Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Tat, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tat · Nominativ Plural: Taten
Aussprache 
Mehrwortausdrücke  Frau der Tat · Mann der Tat · in der Tat · mit Rat und Tat · mit Wort und Tat
eWDG

Bedeutungen

1.
etw., was ausgeführt, getan worden ist oder werden soll, bewusste, gewollte Handlung
Beispiele:
eine gute, große, kühne, verwegene, tapfere, kluge, mutige Tat
gehobeneine edle Tat
eine böse, schlimme, grauenvolle, blutige, verbrecherische Tat
eine Tat planen, ausführen, begehen
gehobenzur Tat schreiten
sich zu keiner Tat aufraffen können
sich zu einer unbedachten Tat hinreißen lassen
jmdn. auf frischer Tat ertappen
er gestand seine Tat
etw. durch Taten beweisen
den guten Willen für die Tat nehmen
etw. in die Tat umsetzen (= etw. verwirklichen, realisieren)
ein Mann der Tat! (= ein Mann, der nicht viel redet, sondern handelt!)
Im Anfang war die Tat [ GoetheFaustI 1237]
etw. ist eine Tat (= etw. ist eine hervorragende, bahnbrechende Leistung)
Beispiele:
diese Reform war für jene Jahre eine Tat
die Entwicklung des historischen Materialismus ist die größte wissenschaftliche Tat, die Marx vollbracht hat [ MehringMarx131]
mit Rat und Tat (= auf jede Weise, tatkräftig)
Beispiel:
sich, einander mit Rat und Tat beistehen
2.
in der Tat (= ausdrückliche Bekräftigung einer Feststellung)
Beispiele:
das war in der Tat kein Spaß, sehr praktisch
in der Tat brachte jeder Tag etwas Neues
in der Tat (= ausdrückliche Bestätigung einer zutreffenden Aussage, einer Antwort)
Beispiele:
(es ist so) in der Tat!
»Ja«, antwortete Maltravers, »in der Tat, wir kennen uns […]« [ Lernet-HoleniaMaltravers107]
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tat · Täter · tätig · tätigen · betätigen · tätlich · Tatkraft · Tatsache
Tat f. ‘was ausgeführt worden ist oder werden soll, bewußte, gewollte (zweckgerichtete) Handlung, Leistung, Unternehmen’, ahd. (8. Jh.), mhd. tāt, asächs. dād, mnd. dāt, mnl. daet, nl. daad, aengl. (angl.) dēd, (westsächs.) dǣd, engl. deed, anord. dāð, schwed. dåd, got. gadēþs, germ. *-dēdi- führt als Abstraktbildung mit ie. ti-Suffix wie awest. niδātay- ‘das Nieder-, Ablegen’, lit. dė́tis ‘Last, Ladung, Fracht’, aslaw. blagodětь ‘Gnade, Wohltat, Dank’ auf ie. *dhēti-, neben *dhəti- in griech. thésis (θέσις) ‘das Aufstellen, Behauptung, aufgestellter Satz, Ausspruch’, lat. conditio ‘Gründung, Schöpfung, Stiftung, Werk’, eigentlich ‘das Zusammentun’, Bildungen zu der unter tun (s. d.) genannten Wurzel ie. *dhē- ‘setzen, stellen, legen’. Täter m. ‘wer eine Tat, besonders Straftat begangen hat’ (15. Jh.); vgl. mhd. übeltæter, missetæter, s. auch Wohltäter. tätig Adj. ‘beruflich arbeitend, sich betätigend, rührig, aktiv, tatkräftig’ (16. Jh.), zuvor in Zusammensetzungen wie ahd. ubil- (9. Jh.), missitātig (um 1000), mhd. übel-, missetætic. tätigen Vb. ‘aus-, durchführen, vollbringen, erledigen, verrichten’ (Anfang 18. Jh.), besonders als Wort der Kaufmannssprache in Wendungen wie einen Abschluß, Einkauf, ein Geschäft tätigen; dazu betätigen Vb. ‘in Gang setzen, bedienen, in die Tat umsetzen, verwirklichen’, reflexiv ‘tätig sein, sich beschäftigen, arbeiten’ (17. Jh.), aus der Kanzlei- und Geschäftssprache in die Allgemeinsprache eingegangen. tätlich Adj. ‘handgreiflich, gewalttätig’ (16. Jh.), mnd. dātlīk ‘tätlich, gewaltsam, tatsächlich’. Tatkraft f. ‘zum Handeln erforderliche Energie und Einsatzbereitschaft’ (18. Jh.). Tatsache f. ‘wirklicher, feststehender, unbezweifelbarer Sachverhalt, Gegebenheit, Fakt(um)’, nachgebildet (1756) von dem Theologen Spalding für engl. matter of fact, das seinerseits lat. rēs factī ‘eine wirklich geschehene Tat’ wiedergibt. Einen vereinzelten, jedoch zweifelhaften Frühbeleg (Mitte 15. Jh.) vermutet Stammler in: Spätlese d. Mittelalters 1 (1963) 73 und 112.

Thesaurus

Synonymgruppe
Leistung · Tat · Werk

Typische Verbindungen zu ›Tat‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tat‹.

Verwendungsbeispiele für ›Tat‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Das Böse beginnt im Herzen, nicht erst mit der Tat. [Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 31]
Und in der Tat schienen die ersten Erfahrungen dieser Theorie recht zu geben. [Hasler, Ulrich E.: Eubiotik, Heidelberg: Haug 1967, S. 12]
Daß sich alles so gut fügte, hat erst die einsame Tat Tells möglich gemacht. [Safranski, Rüdiger: Friedrich Schiller, München Wien: Carl Hanser 2004, S. 622]
In der Tat war es beides zugleich oder eine Mischung aus beidem. [Busch, Werner: Das sentimentalische Bild, München: Beck 1993, S. 127]
Genau, er hat immer nur herumgeredet, ich hätte irgend etwas mit der Tat zu tun. [Der Spiegel, 28.04.1997]
Zitationshilfe
„Tat“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tat>.

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