Tausend, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Tausends · Nominativ Plural: Tausend/Tausende
Aussprache  [ˈtaʊ̯zn̩t]
Worttrennung Tau-send
Grundformtausend
Wortbildung  mit ›Tausend‹ als Letztglied: Jahrtausend

Bedeutungsübersicht+

  1. 1. Einheit von tausend Stück
  2. 2. ⟨Tausende⟩ unbestimmte sehr große Anzahl
eWDG

Bedeutungen

1.
Einheit von tausend Stück
Grammatik: Plural ‘Tausend’
Beispiele:
einige, mehrere, viele, ein volles, ein paar Tausend Zuschauer waren zu dem Fußballspiel gekommen
das erste Tausend (Exemplare) ist schon ausgeliefert
von diesem Roman ist das 12.–15. Tausend erschienen
die Steigerung beträgt vier vom Tausend
2.
Tausendeunbestimmte sehr große Anzahl
Grammatik: nur im Plural
Beispiele:
Tausende von Menschen, Vögeln, Kilometern
umgangssprachlich Tausende Menschen
viele Tausende demonstrierten gestern
viele Tausende von Zuschauern verfolgten die Direktübertragung
viele Tausende begeisterter Fußballanhänger jubelten im Stadion ihrer Mannschaft zu
gehoben, veraltend Tausende und aber Tausende Zugvögel ziehen jährlich nach Süden
die Verluste, Rechnungen gehen in die Tausende (= betragen mehrere tausend Euro)
die Menge drängte sich zu Tausenden auf dem großen Platz
unter Tausenden kam nicht einer auf den Gedanken, dass …
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

tausend · Tausendfüß(l)er · Tausendkünstler · Tausendsas(s)a · tausendschön · Tausendschön · Tausendschönchen
tausend Num. ‘zehnmal hundert’, übertragen ‘sehr viel, ungezählt’. Auszugehen ist von einem (ursprünglich, nach Ausweis des Got., zu den fem. jō-Stämmen gehörenden) Substantiv, das sich über adjektivischen (attributiven) Gebrauch auch zum Zahlwort der Zahlenreihe entwickelt. Ahd. thūsunt (8. Jh.), mhd. tūsent, asächs. (mit dem Suffix der Zehnerreihe) thūsundig, mnd. dūsunt, dūsent, mnl. dūsent, nl. duizend, aengl. þūsend, engl. thousand, anord. þūsund, schwed. tusen, got. þūsundi ‘tausend’ führen auf ein Kompositum, dessen erstes Glied germ. *þūs- mit s-Formans sich zu der Wurzel ie. *tē̌u-, *teu̯ə-, *tū̌- ‘schwellen’ (s. Daumen, deuten, düster) stellt und dessen zweites Glied dem ersten Bestandteil des unter hundert (s. d.) behandelten Zahlworts (vgl. anord. þūsundraþ neben þūsund) entspricht. Dieselbe Bildungsweise zeigt die baltoslaw. Gruppe lit. túkstantis, lett. tūkstotis, aslaw. tysęšti, tysǫšti, russ. týsjača (тысяча) ‘tausend’. Als Grundbedeutung kann ‘vielhundert’ angenommen werden. Tausendfüß(l)er m. langgestreckter Gliederfüßler mit einem in viele Segmente gegliederten Körper und sehr vielen Beinen, zuvor Tausendfuß (18. Jh.), Tausendbein (Ende 17. Jh.), Übersetzung von lat. mīlipeda, mīllepeda, griech. chīliópūs (χιλιόπους) ‘Tausendfüßler’. Mit einer Steigerungsform Tausend-, die euphemistisch auch zur Umschreibung des Teufels dient (s. potz, potztausend), ist gebildet Tausendkünstler m. ‘Teufel’ als ‘Alleskönner, Zauberer’ (16. Jh.), dann ‘Gaukler, Magier’. Ebenso Tausendsas(s)a m. ‘vielseitig begabter, geschickter, oft auch leichtsinniger Mensch, Draufgänger’, aber auch ‘Glückskind’ und ‘Teufel’ (Mitte 18. Jh.), Substantivierung von tausend sa! sa!, einem aufmunternden Lockruf für Jagdhunde (vgl. hopsassa); vgl. mhd. , zazā, aus afrz. ça ‘hier(her), wohlan’ (frz. çà), dem lat. ecce hāc ‘sieh hierher’ zugrunde liegt. tausendschön Adj. ‘übermäßig schön’ (16. Jh.). Substantiviert Tausendschön n. Name der gefüllten Gartenform des Gänseblümchens (um 1600); heute meist als Deminutivum Tausendschönchen n. (seit 18. Jh.).

Typische Verbindungen zu ›Tausend‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tausend‹.

Verwendungsbeispiele für ›Tausend‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unter Tausenden würde sie dich allein schon an deinem Duft herausfinden können. [Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 177]
Im Tageslicht erkannte man in seiner großporigen Haut Tausende von feinen Linien. [Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 266]
Tausende von Kirchen wurden ihnen genommen, Hunderte wurden ihnen verbrannt, kein ukrainischer Unterricht, nicht dergleichen. [o. A.: Staatsakt zum Jahrestag der Gründung des Generalgouvernements, 26.10.1940]
Es lagen allerdings Tausende von Versammlungen hinter uns, es gab kein Dorf mehr, in dem wir nicht zum wiederholten Male gesprochen hatten. [o. A.: Eröffnung des Gautages der NSDAP Ostpreußen im Königsberger Schloss, 16.06.1938]
Das trieb wieder Tausende von ihnen in die Neue Welt. [Morgan, Edmund S.: Die Amerikanische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 15916]
Zitationshilfe
„Tausend“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tausend#1>.

Weitere Informationen …

Tausend

Aussprache  [ˈtaʊ̯zn̩t]
Worttrennung Tau-send
eWDG

Bedeutung

umgangssprachlich, veraltend in Ausrufen der Bestürzung, Überraschung, Erregung
Beispiele:
ei der Tausend!
Der Tausend, die Spitzbuben sind schon oben [ FedererRegina Lob304]

Typische Verbindungen zu ›Tausend‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tausend‹.

Verwendungsbeispiele für ›Tausend‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Unter Tausenden würde sie dich allein schon an deinem Duft herausfinden können. [Venske, Regula: Marthes Vision, Frankfurt am Main: Eichborn Verlag 2006, S. 177]
Im Tageslicht erkannte man in seiner großporigen Haut Tausende von feinen Linien. [Jentzsch, Kerstin: Seit die Götter ratlos sind, München: Heyne 1999 [1994], S. 266]
Tausende von Kirchen wurden ihnen genommen, Hunderte wurden ihnen verbrannt, kein ukrainischer Unterricht, nicht dergleichen. [o. A.: Staatsakt zum Jahrestag der Gründung des Generalgouvernements, 26.10.1940]
Es lagen allerdings Tausende von Versammlungen hinter uns, es gab kein Dorf mehr, in dem wir nicht zum wiederholten Male gesprochen hatten. [o. A.: Eröffnung des Gautages der NSDAP Ostpreußen im Königsberger Schloss, 16.06.1938]
Das trieb wieder Tausende von ihnen in die Neue Welt. [Morgan, Edmund S.: Die Amerikanische Revolution. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1964], S. 15916]
Zitationshilfe
„Tausend“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tausend#2>.

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