Taugenichts, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum)
Aussprache 
Worttrennung Tau-ge-nichts
Wortzerlegung taugen Nichts
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, abwertend Mensch, der nichts taugt, Nichtsnutz, leichtsinniger (junger) Mensch
Beispiele:
er ist ein (junger) Taugenichts
Aus dem Leben eines Taugenichts [ EichendorffTaugenichtsTitel]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

taugen · tauglich · Taugenichts
taugen Vb. ‘geeignet, brauchbar sein’. Das Präteritopräsens ahd. tugan (9. Jh.), mhd. tugen, tügen, tougen, asächs. aengl. dugan, mnd. dȫgen, mnl. dōghen, dȫghen, nl. deugen, anord. duga, got. dugan ‘taugen, nützen’ und die unter tüchtig und Tugend (s. d.) genannten Formen lassen sich (bei semantischen Schwierigkeiten) formal mit aind. dṓgdhi ‘melkt, melkt heraus, zieht heraus’, griech. (mit Nasalpräsens) tynchánein (τυγχάνειν) ‘(an)treffen, (den Zweck) erreichen, Glück haben, sich zufällig ereignen, zutragen’, týchē (τύχη) ‘das Gelingen, Zufall, Glück, Schicksal, Los’, ir. dūan (aus *dhughnā) ‘Gedicht’, dūal (aus *dhughlo-) ‘passend’, lit. daũg ‘viel’, russ. dúžij (дужий) ‘kräftig’ verbinden und auf ie. *dheugh- ‘berühren, (aus)drücken, melken, reichlich spenden’ zurückführen. Für das Germ. ist dann eine Bedeutungsentwicklung von ‘gemilcht haben’ zu ‘nützen’ bzw. von ‘gemolken haben’ zu ‘Nutzen haben’ vorauszusetzen (vgl. Seebold 150). tauglich Adj. ‘zu etw. taugend, geeignet, brauchbar’ (16. Jh.), zuvor taugenlich, tuglich, tüglich (15. bis 17. Jh.). Taugenichts m. ‘Mensch, der nichts taugt, Nichtsnutz’ (1691), wenig älter Taugenicht (17. Jh.); vgl. frühnhd. Tügenicht und Tögenicht (16. Jh.), mnd. dȫgenicht, dȫgnichts, auch Nichtstaug (17. Jh.); imperativischer Scheltname.

Thesaurus

Synonymgruppe
Strolch · Tagedieb  ●  Nichtsnutz  veraltend · Taugenichts  veraltet · Tunichtgut  veraltet · Hallodri  ugs., bayr., österr.
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Taugenichts‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Taugenichts‹.

Verwendungsbeispiele für ›Taugenichts‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die vier Söhne seien Taugenichtse, und die kleine Tochter sei zwar ungewöhnlich hübsch, aber völlig unmoralisch. [Hartung, Hugo: Wir Wunderkinder, Düsseldorf: Droste Verl. 1970 [1959], S. 144]
Sie verliebt sich in den Sohn des Hauses, einen Taugenichts. [Alexander Granach, Da geht ein Mensch: Leck: btb Verlag 2007, S. 173]
In den Medien ist ihr Mann längst zum "Taugenichts" degradiert. [Die Zeit, 01.10.1998, Nr. 41]
Ein liederlicher Taugenichts sei er, der mit 15 angefangen hatte zu trinken. [Die Zeit, 10.09.2012, Nr. 37]
Seine Mutter, bei der er wohnte, hielt ihn für einen Taugenichts. [Die Zeit, 02.12.2002, Nr. 48]
Zitationshilfe
„Taugenichts“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Taugenichts>.

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