Tempel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tempels · Nominativ Plural: Tempel
Aussprache
WorttrennungTem-pel
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Tempel‹ als Erstglied: ↗Tempelbau · ↗Tempelblock · ↗Tempelherr · ↗Tempelschänder · ↗Tempeltänzerin · ↗Tempelweihe
 ·  mit ›Tempel‹ als Letztglied: ↗Ehrentempel · ↗Felsentempel · ↗Felstempel · ↗Fresstempel · ↗Fußballtempel · ↗Gourmettempel · ↗Heidentempel · ↗Hypäthraltempel · ↗Konsumtempel · ↗Musentempel · ↗Pharaonentempel · ↗Ruhmestempel · ↗Rundtempel · ↗Säulentempel · ↗Totentempel · ↗Zeustempel
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
nichtchristliches kultisches Gebäude, das den Mittelpunkt eines abgeschlossenen sakralen Bezirkes bildet, im alten Griechenland und Rom eine durch Säulen gestützte, gedeckte Halle ist, die als Wohnsitz einer oder mehrerer Gottheiten galt, deren Bilder dort von den Priestern verehrt wurden
Beispiele:
ein antiker, heidnischer, griechischer, römischer, ägyptischer Tempel
ein heiliger, prächtiger, verfallener Tempel
ein Tempel (des) Apolls, Jupiters
der Tempel zu Jerusalem
die Vorhalle, Halle des Tempels
einen Tempel bauen, einweihen
der Tempel wurde zerstört
im Tempel opfern
bildlich
Beispiele:
das Theater, ein Tempel der Musen
salopp jmdn. zum Tempel hinausjagen, hinauswerfen (= unwirsch aus dem Zimmer, Haus weisen)
2.
Bau in Art einer Halle, eines Pavillons, der oft von Säulen getragen wird und ehrendem Gedenken dient
Beispiele:
das Pantheon in Paris, ein Tempel ewigen Ruhmes
im Park steht ein Tempel der Freundschaft
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tempel m. ‘nichtchristlicher Kultbau, geweihter Raum, Heiligtum, Gotteshaus’, ahd. tempal m. n. (8. Jh.), mhd. tempel m. n., Entlehnung aus lat. templum n. ‘einer bestimmten Gottheit geweihtes Heiligtum, geweihter Bezirk’, kirchenlat. ‘nicht christliche Kultstätte’, ursprünglich vielleicht ‘der vom Augur (dem weissagenden Priester) mit dem Stab am Himmel und auf der Erde abgegrenzte Bezirk zur Beobachtung des Vogelflugs’; s. dazu ↗Kontemplation. Das maskuline Genus im Dt. dürfte auf dem Einfluß von afrz. temple m. beruhen.

Thesaurus

Synonymgruppe
Tempel [Hinweis: weitere Informationen erhalten Sie durch Ausklappen des Eintrages]
Oberbegriffe

Typische Verbindungen
computergeneriert

Darbringung Göttin Heiligtum Kloster Moschee Pagode Palast Pyramide Ruine Schrein Statue Säule Tempel Wechsler Zerstörung antik buddhistisch dorisch erbauen erbaut errichten geweiht golden griechisch heidnisch hinduistisch römisch salomonisch zerstört ägyptisch

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tempel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Drei Tempel an Land sind kurzfristig angestrahlt, exklusiv für sie.
Der Tagesspiegel, 19.01.2001
Dieses Buch ist kein Tempel, in dem das Lachen verboten wäre.
Süddeutsche Zeitung, 23.12.2000
Auf diese Weise kann niemand in den Tempel gekommen sein, das ist eine gemachte Spur.
Friedländer, Hugo: Der Brand der Neustettiner Synagoge vor den Schwurgerichten zu Köslin und Konitz. In: ders., Interessante Kriminal-Prozesse, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1913], S. 23096
Vor allem aber konnte man jetzt daran denken, die Tempel der Burg wieder aufzubauen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. IV,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1901], S. 29418
So ähneln diese Kapellen in der Tat den griechischen Tempeln, auch in den Dimensionen.
Meyer, Eduard: Geschichte des Altertums, Bd. II,1. In: Geschichte des Altertums, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1893], S. 24973
Zitationshilfe
„Tempel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tempel>, abgerufen am 20.10.2019.

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