Tauschhandel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum)
Aussprache
WorttrennungTausch-han-del
WortzerlegungtauschenHandel1
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
Wirtschaft heute noch bei manchen Naturvölkern auf einem bestimmten Entwicklungsstand der Produktion übliche Form des Handels, bei der ohne Zahlungsmittel eine Ware direkt gegen eine andere getauscht wird
2.
einmaliges, von einer Privatperson mittels Tausch durchgeführtes Handelsgeschäft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tauschen · Tausch · Tauschhandel · vertauschen
tauschen Vb. ‘etw. für etw. anderes geben’ (16. Jh.), vgl. älteres mhd. vertūschen (14. Jh.), frühnhd. vertauschen (15. Jh.), s. unten. Das Verb geht zurück auf mhd. tūschen ‘Spaß, Gespött, Schelmerei treiben, unwahr reden, betrügen’, auch tiuschen (s. ↗täuschen), also eigentlich wohl ‘einem (im Handel) in betrügerischer Absicht etw. aufschwatzen, durch Unterschiebung von etw. Falschem sein Spiel mit jmdm. treiben’. Ein Bedeutungsübergang zu ‘Waren wechseln, handeln’ und damit eine semantische Trennung der Verben mhd. tūschen und tiuschen dürfte sich bereits im Mhd. anbahnen, vgl. mhd. rostūschen ‘Pferdehandel treiben’, rostūscher ‘Pferdehändler’ (s. ↗Roß). Tausch m. ‘Handlung, Vorgang des Tauschens, Tauschgeschäft’ (16. Jh.), vgl. älteres tūschbrief (Mitte 15. Jh.) gegenüber mhd. tūsch ‘Spaß, Gespött, Schelmerei, Täuschung, Betrug’; Rückbildung aus dem Verb. Tauschhandel m. (Anfang 18. Jh.). vertauschen Vb. ‘austauschen, auswechseln, versehentlich mitnehmen, verwechseln’, mhd. vertūschen ‘vertauschen’ (ohne betrügerischen Nebensinn).

Thesaurus

Ökonomie
Synonymgruppe
Tauschgeschäft · Tauschhandel  ●  Barter-Handel  fachspr. · geldloser Handel  fachspr.
Unterbegriffe
  • undurchsichtiges Tauschgeschäft  ●  eine Hand wäscht die andere  sprichwörtlich, fig. · ↗Deal  ugs. · ↗Kuhhandel  ugs. · ↗Kungelei  ugs., regional · ↗Mauschelei  ugs.
Assoziationen
  • als (kleines) Dankeschön · als Ausgleich (für) · als Gegendienst · als Gegengabe · als Gegenleistung · als Kompensation (für) · im Gegenzug (für) · zum Ausgleich  ●  ↗dafür  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Eingeborene Gegenstand Gut Rückkehr Salz Ware betreiben bilateral blühen einlassen florierend funktionieren primitiv reg rein schwunghaft treiben

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tauschhandel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Die Deutschen fielen wieder in die Zeit des Tauschhandels zurück.
Süddeutsche Zeitung, 06.04.1995
Jetzt sind die vielleicht noch gerade interessiert an einem kleinen Tauschhandel mit uns.
Die Zeit, 18.11.1966, Nr. 47
Greff wird zuvor Tauschhandel getrieben haben; für Obst bekam er Holz.
Grass, Günter: Die Blechtrommel, Darmstadt: Luchterhand 1959, S. 388
Nachher teilten sie mit knabenhafter Lust am Tauschhandel ihre Lebensmittel.
Werfel, Franz: Die Vierzig Tage des Musa Dagh II, Stockholm: Bermann - Fischer 1947 [1933], S. 198
Der alte Tauschhandel wurde im Süden ebenso hart verurteilt wie im Norden.
Goldfriedrich, Johann: Geschichte des Deutschen Buchhandels vom Beginn der klassischen Litteraturperiode bis zum Beginn der Fremdherrschaft. In: Lehmstedt, Mark (Hg.) Geschichte des deutschen Buchwesens, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1909], S. 20425
Zitationshilfe
„Tauschhandel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tauschhandel>, abgerufen am 20.10.2019.

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