Taschenbuch, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungTa-schen-buch
WortzerlegungTascheBuch
Wortbildung mit ›Taschenbuch‹ als Erstglied: ↗Taschenbuchreihe
eWDG, 1976

Bedeutung

Buch in Taschenformat
a)
Buch, das in billiger, broschierter Ausgabe, oft in normiertem, buntem Äußeren erscheint und besonders die moderne Dichtung, die Unterhaltungsliteratur und Sachliteratur zum Inhalt hat
Beispiele:
der Verlag gab eine neue Reihe bunter Taschenbücher heraus
der Roman, das Wörterbuch erscheint jetzt auch als Taschenbuch
b)
Buch, das einen Stoff in knapper und gedrängter, aber umfassender Form darstellt
Beispiele:
das statistische Taschenbuch für das Land B
ein therapeutisches Taschenbuch für Ärzte
ein Taschenbuch für Pilzfreunde
ein Taschenbuch der heimischen Singvögel
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tasche · Taschenbuch · Taschengeld · Taschenmesser · Taschenspieler · Taschentuch · Täschner
Tasche f. ‘tragbarer Behälter’ (in der Hand, an Riemen oder Bändern über der Schulter, an der Kleidung befestigt oder auch in die Kleidung eingearbeitet). Die Herkunft des ursprünglich nur im Dt. und Nl. begegnenden Substantivs ahd. tasca ‘Ranzen, Säckchen’ (9. Jh.), mhd. tasche, tesche, asächs. dasga, mnd. taske, tasche (woraus vermutlich anord. schwed. taska, dän. taske), mnl. tassce, tessce, nl. tas ist nicht geklärt. Ein Versuch, das Wort als Entlehnung aus einer Rückbildung vlat. *tasca ‘aufgetragenes Pensum’, lat. *taxa von lat. taxāre ‘prüfend berühren, antasten’ (s. ↗taxieren) zu erklären, wird von FEW 17, 323, das für afrz. tasche, taisse, tasse ‘Beutel, Tasche’ Entlehnung aus dem Germ. (ohne nähere Angaben) annimmt, als semantisch unwahrscheinlich abgelehnt. Geht man von germ. Herkunft des Wortes aus, so kann am ehesten eine Anknüpfung an nd. tasen ‘pflücken, rupfen’ versucht werden, so daß sich Verwandtschaft mit der unter ↗zausen (s. d.) dargestellten Wortgruppe ergäbe, vielleicht im Sinne von ‘aus Bastfasern geflochtener Behälter’. Vgl. de Vries Nl. 724. Taschenbuch n. ‘jährlich erscheinendes Buch unterhaltender und belehrender Art in Taschenformat, Almanach, Notizbuch’ (18. Jh.), ‘billiges Reihenbuch’ (19. Jh.), besonders ‘billiges broschiertes Buch in Taschenformat’, verbreitet seit Mitte des 20. Jhs. nach engl. pocketbook. Taschengeld n. ‘an nicht selbst Verdienende regelmäßig gezahlte Geldsumme für kleine persönliche Ausgaben’ (18. Jh.). Taschenmesser n. ‘kleines, in der Tasche zu tragendes, zusammenklappbares Messer’, spätmhd. taschenmeʒʒer. Taschenspieler m. ‘wer kleine Kunststücke vorführt, die besondere Fingerfertigkeit erfordern, Gaukler’ (Mitte 17. Jh.), nach der Wendung aus der Tasche spielen ‘aus einer scheinbar leeren Tasche allerhand Dinge hervorziehen’ (17. Jh.). Taschentuch n. ‘kleines, in der Tasche eines Kleidungsstücks oder in der Handtasche zu tragendes Tuch zum Naseputzen’ (Campe 1810). Täschner m. ‘Lederwarenhersteller’, spätmhd. tasch(e)ner.

Thesaurus

Synonymgruppe
Kleinformat · ↗Paperbackausgabe · Taschenbuch · ↗Taschenbuchausgabe  ●  ↗Paperback  engl. · Softcover  engl.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Taschenbuch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Almanach Antiquariat Belletristik Einzelausgabe Fischer Fischer-Verlag Goldmann Hardcover Hardcover-Titel Hörbuch Kriegsflotte Originalausgabe Paperback Sachbuch Unterhaltungsliteratur Zweitverwertung abgegriffen bebildert bibliophil erschienen erschwinglich genealogisch handlich herausbringen herausgegeben lustig preiswert statistisch zerfleddert zerlesen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Taschenbuch‹.

Verwendungsbeispiele für ›Taschenbuch‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Denn Taschenbücher kann man verleihen, der Verlag verdient keineswegs an jedem Leser.
C't, 2001, Nr. 6
Das Werk ist als eine Art Taschenbuch geistlicher Beratung notwendig.
Die Zeit, 17.07.1958, Nr. 29
Das Taschenbuch war sogar beim Nachtmarsch dabei und wurde etwas durchgeknetet.
Nadolny, Sten: Selim oder Die Gabe der Rede, München: Piper 1997 [1990], S. 113
Das reicht gerade eben zur Unterbringung von Taschenbüchern und Paperbacks.
o. A.: Das Buch vom Wohnen, Hamburg: Orbis GmbH 1977, S. 77
Charakter der Umschläge herrscht gegenüber dem Umschlagsschmuck der Taschenbücher vor.
o. A.: Lexikon der Kunst - P. In: Olbrich, Harald (Hg.), Lexikon der Kunst, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1993], S. 18147
Zitationshilfe
„Taschenbuch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Taschenbuch>, abgerufen am 28.02.2020.

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