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Terror, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Terrors · wird nur im Singular verwendet
Aussprache
WorttrennungTer-ror (computergeneriert)
HerkunftLatein
Wortbildung mit ›Terror‹ als Erstglied: ↗Terrorabwehr · ↗Terrorakt · ↗Terroraktion · ↗Terrorbande · ↗Terroreinsatz · ↗Terrorist · ↗Terrorjustiz · ↗Terrorkommando · ↗Terrormaßnahme · ↗Terrormethode · ↗Terrormiliz · ↗Terrornetzwerk · ↗Terroropfer · ↗Terrororganisation · ↗Terrorpropaganda · ↗Terrorprozess · ↗Terrorregime · ↗Terrorszene · ↗Terrorurteil · ↗Terrorverdächtige · ↗terrorisieren · ↗terrorverdächtig
 ·  mit ›Terror‹ als Letztglied: ↗Bombenterror · ↗Cyberterror · ↗Kolonialterror · ↗Konsumterror · ↗Massenterror · ↗Naziterror · ↗Polizeiterror · ↗Psychoterror · ↗Rassenterror · ↗Staatsterror · ↗Telefonterror · ↗Tugendterror · ↗Ökoterror
 ·  mit ›Terror‹ als Binnenglied: ↗Anti-Terror-Gesetz · ↗Antiterroreinheit · ↗Antiterroreinsatz · ↗Antiterrorgesetz
eWDG, 1976

Bedeutung

gegen eine Gesellschaftsordnung, gegen Gruppen innerhalb einer Gesellschaft gerichtete systematische Verbreitung von Furcht und Schrecken, besonders durch Gewaltakte, Morde mit dem Ziel, politische Ziele gewaltsam durchzusetzen
Beispiele:
zügelloser, blutiger, brutaler, extremistischer Terror
Terror ausüben
(der) Terror wütete, raste in diesem Land
geistigen, moralischen, ideologischen Terror ausüben
Mit der Machtübernahme durch die Hitlerregierung begannen die Jahre der faschistischen Diktatur in Deutschland, die Jahre des Terrors [Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung10,11]
der weiße TerrorUnterdrückungsmaßnahmen, die nach der Niederschlagung eines Aufstandes gegen Revolutionäre ergriffen werden
Beispiel:
In den Proletariervierteln [von Berlin im Januar 1919] raste der weiße Terror [Gesch. d. dt. Arbeiterbewegung6,191]
der individuelle TerrorTaktik, durch Gewaltakte politische Ziele zu erreichen
Beispiel:
individueller Terror war ein Sache der ... Sozialrevolutionäre [A. ZweigDe Vriendt267]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Terrorismus · Terrorist · terroristisch · terrorisieren · Terror
Terrorismus m. ‘Ausübung von Terror, System der Gewalt- und Schreckensherrschaft’, entlehnt (Ende 18. Jh.) aus frz. terrorisme ‘auf Gewaltausübung fußende politische Herrschaftsform’ (1794), abgeleitet von frz. terreur ‘Gewalt- und Schreckensherrschaft, Gesamtheit der politischen Zwangsmittel zur Einschüchterung der Gegner und zur Zerschlagung des Widerstands’ (vgl. frz. la Terreur als historischer Terminus für die Periode der Jakobinerherrschaft 1793/94 in Frankreich, in der die Republik durch gewaltsame Unterdrückung aller Feinde der Revolution gerettet werden sollte; Robespierre: „La terreur n’est autre chose que la justice prompte, sévère, inflexible“), das auf lat. terror (s. unten) beruht. In dt. Texten wird Terrorismus zunächst auf die Jakobinerdiktatur bezogen und synonym mit Schreckenssystem in Frankreich oder Jakobinismus gebraucht, dann steht es allgemein für ‘Gewaltausübung, politische Unterdrückung, Planung und Ausführung von Gewaltaktionen’ und ist in jüngster Zeit (2. Hälfte 20. Jh.) politisches Schlagwort für kriminelle Tätigkeiten extremistischer Gruppen, die mit Anschlägen auf öffentliche und private Einrichtungen und Attentaten bestimmte Ziele durchsetzen wollen und die bestehende staatliche Ordnung bekämpfen. Terrorist m. ‘wer Terrorakte verübt, Anhänger des Terrorismus’ (Ende 18. Jh.), nach gleichbed. frz. terroriste (1794), zunächst für Anhänger der Schreckensherrschaft der Jakobiner, dann verallgemeinert, heute besonders ‘Gewaltakte ausübender politischer Extremist’ (so im Frz. seit etwa 1920). terroristisch Adj. ‘den Terrorismus betreffend, mit Methoden des Terrors, gewaltsam’ (Ende 18. Jh.). terrorisieren Vb. ‘durch Terror einschüchtern, erpressen, Gewalt, politischen Druck ausüben’ (um 1800), nach gleichbed. frz. terroriser (1796). Terror m. ‘Gewaltherrschaft, systematische Verbreitung von Furcht und Schrecken zur Durchsetzung bestimmter Machtansprüche’ (vereinzelt seit den 30er Jahren des 19. Jhs., zuerst von römischen Verhältnissen, häufiger Anfang 20. Jh.), wohl direkte Übernahme (wenn auch unter Einfluß der älteren Entlehnungen frz. terreur, engl. terror) von lat. terror ‘Schrecken, einschüchternder Eindruck, schreckender Gegenstand, Schreckensnachricht’; zu lat. terrēre ‘(er)schrecken, in Schrecken setzen, einschüchtern’.

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen
computergeneriert

Angst Bedrohung Bekämpfung Dokumentationszentrum Folter Gedenkstätte Gegenterror Gewalt Kampf Krieg Mord Opfer Terror Topographie Unterdrückung abschwören bekämpfen besiegen blank blutig braun faschistisch fundamentalistisch islamisch islamistisch nationalsozialistisch palästinensisch stalinistisch Ökonomie überziehen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Terror‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Auch im Kampf gegen den Terror hat sie sich als nützlich erwiesen.
Die Zeit, 12.12.2011, Nr. 50
Allerdings behalte sie sich das Recht vor, zu ihrer Strategie des Terrors zurückzukehren.
Archiv der Gegenwart, 2001 [1998]
Die Logik der Interaktion verhindert den Terror nicht, sie vollzieht ihn mit.
Luhmann, Niklas: Soziale Systeme, Frankfurt a. M.: Suhrkamp 1984, S. 950
In beiden Fällen diente Terror dazu, eine Doktrin zu verwirklichen, nicht sie zu propagieren.
Arendt, Hannah: Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft, Frankfurt a. M.: Europäische Verl.-Anst. 1957 [1955], S. 629
In gleicher Weise war aber auch der Terror der anderen gewachsen.
o. A.: Eröffnung des Gautages der NSDAP Ostpreußen im Königsberger Schloss, 16.06.1938
Zitationshilfe
„Terror“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Terror>, abgerufen am 21.04.2019.

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