Tatze, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Tatze · Nominativ Plural: Tatzen
Aussprache
WorttrennungTat-ze
Wortbildung mit ›Tatze‹ als Letztglied: ↗Bärentatze
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Pfote von großen Raubtieren
Beispiele:
die Tatzen des Bären
der Löwe packt, greift das Zebra mit den Tatzen
umgangssprachlich, scherzhaft, bildlich vom Menschen   (plumpe) Hand
Beispiel:
Reich mir mal deine grundtreue, grundbrave Tatze her! [G. Hauptm.Rose BerndI]
2.
süddeutsch, schweizerisch, veraltend Schlag mit dem Stock oder Lineal auf die ausgestreckte Hand
Beispiele:
Tatzen austeilen
Ich werde jedem vier Tatzen geben [FedererGeschichten118]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tatze f. ‘Pfote, Pranke’, scherzhaft ‘(große, kräftige) Hand’, mhd. tatze. Herkunft ungeklärt. Vielleicht Intensivbildung zu dem unter ↗tappen (s. d.) aufgeführten Tappe, mhd. tāpe ‘Pfote, Tatze’. Bach in: ZfdSpr. 22 (1966) 80 ff. sieht in Tatze die nhd. Entsprechung von mundartlichem (moselfrk.) Tōtsch ‘derbe, knochige ungeschickte Hand’, zu tōtschen (aus *tōtzen, *tōkzen) ‘mit grober Hand nach etw. derb hinlangen oder es berühren’, einer Intensivbildung zu moselfrk. tōken ‘unsicher nach etw. tasten’ (roman. Herkunft?).

Thesaurus

Synonymgruppe
Klaue · ↗Pfote · ↗Pranke · Tatze
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Bär Fell Kralle Löwe Nase Schulter Schwanz Tatze dick erhoben gewaltig golden heben link mächtig weich

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tatze‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Den Tieren schmelze das Eis quasi unter den Tatzen weg.
Bild, 15.11.2003
Seit zwei Jahren leckt sich der verleumdete Ölmulti nun genüßlich die Tatzen.
Die Zeit, 24.10.1997, Nr. 44
Er peitschte hoch und peitschte mit seinen nassen Tatzen über uns hinweg.
Traven, B.: Das Totenschiff, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1929 [1926], S. 240
Unter dem Bett kam eine graue Tatze hervor und zog an ihrem Schuhband.
Funke, Cornelia: Tintenherz, Hamburg: Cecilie Dressler Verlag 2003, S. 307
Der Löwe zieht sich nach hinten zurück und nimmt das Fleisch zwischen die Tatzen.
Beyer, Marcel: Flughunde, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1995 [1995], S. 128
Zitationshilfe
„Tatze“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tatze>, abgerufen am 18.11.2019.

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