Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Testament, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Testament(e)s · Nominativ Plural: Testamente
Aussprache 
Worttrennung Tes-ta-ment
Wortbildung  mit ›Testament‹ als Erstglied: Testamentsabfassung · Testamentsbestimmung · Testamentserrichtung · Testamentseröffner · Testamentseröffnung · Testamentsvollstrecker · Testamentsvollstreckung
 ·  mit ›Testament‹ als Letztglied: Nottestament · Patiententestament  ·  mit ›Testament‹ als Binnenglied: Alttestamentler · Neutestamentler
Herkunft aus gleichbedeutend testāmentumlat < testārīlat ‘bezeugen, bekunden, versichern, beweisen, seinen letzten Willen kundtun’ (testieren)
eWDG

Bedeutungen

1.
von einem Erblasser getroffene und von ihm frei widerrufbare Verfügung für den Fall seines Todes, letztwillige Verfügung, Letzter Wille
Beispiele:
ein, sein Testament machen
ein Testament aufsetzen, anfechten
Juraein Testament eröffnen
ein notarielles, privates Testament
jmdn. im Testament bedenken
saloppwenn das eintrifft, dann kannst du dein Testament machen (= dann wird es dir schlecht ergehen)
2.
Religion
Beispiele:
das Alte Testament (= die in die Bibel aufgenommenen heiligen Schriften der Juden)
das Neue Testament (= der die christlichen heiligen Schriften enthaltende Teil der Bibel)
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Testament · testamentarisch
Testament n. ‘letztwillige, schriftliche Verfügung, letzter Wille’ (15. Jh.), im Zusammenhang mit der Einführung des römischen Rechts entlehnt aus gleichbed. lat. testāmentum, einer Bildung zu lat. testārī (testātus sum) ‘bezeugen, bekunden, versichern, beweisen, seinen letzten Willen kundtun’, dem lat. testis ‘Zeuge’ zugrunde liegt. Griech. diathḗkē (διαθήκη) ‘Anordnung, letzter Wille, Vergleich, Vertrag’ steht in der Kirchensprache (Septuaginta) für das durch Gott geschlossene, dann (Neues Testament) das durch Christus erneuerte ‘Bündnis’, den Gnadenbund mit den Menschen, sowie für die Schriften desselben, in der Vulgata wiedergegeben mit kirchenlat. testāmentum. Daraus entlehnt mhd. testament ‘Vertrag, Bündnis, Vermächtnis’ sowie (aus kirchenlat. vetus, novum testāmentum) spätmhd. alteʒ, niuweʒ testament für die in die Bibel aufgenommenen Teile der heiligen Schrift der Juden bzw. Christen. – testamentarisch Adj. ‘durch letztwillige Verfügung festgelegt’ (Ende 18. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Letzter Wille · Nachlassdokument · Testament · Vermächtnis · letztwillige Verfügung
Oberbegriffe
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Testament‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Testament‹.

Verwendungsbeispiele für ›Testament‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Doch ich scheue mich davor, es in mein Testament zu schreiben. [Hein, Christoph: Horns Ende, Hamburg: Luchterhand 1987 [1985], S. 105]
Damit er sich nicht weigert, sie anzunehmen, fordert sie von ihm ein Testament. [Canetti, Elias: Die Blendung, München: Hanser 1994 [1935], S. 119]
Auch im Alten Testament gibt es göttliche Mächte im Plural. [Weizsäcker, Carl Friedrich von: Bewußtseinswandel, München: Hanser 1988, S. 203]
Und doch steht er ihr näher als das Alte Testament. [Auerbach, Erich: Mimesis, Bern: Francke 1959 [1946], S. 18]
Von den drei Kindern war die Tochter Rita L. am wenigsten zufrieden mit dem angeblichen Testament. [Die Zeit, 25.02.1999, Nr. 9]
Zitationshilfe
„Testament“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Testament>.

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