Tatkraft, die

Grammatik Substantiv (Femininum)
Aussprache 
Worttrennung Tat-kraft
Wortzerlegung TatKraft
Wortbildung  mit ›Tatkraft‹ als Grundform: ↗tatkräftig
eWDG

Bedeutung

Kraft, Fähigkeit, etw. zu leisten, zu vollbringen, Energie
Beispiele:
eine überraschende Tatkraft entfalten
voller jugendlicher Tatkraft sein
eine Aufgabe mit Tatkraft angehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tat · Täter · tätig · tätigen · betätigen · tätlich · Tatkraft · Tatsache
Tat f. ‘was ausgeführt worden ist oder werden soll, bewußte, gewollte (zweckgerichtete) Handlung, Leistung, Unternehmen’, ahd. (8. Jh.), mhd. tāt, asächs. dād, mnd. dāt, mnl. daet, nl. daad, aengl. (angl.) dēd, (westsächs.) dǣd, engl. deed, anord. dāð, schwed. dåd, got. gadēþs, germ. *-dēdi- führt als Abstraktbildung mit ie. ti-Suffix wie awest. niδātay- ‘das Nieder-, Ablegen’, lit. dė́tis ‘Last, Ladung, Fracht’, aslaw. blagodětь ‘Gnade, Wohltat, Dank’ auf ie. *dhēti-, neben *dhəti- in griech. thésis (θέσις) ‘das Aufstellen, Behauptung, aufgestellter Satz, Ausspruch’, lat. conditio ‘Gründung, Schöpfung, Stiftung, Werk’, eigentlich ‘das Zusammentun’, Bildungen zu der unter ↗tun (s. d.) genannten Wurzel ie. *dhē- ‘setzen, stellen, legen’. Täter m. ‘wer eine Tat, besonders Straftat begangen hat’ (15. Jh.); vgl. mhd. übeltæter, missetæter, s. auch ↗Wohltäter. tätig Adj. ‘beruflich arbeitend, sich betätigend, rührig, aktiv, tatkräftig’ (16. Jh.), zuvor in Zusammensetzungen wie ahd. ubil- (9. Jh.), missitātig (um 1000), mhd. übel-, missetætic. tätigen Vb. ‘aus-, durchführen, vollbringen, erledigen, verrichten’ (Anfang 18. Jh.), besonders als Wort der Kaufmannssprache in Wendungen wie einen Abschluß, Einkauf, ein Geschäft tätigen; dazu betätigen Vb. ‘in Gang setzen, bedienen, in die Tat umsetzen, verwirklichen’, reflexiv ‘tätig sein, sich beschäftigen, arbeiten’ (17. Jh.), aus der Kanzlei- und Geschäftssprache in die Allgemeinsprache eingegangen. tätlich Adj. ‘handgreiflich, gewalttätig’ (16. Jh.), mnd. dātlīk ‘tätlich, gewaltsam, tatsächlich’. Tatkraft f. ‘zum Handeln erforderliche Energie und Einsatzbereitschaft’ (18. Jh.). Tatsache f. ‘wirklicher, feststehender, unbezweifelbarer Sachverhalt, Gegebenheit, Fakt(um)’, nachgebildet (1756) von dem Theologen Spalding für engl. matter of fact, das seinerseits lat. rēs factī ‘eine wirklich geschehene Tat’ wiedergibt. Einen vereinzelten, jedoch zweifelhaften Frühbeleg (Mitte 15. Jh.) vermutet Stammler in: Spätlese d. Mittelalters 1 (1963) 73 und 112.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dynamik · ↗Eifer · ↗Energie · ↗Heftigkeit · ↗Leidenschaft · ↗Leidenschaftlichkeit · ↗Passion · Tatkraft  ●  ↗Feuer  fig. · ↗Herzblut  fig. · ↗Energeia  fachspr., griechisch · ↗Verve  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Psychologie
Synonymgruppe
Arbeitseifer · ↗Diensteifer · ↗Energie · ↗Produktivität · ↗Schaffensdrang · Tatkraft · Tatwille · ↗Tüchtigkeit  ●  ↗Diligenz  geh., veraltend
Oberbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Assoziationen
  • aus eigenem Antrieb · aus freiem Entschluss · aus freiem Willen · ↗aus freien Stücken · aus sich heraus · ↗freiwillig · ohne dass man erst darum bitten muss · ↗selbstbestimmt · ↗unaufgefordert · ungebetenerweise · ↗ungezwungen · von (ganz) allein · von selber · von selbst · von sich aus  ●  einfach so  ugs.

Typische Verbindungen zu ›Tatkraft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tatkraft‹.

Verwendungsbeispiele für ›Tatkraft‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Noch mehr als Tatkraft zählt aber beim Bürger der Wert Vertrauen.
Die Welt, 10.05.2001
Man ließ dem plebiszitären Willen im Jahr 1980 zuwenig politische Tatkraft folgen.
Süddeutsche Zeitung, 26.05.1995
In späteren Jahren versuchte seine gebeugte Tatkraft noch einmal aufzuflackern.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26523
Sie verkünden den Sieg männlicher, weltverändernder Tatkraft über die Natur.
Hofmann, Werner: Das irdische Paradies, München: Prestel 1991 [1960], S. 79
Wir müssen uns unsere Tatkraft erhalten und hinüberretten in die Zeit nach dem Kriege.
Brief von Obergefreiter O. S. vom 12.8.1944. In: Ortwin Buchbender u. Reinhold Sterz (Hgg.), Das andere Gesicht des Krieges, München: Beck, 1982, S. 148
Zitationshilfe
„Tatkraft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tatkraft>, abgerufen am 17.01.2021.

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