Tat, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tat · Nominativ Plural: Taten
Aussprache
Wortbildung mit ›Tat‹ als Erstglied: ↗Tatbericht · ↗Tatbestand · ↗Tatbeteiligte · ↗Tatbeteiligung · ↗Tateinheit · ↗Tatendrang · ↗Tatendurst · ↗Tatform · ↗Tatgeschehen · ↗Tatkraft · ↗Tatmehrheit · ↗Tatmensch · ↗Tatmotiv · ↗Tatort · ↗Tatsache · ↗Tatumstand · ↗Tatverdacht · ↗Tatvorwurf · ↗Tatzeit · ↗Tatzeitpunkt · ↗tatendurstig · ↗tatenfreudig · ↗tatenlos · ↗tatenreich
 ·  mit ›Tat‹ als Letztglied: ↗Befreiungstat · ↗Bluttat · ↗Freundestat · ↗Freveltat · ↗Friedenstat · ↗Geistestat · ↗Gewalttat · ↗Großtat · ↗Gräueltat · ↗Guttat · ↗Heldentat · ↗Missetat · ↗Mordtat · ↗Pioniertat · ↗Rachetat · ↗Rauschtat · ↗Ruhmestat · ↗Rückfalltat · ↗Schandtat · ↗Schreckenstat · ↗Schurkentat · ↗Straftat · ↗Unrechtstat · ↗Verzweiflungstat · ↗Wahnsinnstat · ↗Wundertat · ↗Übeltat
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
etw., was ausgeführt, getan worden ist oder werden soll, bewusste, gewollte Handlung
Beispiele:
eine gute, große, kühne, verwegene, tapfere, kluge, mutige Tat
gehoben eine edle Tat
eine böse, schlimme, grauenvolle, blutige, verbrecherische Tat
eine Tat planen, ausführen, begehen
gehoben zur Tat schreiten
sich zu keiner Tat aufraffen können
sich zu einer unbedachten Tat hinreißen lassen
jmdn. auf frischer Tat ertappen
er gestand seine Tat
etw. durch Taten beweisen
den guten Willen für die Tat nehmen
etw. in die Tat umsetzen (= etw. verwirklichen, realisieren)
ein Mann der Tat! (= ein Mann, der nicht viel redet, sondern handelt!)
Im Anfang war die Tat [GoetheFaustI 1237]
etw. ist eine Tatetw. ist eine hervorragende, bahnbrechende Leistung
Beispiele:
diese Reform war für jene Jahre eine Tat
die Entwicklung des historischen Materialismus ist die größte wissenschaftliche Tat, die Marx vollbracht hat [MehringMarx131]
mit Rat und Tatauf jede Weise, tatkräftig
Beispiel:
sich, einander mit Rat und Tat beistehen
2.
in der Tatausdrückliche Bekräftigung einer Feststellung
Beispiele:
das war in der Tat kein Spaß, sehr praktisch
in der Tat brachte jeder Tag etwas Neues
ausdrückliche Bestätigung einer zutreffenden Aussage, einer Antwort
Beispiele:
(es ist so) in der Tat!
»Ja«, antwortete Maltravers, »in der Tat, wir kennen uns ...« [Lernet-HoleniaMaltravers107]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tat · Täter · tätig · tätigen · betätigen · tätlich · Tatkraft · Tatsache
Tat f. ‘was ausgeführt worden ist oder werden soll, bewußte, gewollte (zweckgerichtete) Handlung, Leistung, Unternehmen’, ahd. (8. Jh.), mhd. tāt, asächs. dād, mnd. dāt, mnl. daet, nl. daad, aengl. (angl.) dēd, (westsächs.) dǣd, engl. deed, anord. dāð, schwed. dåd, got. gadēþs, germ. *-dēdi- führt als Abstraktbildung mit ie. ti-Suffix wie awest. niδātay- ‘das Nieder-, Ablegen’, lit. dė́tis ‘Last, Ladung, Fracht’, aslaw. blagodětь ‘Gnade, Wohltat, Dank’ auf ie. *dhēti-, neben *dhəti- in griech. thésis (θέσις) ‘das Aufstellen, Behauptung, aufgestellter Satz, Ausspruch’, lat. conditio ‘Gründung, Schöpfung, Stiftung, Werk’, eigentlich ‘das Zusammentun’, Bildungen zu der unter ↗tun (s. d.) genannten Wurzel ie. *dhē- ‘setzen, stellen, legen’. Täter m. ‘wer eine Tat, besonders Straftat begangen hat’ (15. Jh.); vgl. mhd. übeltæter, missetæter, s. auch ↗Wohltäter. tätig Adj. ‘beruflich arbeitend, sich betätigend, rührig, aktiv, tatkräftig’ (16. Jh.), zuvor in Zusammensetzungen wie ahd. ubil- (9. Jh.), missitātig (um 1000), mhd. übel-, missetætic. tätigen Vb. ‘aus-, durchführen, vollbringen, erledigen, verrichten’ (Anfang 18. Jh.), besonders als Wort der Kaufmannssprache in Wendungen wie einen Abschluß, Einkauf, ein Geschäft tätigen; dazu betätigen Vb. ‘in Gang setzen, bedienen, in die Tat umsetzen, verwirklichen’, reflexiv ‘tätig sein, sich beschäftigen, arbeiten’ (17. Jh.), aus der Kanzlei- und Geschäftssprache in die Allgemeinsprache eingegangen. tätlich Adj. ‘handgreiflich, gewalttätig’ (16. Jh.), mnd. dātlīk ‘tätlich, gewaltsam, tatsächlich’. Tatkraft f. ‘zum Handeln erforderliche Energie und Einsatzbereitschaft’ (18. Jh.). Tatsache f. ‘wirklicher, feststehender, unbezweifelbarer Sachverhalt, Gegebenheit, Fakt(um)’, nachgebildet (1756) von dem Theologen Spalding für engl. matter of fact, das seinerseits lat. rēs factī ‘eine wirklich geschehene Tat’ wiedergibt. Einen vereinzelten, jedoch zweifelhaften Frühbeleg (Mitte 15. Jh.) vermutet Stammler in: Spätlese d. Mittelalters 1 (1963) 73 und 112.

Thesaurus

Synonymgruppe
Aktion · ↗Handlung · ↗Operation · Tat
Oberbegriffe
  • Irgendetwas
Unterbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Hintergrund Motiv Rat Schwere Täter Wort Zeitpunkt begangen begehen bekennen bereuen bestreiten bös ereignen ertappen festnehmen folgen frisch geschehen gestehen grausam kriminell schrecklich schreiten umsetzen verjähren verurteilen verüben vollbringen zugeben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tat‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Nicht mal in die Nähe einer Tat war ich gekommen.
Schulze, Ingo: Neue Leben, Berlin: Berlin Verlag 2005, S. 941
In der Tat erfährt man in ihnen auch viel über den Autor.
Die Zeit, 23.02.1996, Nr. 9
Seine Taten sind vielfältig wie die Taten eines wandernden Gottes.
Hofmannsthal, Hugo von: Das Gespräch über Gedichte. In: Bertram, Mathias (Hg.), Deutsche Literatur von Lessing bis Kafka, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1904], S. 32010
Es war in der Tat nicht anders: die moderne Bildung ist ihrem Wesen nach, wenn nicht aristokratisch, so doch durchaus antidemokratisch.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,2. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 11349
So ähneln diese Kapellen in der Tat den griechischen Tempeln, auch in den Dimensionen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. II,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1893], S. 24973
Zitationshilfe
„Tat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tat>, abgerufen am 20.11.2018.

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