Taufe, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Taufe · Nominativ Plural: Taufen
Aussprache 
Worttrennung Tau-fe (computergeneriert)
Grundform taufen
Wortbildung  mit ›Taufe‹ als Letztglied: ↗Erwachsenentaufe · ↗Feuertaufe · ↗Haustaufe · ↗Kindertaufe · ↗Kindtaufe · ↗Nottaufe · ↗Schiffstaufe · ↗Wiedertaufe · ↗Äquatortaufe
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Religion
a)
Sakrament, das einer Person, besonders einem Kind, zur Aufnahme in die Gemeinschaft der Christen, meist durch dreimaliges Begießen oder Besprengen des Kopfes mit Wasser, durch den Geistlichen gespendet wird
Beispiele:
die Taufe empfangen
die Taufe eines Säuglings, Erwachsenen
ein Kind über die Taufe (= Taufstein) halten
ein Kind aus der Taufe heben (= Pate stehen)
übertragen etw. aus der Taufe hebenetw. ins Leben rufen, gründen
Beispiel:
ein Kabarett, eine Institution, einen Forschungszweig aus der Taufe heben
etw., jmdn. aus der Taufe hebenetw., jmdn. vor die Öffentlichkeit bringen
Beispiele:
ein Ballett, einen Song, ein neues Programm aus der Taufe heben
das erste Opernwerk Wolfgang Amadeus Mozarts aus der Taufe gehoben zu haben [St. ZweigHeilung31]
b)
Familienfeier anlässlich von 1 a
Beispiele:
eine Taufe ausrichten, feiern
zur Taufe eingeladen sein, gehen
2.
feierliche Namensgebung
Beispiele:
die Taufe des Schiffes auf den Namen »Völkerfreundschaft«
die Taufe eines Flugzeugs, einer Glocke
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

taufen · Taufe · Täufer · Täufling · Taufname
taufen Vb. ‘an jmdm. die christliche Taufe vollziehen’ (durch Besprengen des Kopfes mit geweihtem Wasser, anfangs, verschiedentlich noch heute, durch Eintauchen des ganzen Körpers in Wasser), ‘einen Namen geben’. Das gemeingerm. Verb ahd. toufen (um 800), mhd. toufen, töufen ‘untertauchen, taufen’, asächs. dōpian, mnd. dȫpen ‘tauchen, taufen’, mnl. dōpen, nl. dopen, aengl. dēopian ‘untertauchen’, schwed. döpa ‘taufen’, got. daupjan ‘eintauchen, taufen’ ist (ablautendes) Faktitivum (eigentlich ‘tief machen’, d. h. ‘ein-, untertauchen’) zu dem unter ↗tief (s. d.) behandelten Adjektiv. Die Verwendung des Verbs im christlichen Sinne geht von got. daupjan aus, womit Wulfila griech. baptízein (βαπτίζειν) ‘wiederholt ein-, untertauchen’, kirchensprachlich ‘taufen’ wiedergibt, Erweiterung von griech. báptein (βάπτειν) ‘untertauchen’; vgl. spätlat. baptizāre ‘beträufeln’, kirchenlat. ‘taufen’. Durch gotische Arianer oder griechische Kaufleute dringt das got. Verb donauaufwärts (5. Jh.) ins Bair., von wo aus es sich im Kontinentalgerm. weiter verbreitet. Ihm stehen eigene Bezeichnungen in aengl. fulwian ‘taufen’ und anord. skīra ‘reinigen, taufen’ gegenüber. Taufe f. ‘Sakrament zur Aufnahme des Täuflings in die Gemeinschaft der Christen, feierliche Namensgebung’, ahd. toufī (8. Jh.), touf (9. Jh.), toufa (bair. 11. Jh.), mhd. touf(e), asächs. dōpi, mnd. dȫpe, mnl. dōpe, nl. doop, got. daupeins; nach griech. (kirchensprachlich) báptisma (βάπτισμα) ‘Taufe’. Täufer m. ‘wer tauft’, ahd. toufāri (9. Jh.), mhd. toufære, toufer. Täufling m. ‘wer getauft wird’ (16. Jh.). Taufname m. ‘in der Taufe gegebener Name, Vorname’, mhd. toufname.

Thesaurus

Synonymgruppe
Taufe (auf den Namen)  ●  ↗Namengebung  selten · Namenserteilung  Amtsdeutsch · ↗Namensgebung  Hauptform
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Taufe‹

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Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Taufe‹.

Verwendungsbeispiele für ›Taufe‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Vielleicht ist auch die vierte Generation im Kommen und die Taufe will man noch mitfeiern.
Die Welt, 01.10.2005
Hochzeiten gab es schon lange keine mehr, nicht einmal eine Taufe.
Süddeutsche Zeitung, 19.04.2001
Bei der Taufe möchte er sich fortan der deutschen Sprache bedienen.
Iserloh, Erwin u. a.: Reformation, katholische Reform und Gegenreformation. In: Jedin, Hubert (Hg.) Handbuch der Kirchengeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1967], S. 7370
Ich sehe schon kommen, es steigt die Taufe und ich weiß noch nicht mal den Namen.
Brief von Ernst G. an Irene G. vom 19.08.1941, Feldpost-Archive mkb-fp-0270
Dadurch würde die Taufe ungewiß, so daß man niemand taufen dürfte.
Ebeling, G.: Luther. In: Die Religion in Geschichte und Gegenwart, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1960], S. 22254
Zitationshilfe
„Taufe“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Taufe>, abgerufen am 08.08.2020.

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