Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Tasche, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tasche · Nominativ Plural: Taschen
Aussprache  [ˈtaʃə]
Worttrennung Ta-sche
Wortbildung  mit ›Tasche‹ als Erstglied: Taschenapotheke · Taschenatlas · Taschenausgabe · Taschenbibel · Taschenbuch · Taschenbürste · Taschenchronometer · Taschencomputer · Taschendieb · Taschendiebstahl · Taschenfahrplan · Taschenfeitel · Taschenfeitl · Taschenfeuerzeug · Taschenflasche · Taschenformat · Taschenfutter · Taschengeld · Taschenkalender · Taschenkamm · Taschenklappe · Taschenkrebs · Taschenlampe · Taschenlaterne · Taschenlexikon · Taschenmesser · Taschenpackung · Taschenrechner · Taschenschere · Taschenschirm · Taschenspiegel · Taschenspieler · Taschenspielertrick · Taschentuch · Taschenuhr · Taschenwörterbuch · Tascherl · Täschchen
 ·  mit ›Tasche‹ als Letztglied: Abendtasche · Aktentasche · Apfeltasche · Arbeitstasche · Arschtasche · Arzttasche · Außentasche · Backentasche · Basttasche · Bestecktasche · Blätterteigtasche · Brieftasche · Brusttasche · Bruttasche · Buchtasche · Busentasche · Büchertasche · Bügeltasche · Damentasche · Diensttasche · Diplomatentasche · Eidechsentasche · Einholetasche · Einholtasche · Einkaufstasche · Fahrradtasche · Federtasche · Flügeltasche · Fototasche · Geldtasche · Gesäßtasche · Golftasche · Gürteltasche · Handtasche · Hebammentasche · Hemdentasche · Hemdtasche · Hosentasche · Innentasche · Instrumententasche · Jackentasche · Jackettasche · Jagdtasche · Jutetasche · Kartentasche · Klammertasche · Klappentasche · Kosmetiktasche · Kühltasche · Labertasche · Ledertasche · Manteltasche · Markttasche · Motorradtasche · Nudelteigtasche · Packtasche · Paspeltasche · Patronentasche · Pattentasche · Pistolentasche · Plappertasche · Plattentasche · Plaudertasche · Provianttasche · Reisetasche · Revolvertasche · Rocktasche · Samentasche · Satteltasche · Schlüsseltasche · Schubtasche · Schultasche · Schultertasche · Schürzentasche · Seitentasche · Serviettentasche · Sporttasche · Strandtasche · Strumpftasche · Teigtasche · Tragetasche · Umhängetasche · Unterarmtasche · Verbandstasche · Verbandtasche · Versandtasche · Werkzeugtasche · Westentasche · Zahnfleischtasche
 ·  formal verwandt mit: Hirtentäschel
eWDG

