Taschentuch, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Aussprache
WorttrennungTa-schen-tuch (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Taschentuch‹ als Letztglied: ↗Batisttaschentuch · ↗Baumwolltaschentuch · ↗Damentaschentuch · ↗Herrentaschentuch · ↗Kavalierstaschentuch · ↗Kavaliertaschentuch · ↗Papiertaschentuch · ↗Spitzentaschentuch · ↗Stofftaschentuch · ↗Tempotaschentuch · ↗Zellstofftaschentuch
eWDG, 1976

Bedeutung

kleines, in der Tasche eines Kleidungsstücks oder in der Handtasche zu tragendes Tuch, mit dem man sich die Nase putzt
Beispiele:
ein weißes, buntes, umhäkeltes Taschentuch
sein Taschentuch aus der Hosentasche ziehen
ein Taschentuch herausnehmen, hervorholen
sich [Dativ] mit dem Taschentuch die Nase putzen, den Schweiß von der Stirn wischen
mit dem Taschentuch winken
umgangssprachlich sich [Dativ] (als Merkzeichen) einen Knoten ins Taschentuch machen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tasche · Taschenbuch · Taschengeld · Taschenmesser · Taschenspieler · Taschentuch · Täschner
Tasche f. ‘tragbarer Behälter’ (in der Hand, an Riemen oder Bändern über der Schulter, an der Kleidung befestigt oder auch in die Kleidung eingearbeitet). Die Herkunft des ursprünglich nur im Dt. und Nl. begegnenden Substantivs ahd. tasca ‘Ranzen, Säckchen’ (9. Jh.), mhd. tasche, tesche, asächs. dasga, mnd. taske, tasche (woraus vermutlich anord. schwed. taska, dän. taske), mnl. tassce, tessce, nl. tas ist nicht geklärt. Ein Versuch, das Wort als Entlehnung aus einer Rückbildung vlat. *tasca ‘aufgetragenes Pensum’, lat. *taxa von lat. taxāre ‘prüfend berühren, antasten’ (s. ↗taxieren) zu erklären, wird von FEW 17, 323, das für afrz. tasche, taisse, tasse ‘Beutel, Tasche’ Entlehnung aus dem Germ. (ohne nähere Angaben) annimmt, als semantisch unwahrscheinlich abgelehnt. Geht man von germ. Herkunft des Wortes aus, so kann am ehesten eine Anknüpfung an nd. tasen ‘pflücken, rupfen’ versucht werden, so daß sich Verwandtschaft mit der unter ↗zausen (s. d.) dargestellten Wortgruppe ergäbe, vielleicht im Sinne von ‘aus Bastfasern geflochtener Behälter’. Vgl. de Vries Nl. 724. Taschenbuch n. ‘jährlich erscheinendes Buch unterhaltender und belehrender Art in Taschenformat, Almanach, Notizbuch’ (18. Jh.), ‘billiges Reihenbuch’ (19. Jh.), besonders ‘billiges broschiertes Buch in Taschenformat’, verbreitet seit Mitte des 20. Jhs. nach engl. pocketbook. Taschengeld n. ‘an nicht selbst Verdienende regelmäßig gezahlte Geldsumme für kleine persönliche Ausgaben’ (18. Jh.). Taschenmesser n. ‘kleines, in der Tasche zu tragendes, zusammenklappbares Messer’, spätmhd. taschenmeʒʒer. Taschenspieler m. ‘wer kleine Kunststücke vorführt, die besondere Fingerfertigkeit erfordern, Gaukler’ (Mitte 17. Jh.), nach der Wendung aus der Tasche spielen ‘aus einer scheinbar leeren Tasche allerhand Dinge hervorziehen’ (17. Jh.). Taschentuch n. ‘kleines, in der Tasche eines Kleidungsstücks oder in der Handtasche zu tragendes Tuch zum Naseputzen’ (Campe 1810). Täschner m. ‘Lederwarenhersteller’, spätmhd. tasch(e)ner.

Thesaurus

Synonymgruppe
Papiertaschentuch · ↗Schnupftuch · ↗Stofftaschentuch · Taschentuch  ●  ↗Nastuch  ugs., schweiz. · ↗Rotzfahne  ugs. · ↗Sacktuch  ugs., süddt. · ↗Schneuztuch  ugs., bair., österr. · Schnuderlumpen  ugs., schweiz. · ↗Tempo  ugs., Markenname · ↗Tempotaschentuch  ugs.
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Brusttasche Hosentasche Knoten Nase Serviette Toilettenpapier abtupfen abwischen benutzt bestickt betupfen blütenweiß gefaltet geknotet hervorziehen kariert knüllen parfümiert schluchzen schneuzen schniefen schnäuzen schwenken seiden trocknen tupfen wischen zerknüllen zerknüllt zücken

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Taschentuch‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nur schemenhaft hatte er sie hinter den getönten Scheiben mit einem weißen Taschentuch winken sehen.
Düffel, John von: Houwelandt, Köln: DuMont Literatur und Kunst Verlag 2004, S. 59
Ihretwegen hat er das Taschentuch mitgebracht; wenn die Rede auf sie kommt, schüttelt es ihn.
Süddeutsche Zeitung, 14.08.2003
Das kann niemand aushalten ", sagt der stämmige Mann und reißt mit beiden Händen nervös an einem Taschentuch.
Der Tagesspiegel, 29.04.1999
Legt man ein Taschentuch aufs Gras, hebt man es mit diesem Duft parfümiert auf.
Goldmark, Karl: Erinnerungen aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1922], S. 22294
Und gerade nur bis zu diesem Taschentuch erhoben sich manchmal meine Augen.
Ebner-Eschenbach, Marie von: Meine Erinnerungen an Grillparzer. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1916], S. 5784
Zitationshilfe
„Taschentuch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Taschentuch>, abgerufen am 16.10.2019.

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