Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Technologie, die

Grammatik Substantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Technologie · Nominativ Plural: Technologien
Aussprache  [tɛçnoloˈgiː]
Worttrennung Tech-no-lo-gie
Wortzerlegung techno- -logie
Herkunft zu technologíagriech (τεχνολογία) ‘kunstgemäße Behandlung, Aufstellung von Regeln für wissenschaftliche Behandlung, wissenschaftlich aufgestellte Regel’ < téchnēgriech (τέχνη) ‘Kunst, Kunstfertigkeit, Geschick, Handwerk, Gewerbe’ + ‑logíagriech (‑λογία) ‘-kunde, -lehre, -wissenschaft’ (-logie)
eWDG

Bedeutungen

1.
Wissenschaft von der rationellen, auf den neuesten Erkenntnissen der Naturwissenschaft, Mathematik, Technik und Ökonomie beruhenden Gestaltung von Prozessen und deren Abläufen, besonders des Arbeitsprozesses und Produktionsprozesses
Grammatik: nur im Singular
Beispiele:
die mechanische, chemische Technologie
die Technologie des Bergbaus, Maschinenbaus
2.
Ausarbeitung und Zusammenfassung der einzelnen für die Fertigung eines bestimmten Produkts notwendigen Arbeitsgänge, des Arbeitsverfahrens
Beispiele:
eine neue Technologie ausarbeiten, einführen
Anwendung moderner, rationeller Technologien
Technologien des Schweißens, Gießens
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat B1.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Technik · technisch · Techniker · Technologie · Technologe
Technik f. zusammenfassende Bezeichnung für die Anwendung naturwissenschaftlicher Erkenntnisse für die menschliche Gesellschaft, die dazu nötigen Methoden, Verfahrensweisen, Geräte und Arbeitsmittel; auch ‘Kunstfertigkeit, Geschicklichkeit’. Von griech. téchnē (τέχνη) ‘Kunst, Kunstfertigkeit, Geschick, Handwerk, Gewerbe’ ist abgeleitet griech. technikós (τεχνικός) ‘kunstvoll, kunstverständig, vernünftig, verstandesmäßig, wissenschaftlich, sachgerecht, fachmännisch, listig’. Dazu bzw. zu entlehntem lat. techna ‘der durchtriebene Streich (eines Sklaven)’, mlat. tec(h)na, tegna ‘Handwerks-, Kunstbetrieb, Gewerbe, Kunstfertigkeit’ und substantiviertem lat. technicus ‘Lehrer einer Kunst(fertigkeit)’ bildet die Gelehrtensprache das Substantiv nlat. technica (Neutr. Plur. bzw. Fem. Sing.) ‘Kunstwesen, -dinge, Anweisung zur Ausübung einer Kunst oder Wissenschaft, Gewerbe-, Handwerkslehre’; vgl. im Dt. zuerst Hydrotechnica ‘Wasserbaukunst’ (1724), Technica (1744), danach Technik (Kant 1781). Daneben gleichbed. Technie f. (18. und 19. Jh.), vor allem in der Zusammensetzung Pyrotechnia, Pyrotechnie ‘(artilleristische) Feuerwerkskunst, Feuerwerkerei’, Zymotechnia, -technie ‘Gärungschemie’. technisch Adj. ‘die Technik betreffend, auf ihr beruhend, in der Technik gebräuchlich, fachgemäß’ (1. Hälfte 18. Jh.), zuvor in latinisierter, dem Griech. (s. oben) folgender Form technicus (Mitte 17. Jh.; vgl. Terminus technicus, seit 1668). Techniker m. (2. Hälfte 18. Jh.); zuvor Technicus (1. Hälfte 17. Jh.). Technologie f. Wissenschaft von der Umwandlung der Roh- und Werkstoffe in Fertigprodukte und Gebrauchsgegenstände, Lehre von den in der Technik angewendeten und anwendbaren Arbeits- und Produktionsverfahren (1. Hälfte 18. Jh.), griech. technología (τεχνολογία) ‘kunstgemäße Behandlung, Aufstellung von Regeln für wissenschaftliche Behandlung, wissenschaftlich aufgestellte Regel’ (s. -logie); anfangs ‘Gesamtheit, Systematik der Fachwörter, Lehre von den Fachwörtern, Terminologie(lehre)’, dann ‘Wissenschaft von den Gewerben, Handwerkswissenschaft, Gewerbekunde’ (2. Hälfte 18. Jh.), später mit Ausbreitung der modernen Technik im 19. Jh. zunehmend im oben angeführten Sinne. Technologe m. (2. Hälfte 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Hightech · Technik · Technologie · technische Möglichkeiten · technisches Verfahren
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Technologie‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Technologie‹.

Verwendungsbeispiele für ›Technologie‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Überhaupt entscheiden moderne Technologien heute mehr denn je über eine hohe Ökonomie der Zeit. [Was + Wie, 1983, Nr. 8]
Diese sollten den Aufbau und die Anwendung dieser neuen Technologie beschleunigt in Gang setzen. [Zimmermann, Hartmut (Hg.): DDR-Handbuch - I. In: Enzyklopädie der DDR, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1985], S. 27394]
Ohne neue Technologien aus Übersee aber kommen Chinas Reformen nicht weiter. [Die Zeit, 27.05.1999, Nr. 22]
Schon wollen auch Unternehmen mit der Technologie ihr kollektives Wissen ordnen. [Die Zeit, 29.04.1998, Nr. 19]
Die befreiende Wirkung dieser neuen Technologien ist auf der ganzen Welt offenkundig. [Archiv der Gegenwart, 2001 [1995]]
Zitationshilfe
„Technologie“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Technologie>.

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