Tau, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tau(e)s · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
Wortbildung mit ›Tau‹ als Erstglied: ↗Taubildung · ↗Taufliege · ↗Tauperle · ↗Tautropfen · ↗taubenetzt · ↗taufeucht · ↗taufrisch · ↗taunass
 ·  mit ›Tau‹ als Letztglied: ↗Frühtau
eWDG, 1976

Bedeutung

an der abkühlenden Erdoberfläche sich tropfenförmig niederschlagende Feuchtigkeit der Nachtluft
Beispiele:
der Tau fällt
an den Gräsern hängt, glitzert noch der Tau
gehoben vor Tau und Tagvorm Morgengrauen, in aller Frühe
Beispiel:
vor Tau und Tag aufstehen, in den Wald gehen
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tau1 · tauen1
Tau1 m. ‘an der Erdoberfläche sich tropfenförmig niederschlagende Feuchtigkeit der Nachtluft’, ahd. (8. Jh.), mhd. tou (Genitiv touwes) n. (md. auch m.), asächs. dou, mnd. douwe, dow, mnl. dau, dou, nl. dauw, aengl. dēaw, engl. dew (wa-Stamm germ. *dawwa- n.) und anord. dǫgg f., schwed. dagg (wō-Stamm germ. *dawwō f.) lassen sich im Sinne von ‘das Fließende, Tropfende’ außergerm. vergleichen mit aind. dhavatē ‘läuft, strömt’, (dehnstufig) dhā́vati ‘läuft, strömt, rinnt, gleitet’, griech. thé͞in (θεῖν) ‘laufen, eilen, rennen’, thoós (θοός) ‘schnell, flink’ und zur Wurzel ie. *dheu- ‘laufen, rinnen’ stellen. tauen1 Vb. ‘(sich) in Form von Tau niederschlagen’, ahd. touwōn (um 1000), mhd. touwen; gewöhnlich unpersönlich es taut.

Tau2 n. ‘starkes Seil’, aus dem Nd. (Anfang 16. Jh.) in die Literatursprache aufgenommen. Mnd. touwe, tow, tau ‘Gerät, Werkzeug, Geschirr, Wagen, Webstuhl, Schiffsgerät’, speziell ‘Schiffstau, Seil’ sowie asächs. tou ‘Werg’, mnl. tou(we) ‘Werkzeug, Gerät, Seil (aus Flachs), Werg’, nl. touw ‘Seil, Strick, Tau’, afries. tauv, tow ‘Werkzeug, Gerätschaft, Tau, Seil’, aengl. tow- in towcræft ‘das Spinnen’, towhūs ‘Spinnhaus’, engl. (aus dem Mnd.) tow ‘(Schlepp)seil, -kette, -tau’, anord. ‘Werg’ und (mit l-Suffix) aengl. anord. tōl, engl. tool ‘Werkzeug’ sind wohl vergleichbar mit lautlich entsprechendem ahd. zawa ‘das Färben’ (9. Jh.), ‘Zuggarn, Schleppnetz’ (Hs. 13. Jh.). Sie gehören zu einem Verb mnd. mnl. nl. touwen ‘ausrüsten, bereiten, zustande bringen, fertigmachen’, intransitiv ‘eilen’, unpersönlich ‘vonstatten gehen’, aengl. tāwian ‘fertigmachen’, anord. tawiðō ‘ich machte, verfertigte’ (Gallehus, vor 400), got. taujan ‘machen, tun, wirken’ und ahd. zawen ‘glücken, gelingen’ (9. Jh.), ‘färben’ (10. Jh.), zouwen ‘zurechtmachen, (ein Eisenstück) bearbeiten’ (11. Jh.), mhd. zouwen, zöuwen ‘tun, verfahren, machen, fertigmachen, bereiten’, reflexiv ‘sich bereitmachen, schmücken, rüsten, beeilen’. Sichere außergerm. Anschlüsse finden sich nicht. Man kann ausgehen von ‘Werkzeug, mit dem etw. gemacht wird’, weiterentwickelt zu ‘(Schiffs)gerät’ und schließlich ‘Schiffsseil’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Haltetau · ↗Seil · ↗Strick · Tau · ↗Trosse  ●  ↗Reep (marit.)  fachspr.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Frühtau · ↗Morgentau  ●  Tau  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„Tau“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tau#1>, abgerufen am 27.05.2019.

