Taschenspielerkunst, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Taschenspielerkunst · Nominativ Plural: Taschenspielerkünste
Aussprache [ˈtaʃn̩ʃpiːlɐˌkʊnst]
Worttrennung Ta-schen-spie-ler-kunst
Wortzerlegung  Taschenspieler Kunst
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

Sparte bzw. Bereich der Zauberkunst, in dem man Gegenstände mit großer Fingerfertigkeit eskamotiert (a) bzw. verschwinden und (an anderer Stelle) wieder auftauchen lässt
siehe auch Zauberei (2), Synonym zu Gaukelkunst
Beispiele:
Bei einem Maskenball gelingt es der als Zauberkünstlerin auftretenden Landstreicherin Bertha F[…] mit ihren Taschenspielerkünsten Mimi das echte Collier abzunehmen und verschwinden zu lassen. [Badische Zeitung, 28.12.2005]
»Weißt du übrigens, woher Hokuspokus kommt?«, frage ich. […] In gedruckter Form tauchten sie [die Worte »Hocus Pocus«] zum ersten Mal im 17. Jahrhundert in England auf, und zwar auf dem Titel eines Buchs über die Taschenspielerkunst.[…] [Hokuspokus, Simsalabim!, 07.05.2019, aufgerufen am 07.08.2020]
In einem Buch über fränkische Familiennamen hat Daniela O[…] [auf der Suche nach dem Ursprung des Familiennamens Kette‍(n)‍mann] den Hinweis auf einen Gaukler gefunden, der als Kettenmann bekannt war. »Er hat mit Zauberketten seine Taschenspielerkünste betrieben, was uns also einen Hinweis auf die Tätigkeit des ersten Namensträgers gibt.« [Badische Zeitung, 02.09.2010]
Früher spielten sie [Hütchenspieler] mit Nussschalen, in England auch mit Fingerhüten. Taschenspielerkunst, die den Leuten Geld aus der Tasche ziehen will […]. Einem Spielmacher gerichtsfest nachzuweisen, in welchem Augenblick er die Kugel verschwinden lässt, ist ungefähr so leicht wie die Übung mit dem Kamel und dem Nadelöhr. [Der Tagesspiegel, 25.11.2006]
Da erschienen sie mit tanzenden Bären, Hunden und Ziegen, Affen und Murmeltieren, liefen auf dem Seil, schlugen Purzelbäume nach vorwärts und rückwärts, […] übten Taschenspielerkünste unter Mantel und Hut, mit Zauberbechern und Ketten, […]. [Funke, Cornelia / Petersen, Martina: Tintenherz. Hamburg 2003]
übertragen, abwertend auf Täuschung des Gegenübers oder einer größeren Anzahl von Menschen abzielendes Verhalten
siehe auch Augenwischerei
Beispiele:
Eifersucht spielen, das gehört auch zu den Taschenspielerkünsten, die eine bestimmte Art von Politikern aus dem Effeff beherrscht. [Thüringer Allgemeine, 14.02.2009]
Egal wie sich die Person entscheidet, sie verliert immer! […] Das ist mieseste Taschenspielerkunst. [Der perfekte Moment – Todestag von Lupo Cattivo, 03.07.2015, aufgerufen am 01.09.2020]
Niemand[…] kann wollen, daß seine Kinder in allem so werden wie er selbst; ganz im Gegenteil, wer ehrlich ist, wünscht, daß sie […] nicht die Züge zeigen, die man an sich nicht leiden mag. Aber man kann sich halt nicht mehr ändern, in allem Beispiel, ja Vorbild werden […]. Da helfen nur zwielichtig anmutende Taschenspielerkünste aus dem Dilemma heraus: Heimlich aus der Flasche trinken zum Beispiel, allein im Park rauchen, […] zum Schein selbstlos sein. [Frankfurter Allgemeine Zeitung, 27.08.1993]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Taschenspielerkunst“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Taschenspielerkunst>, abgerufen am 22.01.2022.

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