Tasche, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tasche · Nominativ Plural: Taschen
Aussprache
WorttrennungTa-sche (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Tasche‹ als Erstglied: ↗Taschenapotheke · ↗Taschenausgabe · ↗Taschenbibel · ↗Taschenbuch · ↗Taschenchronometer · ↗Taschendieb · ↗Taschendiebstahl · ↗Taschenfahrplan · ↗Taschenfeuerzeug · ↗Taschenflasche · ↗Taschenformat · ↗Taschenfutter · ↗Taschengeld · ↗Taschenkalender · ↗Taschenkamm · ↗Taschenklappe · ↗Taschenkrebs · ↗Taschenlampe · ↗Taschenlaterne · ↗Taschenlexikon · ↗Taschenmesser · ↗Taschenrechner · ↗Taschenschirm · ↗Taschenspiegel · ↗Taschenspieler · ↗Taschenspielertrick · ↗Taschentuch · ↗Taschenuhr · ↗Taschenwörterbuch · ↗Tascherl · ↗Täschchen
 ·  mit ›Tasche‹ als Letztglied: ↗Abendtasche · ↗Aktentasche · ↗Apfeltasche · ↗Arbeitstasche · ↗Arschtasche · ↗Außentasche · ↗Backentasche · ↗Basttasche · ↗Blätterteigtasche · ↗Brieftasche · ↗Brusttasche · ↗Bruttasche · ↗Buchtasche · ↗Busentasche · ↗Büchertasche · ↗Bügeltasche · ↗Damentasche · ↗Diensttasche · ↗Diplomatentasche · ↗Eidechsentasche · ↗Einholetasche · ↗Einholtasche · ↗Einkaufstasche · ↗Federtasche · ↗Flügeltasche · ↗Fototasche · ↗Geldtasche · ↗Gesäßtasche · ↗Golftasche · ↗Gürteltasche · ↗Handtasche · ↗Hosentasche · ↗Innentasche · ↗Instrumententasche · ↗Jackettasche · ↗Jagdtasche · ↗Klappentasche · ↗Ledertasche · ↗Manteltasche · ↗Markttasche · ↗Maultasche · ↗Nudelteigtasche · ↗Paspeltasche · ↗Patronentasche · ↗Pattentasche · ↗Plappertasche · ↗Plaudertasche · ↗Reisetasche · ↗Rocktasche · ↗Satteltasche · ↗Schlüsseltasche · ↗Schultasche · ↗Schultertasche · ↗Schürzentasche · ↗Seitentasche · ↗Sporttasche · ↗Strandtasche · ↗Tragetasche · ↗Umhängetasche · ↗Verbandstasche · ↗Verbandtasche · ↗Werkzeugtasche · ↗Westentasche
 ·  formal verwandt mit: ↗Hirtentäschel
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
an einem Kleidungsstück innen oder außen angenähtes flaches Fach, in das etw. gesteckt werden kann
Beispiele:
ein Kleid, Rock mit aufgesetzten, eingesetzten, aufgenähten, eingenähten Taschen
die Taschen am Mantel sind ausgebeult
die Bluse hat zwei Täschchen
die Taschen zuknöpfen, zuhalten, umstülpen, umkehren
er steckte das Portemonnaie in die Tasche
der Junge hatte sich [Dativ] beide Taschen mit Bonbons, Kastanien vollgestopft, vollgesteckt
er hatte nur noch einen Euro in der Tasche
ein Brief knisterte in seiner Tasche
umgangssprachlich Geld klimperte in seiner Tasche
die Tasche in der Hose hatte ein Loch
er griff in seine Tasche, steckte die Hand in die Tasche seiner Joppe
umgangssprachlich er langte in seine Tasche, steckte die Hand in die Tasche seiner Joppe
ein Taschentuch, Messer, eine Uhr, ein Handy aus der Tasche ziehen, holen
umgangssprachlich ein Taschentuch, Messer, eine Uhr, ein Handy aus der Tasche hervorkramen
nimm die Hände aus den Taschen!
umgangssprachlich ich kenne diese Gegend wie meine eigene Tasche (= kenne diese Gegend ganz genau)
bildlich
Beispiele:
jmdm. die Taschen leeren (= jmdm. sein Geld abnehmen)
sich [Dativ] die (eigenen) Taschen füllen (= sich bereichern)
mit Präposition
in Verbindung mit »auf«
Beispiele:
er hielt die Hand auf der Tasche (= er war geizig)
er wollte seinen Eltern nicht länger auf der Tasche liegen (= er wollte sich nicht mehr von seinen Eltern unterhalten lassen, auf Kosten seiner Eltern leben)
in Verbindung mit »aus«
Beispiele:
wir mussten alle Unkosten aus der eigenen, aus eigener Tasche bezahlen, bestreiten, begleichen (= wir mußten alle Unkosten selbst bezahlen)
jmdm. (das) Geld aus der Tasche locken, ziehen (= jmdn. zum Geldausgeben verleiten)
sich [Dativ] die Groschen aus der Tasche ziehen lassen (= sich finanziell ausnutzen lassen)
in Verbindung mit »in«
Beispiele:
die Fäuste in der Tasche ballen (= seine Wut unterdrücken)
umgangssprachlich die Hände in die Taschen stecken (= nichts tun, untätig zusehen)
umgangssprachlich keinen Cent in der Tasche haben (= kein Geld haben)
umgangssprachlich er musste tief in die Tasche greifen (= er mußte viel bezahlen)
umgangssprachlich etw. in die eigene Tasche stecken (= sich etw. unrechtmäßig aneignen, bereichern)
umgangssprachlich sie arbeiteten, wirtschafteten in die eigene Tasche (= sie arbeiteten, wirtschafteten in betrügerischer Weise zum eigenen Vorteil)
umgangssprachlich der Gewinn wandert in die Taschen der Aktionäre
salopp sie steckt ihn in die Tasche (= sie ist ihm überlegen, übertrifft ihn)
etw. in der Tasche habenim sicheren Besitz von etw. sein
Beispiele:
er hat den Vertrag, das Examen so gut wie in der Tasche
sie haben ihn in der Tasche (= er muß tun, was sie wollen)
in Verbindung mit »mit«
Beispiele:
umgangssprachlich er stand, saß mit leeren Taschen da (= er besaß kein Geld)
umgangssprachlich ein Mann mit zugeknöpften Taschen (= ein geiziger Mann)
2.