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Tau, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Tau(e)s · Nominativ Plural: Taue
Aussprache
Wortbildung mit ›Tau‹ als Erstglied: ↗Tauende · ↗Tauwerk  ·  mit ›Tau‹ als Letztglied: ↗Ankertau · ↗Haltetau · ↗Klettertau · ↗Schiffstau · ↗Schlepptau · ↗Stahltau
eWDG, 1976

Bedeutung

dickes Seil
a)
dickes Seil, das besonders auf Schiffen verwendet wird
Beispiele:
ein Tau um etw. schlingen
etw. mit einem Tau festbinden
ein Tau lösen, auswerfen, kappen
b)
dickes Seil, das bei Turnübungen besonders zum Klettern dient
Beispiel:
am Tau klettern
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tau1 · tauen1
Tau1 m. ‘an der Erdoberfläche sich tropfenförmig niederschlagende Feuchtigkeit der Nachtluft’, ahd. (8. Jh.), mhd. tou (Genitiv touwes) n. (md. auch m.), asächs. dou, mnd. douwe, dow, mnl. dau, dou, nl. dauw, aengl. dēaw, engl. dew (wa-Stamm germ. *dawwa- n.) und anord. dǫgg f., schwed. dagg (wō-Stamm germ. *dawwō f.) lassen sich im Sinne von ‘das Fließende, Tropfende’ außergerm. vergleichen mit aind. dhavatē ‘läuft, strömt’, (dehnstufig) dhā́vati ‘läuft, strömt, rinnt, gleitet’, griech. thé͞in (θεῖν) ‘laufen, eilen, rennen’, thoós (θοός) ‘schnell, flink’ und zur Wurzel ie. *dheu- ‘laufen, rinnen’ stellen. tauen1 Vb. ‘(sich) in Form von Tau niederschlagen’, ahd. touwōn (um 1000), mhd. touwen; gewöhnlich unpersönlich es taut.

Tau2 n. ‘starkes Seil’, aus dem Nd. (Anfang 16. Jh.) in die Literatursprache aufgenommen. Mnd. touwe, tow, tau ‘Gerät, Werkzeug, Geschirr, Wagen, Webstuhl, Schiffsgerät’, speziell ‘Schiffstau, Seil’ sowie asächs. tou ‘Werg’, mnl. tou(we) ‘Werkzeug, Gerät, Seil (aus Flachs), Werg’, nl. touw ‘Seil, Strick, Tau’, afries. tauv, tow ‘Werkzeug, Gerätschaft, Tau, Seil’, aengl. tow- in towcræft ‘das Spinnen’, towhūs ‘Spinnhaus’, engl. (aus dem Mnd.) tow ‘(Schlepp)seil, -kette, -tau’, anord. ‘Werg’ und (mit l-Suffix) aengl. anord. tōl, engl. tool ‘Werkzeug’ sind wohl vergleichbar mit lautlich entsprechendem ahd. zawa ‘das Färben’ (9. Jh.), ‘Zuggarn, Schleppnetz’ (Hs. 13. Jh.). Sie gehören zu einem Verb mnd. mnl. nl. touwen ‘ausrüsten, bereiten, zustande bringen, fertigmachen’, intransitiv ‘eilen’, unpersönlich ‘vonstatten gehen’, aengl. tāwian ‘fertigmachen’, anord. tawiðō ‘ich machte, verfertigte’ (Gallehus, vor 400), got. taujan ‘machen, tun, wirken’ und ahd. zawen ‘glücken, gelingen’ (9. Jh.), ‘färben’ (10. Jh.), zouwen ‘zurechtmachen, (ein Eisenstück) bearbeiten’ (11. Jh.), mhd. zouwen, zöuwen ‘tun, verfahren, machen, fertigmachen, bereiten’, reflexiv ‘sich bereitmachen, schmücken, rüsten, beeilen’. Sichere außergerm. Anschlüsse finden sich nicht. Man kann ausgehen von ‘Werkzeug, mit dem etw. gemacht wird’, weiterentwickelt zu ‘(Schiffs)gerät’ und schließlich ‘Schiffsseil’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Haltetau · ↗Seil · ↗Strick · Tau · ↗Trosse  ●  ↗Reep (marit.)  fachspr.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Frühtau · ↗Morgentau  ●  Tau  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„Tau“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tau#2>, abgerufen am 27.05.2019.