Bedeutungen

1.
an einem Kleidungsstück innen oder außen angenähtes flaches Fach, in das etw. gesteckt werden kann
Beispiele:
ein Kleid, Rock mit aufgesetzten, eingesetzten, aufgenähten, eingenähten Taschen
die Taschen am Mantel sind ausgebeult
die Bluse hat zwei Täschchen
die Taschen zuknöpfen, zuhalten, umstülpen, umkehren
er steckte das Portemonnaie in die Tasche
der Junge hatte sich [Dativ] beide Taschen mit Bonbons, Kastanien vollgestopft, vollgesteckt
er hatte nur noch einen Euro in der Tasche
ein Brief knisterte in seiner Tasche
umgangssprachlichGeld klimperte in seiner Tasche
die Tasche in der Hose hatte ein Loch
er griff in seine Tasche, steckte die Hand in die Tasche seiner Joppe
umgangssprachlicher langte in seine Tasche, steckte die Hand in die Tasche seiner Joppe
ein Taschentuch, Messer, eine Uhr, ein Handy aus der Tasche ziehen, holen
umgangssprachlichein Taschentuch, Messer, eine Uhr, ein Handy aus der Tasche hervorkramen
nimm die Hände aus den Taschen!
umgangssprachlichich kenne diese Gegend wie meine eigene Tasche (= kenne diese Gegend ganz genau)
bildlich
Beispiele:
jmdm. die Taschen leeren (= jmdm. sein Geld abnehmen)
sich [Dativ] die (eigenen) Taschen füllen (= sich bereichern)
mit Präposition
Grammatik: in Verbindung mit »auf«
Beispiele:
er hielt die Hand auf der Tasche (= er war geizig)
er wollte seinen Eltern nicht länger auf der Tasche liegen (= er wollte sich nicht mehr von seinen Eltern unterhalten lassen, auf Kosten seiner Eltern leben)
Grammatik: in Verbindung mit »aus«
Beispiele:
wir mussten alle Unkosten aus der eigenen, aus eigener Tasche bezahlen, bestreiten, begleichen (= wir mussten alle Unkosten selbst bezahlen)
jmdm. (das) Geld aus der Tasche locken, ziehen (= jmdn. zum Geldausgeben verleiten)
sich [Dativ] die Groschen aus der Tasche ziehen lassen (= sich finanziell ausnutzen lassen)
Grammatik: in Verbindung mit »in«
Beispiele:
die Fäuste in der Tasche ballen (= seine Wut unterdrücken)
umgangssprachlichdie Hände in die Taschen stecken (= nichts tun, untätig zusehen)
umgangssprachlichkeinen Cent in der Tasche haben (= kein Geld haben)
umgangssprachlicher musste tief in die Tasche greifen (= er musste viel bezahlen)
umgangssprachlichetw. in die eigene Tasche stecken (= sich etw. unrechtmäßig aneignen, bereichern)
umgangssprachlichsie arbeiteten, wirtschafteten in die eigene Tasche (= sie arbeiteten, wirtschafteten in betrügerischer Weise zum eigenen Vorteil)
umgangssprachlichder Gewinn wandert in die Taschen der Aktionäre
saloppsie steckt ihn in die Tasche (= sie ist ihm überlegen, übertrifft ihn)
etw. in der Tasche habenim sicheren Besitz von etw. sein
Beispiele:
er hat den Vertrag, das Examen so gut wie in der Tasche
sie haben ihn in der Tasche (= er muss tun, was sie wollen)
Grammatik: in Verbindung mit »mit«
Beispiele:
umgangssprachlicher stand, saß mit leeren Taschen da (= er besaß kein Geld)
umgangssprachlichein Mann mit zugeknöpften Taschen (= ein geiziger Mann)
2.
meist mit Henkel versehener, aus verschiedenem flexiblem Material in unterschiedlicher Form hergestellter Behälter zum Tragen oder Aufbewahren von Gegenständen
Beispiele:
eine lederne, große, kleine, leichte, schmale, bauchige Tasche
eine Tasche aus Kunststoff, Bast, mit Reißverschluss, zum Umhängen, Einkaufen
die Tasche ist offen, voll, leer, verschließbar
ich habe keine Tasche bei mir, habe die Tasche liegenlassen
umgangssprachlichhast du eine Tasche mit?
ich will versuchen, die Sachen noch in die Tasche zu packen
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tasche · Taschenbuch · Taschengeld · Taschenmesser · Taschenspieler · Taschentuch · Täschner
Tasche f. ‘tragbarer Behälter’ (in der Hand, an Riemen oder Bändern über der Schulter, an der Kleidung befestigt oder auch in die Kleidung eingearbeitet). Die Herkunft des ursprünglich nur im Dt. und Nl. begegnenden Substantivs ahd. tasca ‘Ranzen, Säckchen’ (9. Jh.), mhd. tasche, tesche, asächs. dasga, mnd. taske, tasche (woraus vermutlich anord. schwed. taska, dän. taske), mnl. tassce, tessce, nl. tas ist nicht geklärt. Ein Versuch, das Wort als Entlehnung aus einer Rückbildung vlat. *tasca ‘aufgetragenes Pensum’, lat. *taxa von lat. taxāre ‘prüfend berühren, antasten’ (s. taxieren) zu erklären, wird von FEW 17, 323, das für afrz. tasche, taisse, tasse ‘Beutel, Tasche’ Entlehnung aus dem Germ. (ohne nähere Angaben) annimmt, als semantisch unwahrscheinlich abgelehnt. Geht man von germ. Herkunft des Wortes aus, so kann am ehesten eine Anknüpfung an nd. tasen ‘pflücken, rupfen’ versucht werden, so daß sich Verwandtschaft mit der unter zausen (s. d.) dargestellten Wortgruppe ergäbe, vielleicht im Sinne von ‘aus Bastfasern geflochtener Behälter’. Vgl. de Vries Nl. 724. Taschenbuch n. ‘jährlich erscheinendes Buch unterhaltender und belehrender Art in Taschenformat, Almanach, Notizbuch’ (18. Jh.), ‘billiges Reihenbuch’ (19. Jh.), besonders ‘billiges broschiertes Buch in Taschenformat’, verbreitet seit Mitte des 20. Jhs. nach engl. pocketbook. Taschengeld n. ‘an nicht selbst Verdienende regelmäßig gezahlte Geldsumme für kleine persönliche Ausgaben’ (18. Jh.). Taschenmesser n. ‘kleines, in der Tasche zu tragendes, zusammenklappbares Messer’, spätmhd. taschenmeʒʒer. Taschenspieler m. ‘wer kleine Kunststücke vorführt, die besondere Fingerfertigkeit erfordern, Gaukler’ (Mitte 17. Jh.), nach der Wendung aus der Tasche spielen ‘aus einer scheinbar leeren Tasche allerhand Dinge hervorziehen’ (17. Jh.). Taschentuch n. ‘kleines, in der Tasche eines Kleidungsstücks oder in der Handtasche zu tragendes Tuch zum Naseputzen’ (Campe 1810). Täschner m. ‘Lederwarenhersteller’, spätmhd. tasch(e)ner.

Thesaurus

Synonymgruppe
Beutel · Tasche · Täschchen
Synonymgruppe
Beutel · Sack · Tasche · Tragetasche · Tüte  ●  Sackerl  österr., süddt. · Gugg  ugs., schwäbisch · Stanitzel  ugs., österr.
Oberbegriffe
Assoziationen
  • Tütchen · kleine Tüte  ●  Giggle  ugs., schwäbisch

Typische Verbindungen zu ›Tasche‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tasche‹.

Verwendungsbeispiele für ›Tasche‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er liegt bei der fertigen Tasche mit dem dunklen Streifen auf der Rückseite in gleicher Höhe. [Frost, Margarete: Aus bunten Fäden, Leipzig: Verl. für die Frau 1986, S. 30]
Beim Dabeistehen können Sie die Hände in die Taschen stecken. [Spoerl, Alexander: Mit dem Auto auf Du, Berlin u. a.: Dt. Buchgemeinschaft 1961 [1953], S. 160]
Diese altmodischen Teile mit den großen Taschen bleiben im Schrank. [Der Spiegel, 19.03.2001]
Noch hatten sie den Erfolg aber nicht in der Tasche. [Ardenne, Manfred v.: Ein glückliches Leben für Technik und Forschung: Berlin: Verlag der Nation 1976, S. 213]
Wer seinen Kindern mit einer soliden Ausbildung zu einem guten Job verhelfen will, muss tief in die Tasche greifen. [Die Zeit, 13.04.2000, Nr. 16]
Zitationshilfe
„Tasche“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tasche>.

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