Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Tarnkappe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tarnkappe · Nominativ Plural: Tarnkappen
Aussprache 
Worttrennung Tarn-kap-pe
Wortzerlegung tarnen Kappe
Wortbildung  mit ›Tarnkappe‹ als Erstglied: Tarnkappenbomber · Tarnkappenflugzeug
eWDG

Bedeutung

Kappe, die in Sage und Märchen den Träger unsichtbar macht, Nebelkappe
Beispiel:
ich sah ihn, wie von einer Tarnkappe beschützt, die Treppen des Gebäudes hinuntersteigen [ HermlinGemeinsamkeit123]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tarnen · Tarnkappe
tarnen Vb. ‘durch Anpassung an die Umgebung schwer erkennbar machen, gegen Sicht und vor Entdeckung schützen’, übertragen ‘verbergen, verschleiern’. Das im Dt. im 20. Jh. wiederbelebte, nur westgerm. bezeugte Verb ahd. (um 800), mhd. tarnen, ternen ‘zudecken, verhüllen, verbergen, unsichtbar machen’, asächs. (bi)dernian ist gebildet zum westgerm. Adjektiv ahd. tarni, terni ‘unsichtbar, verborgen, verhüllt’ (8. Jh.), asächs. darni, derni ‘heimtückisch, böse’, aengl. dierne ‘verborgen, dunkel, geheim, täuschend, böse’, einer Ableitung mit ni-Suffix (germ. *darnja-) von dem in aengl. darian ‘verborgen, versteckt sein, sich verborgen halten’, mnl. hem bedāren ‘sich beherrschen, zu sich selbst kommen’, nl. bedaren, auch ‘sich legen’ (vom Wind), belegten Verb. Außergerm. kann aind. dhāráyati ‘hält, trägt, erhält’, griech. thrónos (θρόνος) ‘Sessel, Sitz, Herrschersitz’ (s. Thron), lat. frētus ‘gestützt auf, fest vertrauend’ verglichen werden, mit denen das germ. Verb im Sinne von ‘sich zusammen-, zurückhalten, zuhalten, daß man etw. nicht sieht’ zur Wurzel ie. *dher(ə)- ‘halten, festhalten, stützen’ gestellt werden kann. Mhd. tarnen, das sich zunächst im Nhd. nicht fortsetzt, wird zuerst im militärischen Bereich im und nach dem ersten Weltkrieg (vgl. K. Ammon Tarnkleidung (1921)) aus dem Kompositum Tarnkappe f. ‘(in Sage und Märchen) unsichtbar machende Kappe (bzw. Kapuzenmantel)’, Wiederaufnahme (18. Jh.) von mhd. tarnkappe, neu entwickelt als dt. Wort für camouflieren. Dieses ist entlehnt aus frz. camoufler ‘verkleiden, tarnen’, eigentlich wohl ‘Qualm vor die Nase blasen, foppen, ärgern’, vgl. frz. camouflet ‘ins Gesicht geblasene Rauchwolke, derbe Kränkung’, frz. (älter) moufle ‘Schnauze, dickes Gesicht’.

Typische Verbindungen zu ›Tarnkappe‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tarnkappe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Tarnkappe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wenn sie ihre Augen geschlossen hält, habe ich sozusagen eine Tarnkappe auf. [Kronauer, Brigitte: Die Frau in den Kissen, Stuttgart: Klett-Cotta 1990, S. 350]
Dieser Mann hat offensichtlich keine Tarnkappe – jedenfalls benutzt er sie nicht. [Die Zeit, 06.10.2004, Nr. 41]
Dieser bildet mithilfe der Information aus rund 1000 Genen immer neue Tarnkappen. [Die Zeit, 08.05.2000, Nr. 19]
Eins sieht man deutlich: die Tarnkappe ist ein alter Hut. [Die Zeit, 16.10.1987, Nr. 43]
Sie präsentiert den verlorenen Sohn lediglich unter einer von anderen bemalten Tarnkappe. [Die Zeit, 01.04.1966, Nr. 14]
Zitationshilfe
„Tarnkappe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tarnkappe>.

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