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Tau, das

GrammatikSubstantiv (Neutrum)
Wortbildung mit ›Tau‹ als Erstglied: ↗Taukreuz
Duden GWDS, 1999

Bedeutung

neunzehnter Buchstabe des griechischen Alphabets; Τ, τ
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tau1 · tauen1
Tau1 m. ‘an der Erdoberfläche sich tropfenförmig niederschlagende Feuchtigkeit der Nachtluft’, ahd. (8. Jh.), mhd. tou (Genitiv touwes) n. (md. auch m.), asächs. dou, mnd. douwe, dow, mnl. dau, dou, nl. dauw, aengl. dēaw, engl. dew (wa-Stamm germ. *dawwa- n.) und anord. dǫgg f., schwed. dagg (wō-Stamm germ. *dawwō f.) lassen sich im Sinne von ‘das Fließende, Tropfende’ außergerm. vergleichen mit aind. dhavatē ‘läuft, strömt’, (dehnstufig) dhā́vati ‘läuft, strömt, rinnt, gleitet’, griech. thé͞in (θεῖν) ‘laufen, eilen, rennen’, thoós (θοός) ‘schnell, flink’ und zur Wurzel ie. *dheu- ‘laufen, rinnen’ stellen. tauen1 Vb. ‘(sich) in Form von Tau niederschlagen’, ahd. touwōn (um 1000), mhd. touwen; gewöhnlich unpersönlich es taut.

Tau2 n. ‘starkes Seil’, aus dem Nd. (Anfang 16. Jh.) in die Literatursprache aufgenommen. Mnd. touwe, tow, tau ‘Gerät, Werkzeug, Geschirr, Wagen, Webstuhl, Schiffsgerät’, speziell ‘Schiffstau, Seil’ sowie asächs. tou ‘Werg’, mnl. tou(we) ‘Werkzeug, Gerät, Seil (aus Flachs), Werg’, nl. touw ‘Seil, Strick, Tau’, afries. tauv, tow ‘Werkzeug, Gerätschaft, Tau, Seil’, aengl. tow- in towcræft ‘das Spinnen’, towhūs ‘Spinnhaus’, engl. (aus dem Mnd.) tow ‘(Schlepp)seil, -kette, -tau’, anord. ‘Werg’ und (mit l-Suffix) aengl. anord. tōl, engl. tool ‘Werkzeug’ sind wohl vergleichbar mit lautlich entsprechendem ahd. zawa ‘das Färben’ (9. Jh.), ‘Zuggarn, Schleppnetz’ (Hs. 13. Jh.). Sie gehören zu einem Verb mnd. mnl. nl. touwen ‘ausrüsten, bereiten, zustande bringen, fertigmachen’, intransitiv ‘eilen’, unpersönlich ‘vonstatten gehen’, aengl. tāwian ‘fertigmachen’, anord. tawiðō ‘ich machte, verfertigte’ (Gallehus, vor 400), got. taujan ‘machen, tun, wirken’ und ahd. zawen ‘glücken, gelingen’ (9. Jh.), ‘färben’ (10. Jh.), zouwen ‘zurechtmachen, (ein Eisenstück) bearbeiten’ (11. Jh.), mhd. zouwen, zöuwen ‘tun, verfahren, machen, fertigmachen, bereiten’, reflexiv ‘sich bereitmachen, schmücken, rüsten, beeilen’. Sichere außergerm. Anschlüsse finden sich nicht. Man kann ausgehen von ‘Werkzeug, mit dem etw. gemacht wird’, weiterentwickelt zu ‘(Schiffs)gerät’ und schließlich ‘Schiffsseil’.

Thesaurus

Synonymgruppe
Haltetau · ↗Seil · ↗Strick · Tau · ↗Trosse  ●  ↗Reep (marit.)  fachspr.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Frühtau · ↗Morgentau  ●  Tau  Hauptform
Oberbegriffe
Assoziationen
Zitationshilfe
„Tau“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tau#3>, abgerufen am 27.05.2019.

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