meist mit Henkel versehener, aus verschiedenem flexiblem Material in unterschiedlicher Form hergestellter Behälter zum Tragen oder Aufbewahren von Gegenständen
Beispiele:
eine lederne, große, kleine, leichte, schmale, bauchige Tasche
eine Tasche aus Kunststoff, Bast, mit Reißverschluss, zum Umhängen, Einkaufen
die Tasche ist offen, voll, leer, verschließbar
ich habe keine Tasche bei mir, habe die Tasche liegenlassen
umgangssprachlich hast du eine Tasche mit?
ich will versuchen, die Sachen noch in die Tasche zu packen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tasche · Taschenbuch · Taschengeld · Taschenmesser · Taschenspieler · Taschentuch · Täschner
Tasche f. ‘tragbarer Behälter’ (in der Hand, an Riemen oder Bändern über der Schulter, an der Kleidung befestigt oder auch in die Kleidung eingearbeitet). Die Herkunft des ursprünglich nur im Dt. und Nl. begegnenden Substantivs ahd. tasca ‘Ranzen, Säckchen’ (9. Jh.), mhd. tasche, tesche, asächs. dasga, mnd. taske, tasche (woraus vermutlich anord. schwed. taska, dän. taske), mnl. tassce, tessce, nl. tas ist nicht geklärt. Ein Versuch, das Wort als Entlehnung aus einer Rückbildung vlat. *tasca ‘aufgetragenes Pensum’, lat. *taxa von lat. taxāre ‘prüfend berühren, antasten’ (s. ↗taxieren) zu erklären, wird von FEW 17, 323, das für afrz. tasche, taisse, tasse ‘Beutel, Tasche’ Entlehnung aus dem Germ. (ohne nähere Angaben) annimmt, als semantisch unwahrscheinlich abgelehnt. Geht man von germ. Herkunft des Wortes aus, so kann am ehesten eine Anknüpfung an nd. tasen ‘pflücken, rupfen’ versucht werden, so daß sich Verwandtschaft mit der unter ↗zausen (s. d.) dargestellten Wortgruppe ergäbe, vielleicht im Sinne von ‘aus Bastfasern geflochtener Behälter’. Vgl. de Vries Nl. 724. Taschenbuch n. ‘jährlich erscheinendes Buch unterhaltender und belehrender Art in Taschenformat, Almanach, Notizbuch’ (18. Jh.), ‘billiges Reihenbuch’ (19. Jh.), besonders ‘billiges broschiertes Buch in Taschenformat’, verbreitet seit Mitte des 20. Jhs. nach engl. pocketbook. Taschengeld n. ‘an nicht selbst Verdienende regelmäßig gezahlte Geldsumme für kleine persönliche Ausgaben’ (18. Jh.). Taschenmesser n. ‘kleines, in der Tasche zu tragendes, zusammenklappbares Messer’, spätmhd. taschenmeʒʒer. Taschenspieler m. ‘wer kleine Kunststücke vorführt, die besondere Fingerfertigkeit erfordern, Gaukler’ (Mitte 17. Jh.), nach der Wendung aus der Tasche spielen ‘aus einer scheinbar leeren Tasche allerhand Dinge hervorziehen’ (17. Jh.). Taschentuch n. ‘kleines, in der Tasche eines Kleidungsstücks oder in der Handtasche zu tragendes Tuch zum Naseputzen’ (Campe 1810). Täschner m. ‘Lederwarenhersteller’, spätmhd. tasch(e)ner.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beutel · Tasche · ↗Täschchen
Synonymgruppe
Beutel · ↗Sack · Tasche · ↗Tragetasche · ↗Tüte  ●  ↗Sackerl  österr., süddt.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Faust Geld Griff Gürtel Handy Jacke Koffer Mantel Rucksack Schuh Steuerzahler Tüte aufgesetzt ballen bezahlen durchsuchen eigen fließen füllen greifen kramen leer lügen packen stecken stopfen vergraben wirtschaften ziehen zuhalten

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tasche‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Mit Taschen voller Dollars geht es zurück in die Stadt.
Die Zeit, 02.08.2012, Nr. 32
Wenn schier unlösbare Probleme anstehen, ist es immer mißlich, sich in die Tasche zu lügen.
Der Spiegel, 02.10.1989
Er liegt bei der fertigen Tasche mit dem dunklen Streifen auf der Rückseite in gleicher Höhe.
Frost, Margarete: Aus bunten Fäden, Leipzig: Verl. für die Frau 1986, S. 30
Dann nimmt er dem Toten gemächlich, eine nach der anderen, die Taschen aus.
Bauer, Josef Martin: So weit die Füße tragen, Frankfurt a.M: Fischer 1960 [1955], S. 256
Ich steckte ihn ruhig in meine Tasche zu den bischöflichen Akten.
Thelen, Albert Vigoleis: Die Insel des zweiten Gesichts, Düsseldorf: Claassen 1981 [1953], S. 652
Zitationshilfe
„Tasche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tasche>, abgerufen am 19.01.2019.

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