Tatkraft, die

GrammatikSubstantiv (Femininum)
Aussprache
WorttrennungTat-kraft (computergeneriert)
WortzerlegungTatKraft
Wortbildung mit ›Tatkraft‹ als Grundform: ↗tatkräftig
eWDG, 1976

Bedeutung

Kraft, Fähigkeit, etw. zu leisten, zu vollbringen, Energie
Beispiele:
eine überraschende Tatkraft entfalten
voller jugendlicher Tatkraft sein
eine Aufgabe mit Tatkraft angehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tat · Täter · tätig · tätigen · betätigen · tätlich · Tatkraft · Tatsache
Tat f. ‘was ausgeführt worden ist oder werden soll, bewußte, gewollte (zweckgerichtete) Handlung, Leistung, Unternehmen’, ahd. (8. Jh.), mhd. tāt, asächs. dād, mnd. dāt, mnl. daet, nl. daad, aengl. (angl.) dēd, (westsächs.) dǣd, engl. deed, anord. dāð, schwed. dåd, got. gadēþs, germ. *-dēdi- führt als Abstraktbildung mit ie. ti-Suffix wie awest. niδātay- ‘das Nieder-, Ablegen’, lit. dė́tis ‘Last, Ladung, Fracht’, aslaw. blagodětь ‘Gnade, Wohltat, Dank’ auf ie. *dhēti-, neben *dhəti- in griech. thésis (θέσις) ‘das Aufstellen, Behauptung, aufgestellter Satz, Ausspruch’, lat. conditio ‘Gründung, Schöpfung, Stiftung, Werk’, eigentlich ‘das Zusammentun’, Bildungen zu der unter ↗tun (s. d.) genannten Wurzel ie. *dhē- ‘setzen, stellen, legen’. Täter m. ‘wer eine Tat, besonders Straftat begangen hat’ (15. Jh.); vgl. mhd. übeltæter, missetæter, s. auch ↗Wohltäter. tätig Adj. ‘beruflich arbeitend, sich betätigend, rührig, aktiv, tatkräftig’ (16. Jh.), zuvor in Zusammensetzungen wie ahd. ubil- (9. Jh.), missitātig (um 1000), mhd. übel-, missetætic. tätigen Vb. ‘aus-, durchführen, vollbringen, erledigen, verrichten’ (Anfang 18. Jh.), besonders als Wort der Kaufmannssprache in Wendungen wie einen Abschluß, Einkauf, ein Geschäft tätigen; dazu betätigen Vb. ‘in Gang setzen, bedienen, in die Tat umsetzen, verwirklichen’, reflexiv ‘tätig sein, sich beschäftigen, arbeiten’ (17. Jh.), aus der Kanzlei- und Geschäftssprache in die Allgemeinsprache eingegangen. tätlich Adj. ‘handgreiflich, gewalttätig’ (16. Jh.), mnd. dātlīk ‘tätlich, gewaltsam, tatsächlich’. Tatkraft f. ‘zum Handeln erforderliche Energie und Einsatzbereitschaft’ (18. Jh.). Tatsache f. ‘wirklicher, feststehender, unbezweifelbarer Sachverhalt, Gegebenheit, Fakt(um)’, nachgebildet (1756) von dem Theologen Spalding für engl. matter of fact, das seinerseits lat. rēs factī ‘eine wirklich geschehene Tat’ wiedergibt. Einen vereinzelten, jedoch zweifelhaften Frühbeleg (Mitte 15. Jh.) vermutet Stammler in: Spätlese d. Mittelalters 1 (1963) 73 und 112.

Thesaurus

Synonymgruppe
Dynamik · ↗Eifer · ↗Energie · ↗Heftigkeit · ↗Leidenschaft · ↗Leidenschaftlichkeit · ↗Passion · Tatkraft  ●  ↗Feuer  fig. · ↗Herzblut  fig. · ↗Energeia  fachspr., griechisch · ↗Verve  fachspr.
Oberbegriffe
Assoziationen
Psychologie
Synonymgruppe
Arbeitseifer · ↗Diensteifer · ↗Energie · ↗Produktivität · ↗Schaffensdrang · Tatkraft · Tatwille · ↗Tüchtigkeit  ●  ↗Diligenz  geh., veraltend
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Beharrlichkeit Besonnenheit Durchsetzungsfähigkeit Durchsetzungsvermögen Einfallsreichtum Entschlossenheit Fleiß Hilfsbereitschaft Ideenreichtum Klugheit Lebensfreude Mut Optimismus Organisationstalent Sachkenntnis Sachverstand Scharfsinn Stetigkeit Tüchtigkeit Umsicht Weitblick Weitsicht Weltschmerz Zielstrebigkeit Zuversicht Zähigkeit strotzen unbändig unermüdlich unternehmerisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tatkraft‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Noch mehr als Tatkraft zählt aber beim Bürger der Wert Vertrauen.
Die Welt, 10.05.2001
Man ließ dem plebiszitären Willen im Jahr 1980 zuwenig politische Tatkraft folgen.
Süddeutsche Zeitung, 26.05.1995
In späteren Jahren versuchte seine gebeugte Tatkraft noch einmal aufzuflackern.
Ganghofer, Ludwig: Lebenslauf eines Optimisten. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1911], S. 26523
Sie verkünden den Sieg männlicher, weltverändernder Tatkraft über die Natur.
Hofmann, Werner: Das irdische Paradies, München: Prestel 1991 [1960], S. 79
Wir müssen uns unsere Tatkraft erhalten und hinüberretten in die Zeit nach dem Kriege.
Brief von Obergefreiter O. S. vom 12.8.1944. In: Ortwin Buchbender u. Reinhold Sterz (Hgg.), Das andere Gesicht des Krieges, München: Beck, 1982, S. 148
Zitationshilfe
„Tatkraft“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tatkraft>, abgerufen am 19.03.2019.

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