Teer, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Teers · Nominativ Plural: Teere
Aussprache
Wortbildung mit ›Teer‹ als Erstglied: ↗Teerfarbe · ↗Teerfass · ↗Teerfleck · ↗Teerflecken · ↗Teergeruch · ↗Teerjacke · ↗Teerkessel · ↗Teerkocher · ↗Teerkrebs · ↗Teerpappe · ↗Teerpech · ↗Teerrückstand · ↗Teersand · ↗Teerseife · ↗teerhaltig · ↗teerig
 ·  mit ›Teer‹ als Letztglied: ↗Birkenteer · ↗Braunkohlenteer · ↗Braunkohleteer · ↗Buchenteer · ↗Holzteer · ↗Schwelteer · ↗Steinkohlenteer · ↗Steinkohleteer
 ·  mit ›Teer‹ als Grundform: ↗teeren
eWDG, 1976

Bedeutung

bei der Verschwelung oder Verkokung von Braunkohle oder Steinkohle, Torf oder Holz entstehende gelblich-braune bis tiefschwarze, zähflüssige Masse, die aus vielen Tausenden chemischer Verbindungen besteht und einen äußerst wertvollen Rohstoff vor allem für die chemische Industrie darstellt
Beispiele:
Teer kochen
seine Hände waren ganz schwarz vom Teer
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Teer · teeren
Teer m. Die Bezeichnung für die bei der Verschwelung oder Verkokung von Kohle, Torf oder Holz gewonnene zähflüssige, braune bis tiefschwarze klebrige Masse mnd. ter, tēre wird Anfang des 16. Jhs. ins Hd. aufgenommen. Als Ausdruck für das unentbehrliche Hilfsmittel beim Schiffsbau begegnet bei den seeanwohnenden Germanen mnl. tar, ter, terre, nl. teer, aengl. teru, teoru, tyrwa, tyrwe, engl. tar, anord. tjara, schwed. tjära, dän. tjære ‘Teer’; die zugrundeliegenden Stammformen mit unterschiedlichem Genus germ. *terwa-, *terwjan-, *terwōn, *terwjōn lassen sich im Sinne von ‘das von Holz, von Bäumen Stammende’ an ie. *deru-, *dreu-, *drū- ‘Baum’, eigentlich wohl ‘Eiche’, auch ‘hart, fest, treu’, anschließen. Dazu gehören asächs. trio ‘Baum, Balken’, afries. trē, aengl. trēo(w), engl. tree ‘Baum’, anord. trē ‘Baum, Stamm, Mast, Riegel’, got. triu ‘Holz, Baum’ (germ. *trewa- n.; dazu das Suffix für Baumnamen germ. -ðra-, s. ↗Flieder, ↗Holunder, ↗Wacholder). Außergerm. sind vergleichbar aind. dā́ru ‘Holzstück, -scheit, Holz, hölzernes Gerät’, awest. dārav-, drav- ‘Baumstamm, Holz(stück)’, griech. dóry (δόρυ) ‘Baumstamm, Holz, Speer’, drȳ́s (δρῦς) ‘Baum, Eiche’, kymr. derwen, air. daur ‘Eiche’, aslaw. drъva (Plur.) ‘Holz’, drěvo ‘Holz, Baum, Stock’, russ. dérevo (дерево) ‘Baum’, lit. dervà ‘harziges Kiefernholz, Kienholz, Harz, Pech, Teer’, lett. darva ‘Teer’, ferner auch griech. (neutr.) droón (δρόον) ‘fest, stark’, lat. dūrus ‘hart, stark, rauh’, lit. drū́tas ‘dick, fest, stark’, aengl. trum ‘fest, sicher, stark, gesund’ sowie ↗Trog, ↗Truhe, ↗treu, ↗trauen, ↗Trost (s. d.). teeren Vb. ‘mit Teer bestreichen’ (18. Jh.); vgl. mnd. tēren.

Thesaurus

Synonymgruppe
Pech · Teer

Typische Verbindungen
computergeneriert

Ammoniak Asphalt Benzol Beton Bitumen Duft Feder Geruch Gestank Grenzwert Harz Höchstwert Kohlenmonoxid Koks Milligramm Nikotin Pech Pflaster Phenol Rauch Ruß Schotter Schwefel Tang Wachs beschmieren bestreichen flüssig riechen versiegeln

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Teer‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

An den Rändern überwuchert Gras das schmale Band aus Teer.
Die Zeit, 15.08.2011, Nr. 33
Die sind stärker als normale, sie enthalten vier Mal so viel Teer.
Der Tagesspiegel, 11.03.2004
Tief sog er den Geruch ein, den Geruch aus Teer und zertretenem Asphalt.
Jens, Walter: Nein, München: Piper 1968 [1950], S. 274
Die Umwandlung des Urteers in gewöhnlichen Teer bei höheren Temperaturen ist eine Dehydrierung.
Langenbeck, Wolfgang: Lehrbuch der Organischen Chemie, Dresden: Steinkopff 1938, S. 148
Der künstliche Asphalt ist ein Destillationsrückstand von Fetten und Teer.
Maier-Bode, Friedrich Wilhelm (Hg.), Das Buch des Bauern, Hiltrup (Westf.): Landwirtschaftsverl. 1954 [1953], S. 373
Zitationshilfe
„Teer“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Teer>, abgerufen am 17.11.2019.

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