Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Taschentuch, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Taschentuch(e)s · Nominativ Plural: Taschentücher
Aussprache  [ˈtaʃn̩ˌtuːχ]
Worttrennung Ta-schen-tuch
Wortzerlegung Tasche Tuch
Wortbildung  mit ›Taschentuch‹ als Erstglied: Taschentuchbatist · Taschentuchbehälter  ·  mit ›Taschentuch‹ als Letztglied: Batisttaschentuch · Baumwolltaschentuch · Damentaschentuch · Herrentaschentuch · Kavalierstaschentuch · Kavaliertaschentuch · Papiertaschentuch · Spitzentaschentuch · Stofftaschentuch · Tempotaschentuch · Zellstofftaschentuch
eWDG und ZDL

Bedeutung

kleines Tuch (2 b) aus Stoff oder Zellstoff, das unter anderem verwendet wird, um sich die Nase zu putzen
Kollokationen:
mit Adjektivattribut: ein zerknülltes, zusammengeknülltes, parfümiertes, gebügeltes, besticktes, blütenweißes, benutztes, seidenes, kariertes Taschentuch
als Akkusativobjekt: ein Taschentuch hervorziehen, herausziehen, zücken, hervorholen, herausholen, zerknüllen, wegstecken, einstecken
in Präpositionalgruppe/-objekt: etw. mit einem Taschentuch abtupfen, abwischen, putzen, trocknen; in ein Taschentuch schnäuzen, schniefen, schluchzen; [jmdm.] mit einem Taschentuch winken, zuwinken
Beispiele:
ein weißes, buntes, umhäkeltes TaschentuchWDG
sein Taschentuch aus der Hosentasche ziehenWDG
sich [Dativ] mit dem Taschentuch die Nase putzen, den Schweiß von der Stirn wischenWDG
umgangssprachlichsich [Dativ] (als Merkzeichen) einen Knoten ins Taschentuch machenWDG
Das gepflegte Taschentuch aus feinem Stoff, mit Monogramm oder Spitze, befindet sich seit Jahren auf dem Rückzug. Statt als diskretes Zeichen für Stil und Manieren gilt es mittlerweile als fiese Keimschleuder in der Hosentasche. […] [Süddeutsche Zeitung, 16.12.2017]
Wer würde da [bei einer tragikomischen Szene einer Sitcom] nicht in Lachen ausbrechen und gleichzeitig zum Taschentuch greifen, um sich heimlich die Tränen der Rührung aus den Augenwinkeln zu tupfen? [Die Welt, 12.05.2018]
Nichts wünscht man sich mit laufender Nase sehnlicher als den kleinen weißen Helfer aus der Hosentasche, das Taschentuch. [Süddeutsche Zeitung, 11.11.2017]
Schweiß sammelte sich auf seiner Stirn, und er tupfte ihn sich mit einem Taschentuch ab. [Der Standard, 20.12.2014]
Als die Kinder abreisten, stand der alte Herr am Bahnsteig und winkte noch lange mit einem großen Taschentuch hinterher. [Der Spiegel, 06.10.1997]

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Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tasche · Taschenbuch · Taschengeld · Taschenmesser · Taschenspieler · Taschentuch · Täschner
Tasche f. ‘tragbarer Behälter’ (in der Hand, an Riemen oder Bändern über der Schulter, an der Kleidung befestigt oder auch in die Kleidung eingearbeitet). Die Herkunft des ursprünglich nur im Dt. und Nl. begegnenden Substantivs ahd. tasca ‘Ranzen, Säckchen’ (9. Jh.), mhd. tasche, tesche, asächs. dasga, mnd. taske, tasche (woraus vermutlich anord. schwed. taska, dän. taske), mnl. tassce, tessce, nl. tas ist nicht geklärt. Ein Versuch, das Wort als Entlehnung aus einer Rückbildung vlat. *tasca ‘aufgetragenes Pensum’, lat. *taxa von lat. taxāre ‘prüfend berühren, antasten’ (s. taxieren) zu erklären, wird von FEW 17, 323, das für afrz. tasche, taisse, tasse ‘Beutel, Tasche’ Entlehnung aus dem Germ. (ohne nähere Angaben) annimmt, als semantisch unwahrscheinlich abgelehnt. Geht man von germ. Herkunft des Wortes aus, so kann am ehesten eine Anknüpfung an nd. tasen ‘pflücken, rupfen’ versucht werden, so daß sich Verwandtschaft mit der unter zausen (s. d.) dargestellten Wortgruppe ergäbe, vielleicht im Sinne von ‘aus Bastfasern geflochtener Behälter’. Vgl. de Vries Nl. 724. – Taschenbuch n. ‘jährlich erscheinendes Buch unterhaltender und belehrender Art in Taschenformat, Almanach, Notizbuch’ (18. Jh.), ‘billiges Reihenbuch’ (19. Jh.), besonders ‘billiges broschiertes Buch in Taschenformat’, verbreitet seit Mitte des 20. Jhs. nach engl. pocketbook. Taschengeld n. ‘an nicht selbst Verdienende regelmäßig gezahlte Geldsumme für kleine persönliche Ausgaben’ (18. Jh.). Taschenmesser n. ‘kleines, in der Tasche zu tragendes, zusammenklappbares Messer’, spätmhd. taschenmeʒʒer. Taschenspieler m. ‘wer kleine Kunststücke vorführt, die besondere Fingerfertigkeit erfordern, Gaukler’ (Mitte 17. Jh.), nach der Wendung aus der Tasche spielen ‘aus einer scheinbar leeren Tasche allerhand Dinge hervorziehen’ (17. Jh.). Taschentuch n. ‘kleines, in der Tasche eines Kleidungsstücks oder in der Handtasche zu tragendes Tuch zum Naseputzen’ (Campe 1810). Täschner m. ‘Lederwarenhersteller’, spätmhd. tasch(e)ner.

Thesaurus

Synonymgruppe
Papiertaschentuch · Schnupftuch · Stofftaschentuch · Taschentuch · Tempotaschentuch  ●  Nastuch  ugs., schweiz. · Rotzfahne  derb · Rotzlappen  derb · Sacktuch  ugs., süddt. · Schneuztuch  ugs., bayr., österr. · Schnuderlumpen  ugs., schweiz. · Tempo  ugs., Markenname
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Taschentuch‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Taschentuch‹.

Zipfel benutzt bereithalten bestickt blaugewürfelt blütenweiß bügeln entfaltet gebügelt gefaltet gestickt gewürfelt kariert parfümiert pressen reichen schwenken seiden stopfen wegstecken wehend weissen weisser weisses wickeln zerknüllen zerknüllt zusammengefaltet zücken
Zitationshilfe
„Taschentuch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Taschentuch>.

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