem Besitzer bietet, bereits überschlagen, das Ergebnis war mager.
Kirsch, Rainer: Erste Niederschrift. In: Ritter, Roman u. Piwitt, Hermann Peter (Hgg.) Die siebente Reise, München: Verl. AutorenEdition 1978 [1976], S. 81
Zitationshilfe
„Tarnkappe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tarnkappe>, abgerufen am 21.11.2017.

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