Teufel, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Teufels · Nominativ Plural: Teufel
Aussprache 
Worttrennung Teu-fel (computergeneriert)
Wortbildung  mit ›Teufel‹ als Erstglied: ↗Teufelchen · ↗Teufelin · ↗Teufelsabbiss · ↗Teufelsaustreibung · ↗Teufelsbalg · ↗Teufelsbann · ↗Teufelsbanner · ↗Teufelsbraten · ↗Teufelsding · ↗Teufelsfratze · ↗Teufelsgeiger · ↗Teufelsglaube · ↗Teufelsglauben · ↗Teufelskerl · ↗Teufelskreis · ↗Teufelsweib · ↗Teufelswerk · ↗Teufelszeug · ↗teufelmäßig · ↗teufelsbesessen · ↗teufelsmäßig
 ·  mit ›Teufel‹ als Letztglied: ↗Beutelteufel · ↗Druckfehlerteufel · ↗Eheteufel · ↗Eifersuchtsteufel · ↗Feuerteufel · ↗Hochmutsteufel · ↗Putzteufel · ↗Reißteufel · ↗Schachtelteufel · ↗Seeteufel · ↗Spielteufel · ↗Zankteufel
 ·  mit ›Teufel‹ als Binnenglied: ↗fuchsteufelswild  ·  mit ›Teufel‹ als Grundform: ↗verteufeln
Mehrwortausdrücke wie der Teufel
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
der Teufelnach christlichem Glauben der Widersacher Gottes, die Verkörperung des Bösen
Beispiele:
etw. dem Teufel, dem Wirken des Teufels zuschreiben
der Pakt des Doktor Faust mit dem Teufel
die Hörner, der Pferdefuß des Teufels
umgangssprachlicher reitet, ficht wie der Teufel (= reitet, ficht sehr waghalsig)
umgangssprachlicher ist hinter dem Geld her wie der Teufel hinter der (armen) Seele (= ist sehr geldgierig)
umgangssprachlichjmd. scheut etw. wie der Teufel das Weihwasser (= jmd. scheut etw. sehr)
Vielleicht glauben nicht alle diese Menschen an die Geschichte vom Teufel, dem man seine Seele verkaufen kann [MusilMann40]
ein Teufelein zur Hölle gehöriger Dämon, Unhold
Beispiele:
umgangssprachlicher sieht aus, geht um wie ein Teufel
Es hat so viele Teufel gegeben, Fastnachts‑, Sauf‑, Zauber‑, Spiel‑ ... und Hosenteufel [H. KantAula434]
2.
a)
salopp
Grammatik: in Flüchen und Verwünschungen
Beispiele:
zum Teufel (mit dir, ihm)!
geh, scher dich zum Teufel!
hol’s, hol dich der Teufel!
der Teufel soll ihn holen!
salopp, derbin (drei) Teufels Namen!
saloppbist du des Teufels (= bist du toll)?
pfui Teufel! (= Ausruf des Abscheus)
salopp Teufel nochmal, (den) Teufel auch, Teufel, Teufel! (= Ausruf, der Verblüffung, Verärgertsein ausdrückt)
b)
Beispiele:
der Teufel muss in ihn gefahren sein (= er hat sich unerklärlich abnorm verhalten)
den Teufel mit, durch Beelzebub austreiben (= ein Übel durch ein anderes Übel bekämpfen)
umgangssprachlichder Teufel steckt im Detail (= wird gesagt, wenn man feststellt oder vermutet, dass die Details einer zu lösenden Aufgabe mehr Schwierigkeiten bereiten als deren Grundzüge)
umgangssprachlichmale nicht den Teufel an die Wand! (= Aufforderung, von einem möglichen Unheil nicht zu sprechen, aus abergläubischer Furcht, es könnte sonst umso eher eintreten)
saloppich komme in Teufels Küche, wenn (= ich komme in eine unangenehme Lage, wenn ...)
umgangssprachlichdort ist der Teufel los (= da geht alles drunter und drüber, herrscht höchster Aufruhr)
saloppauf Teufel komm raus (= mit aller Kraft, höchster Intensität) arbeiten, rennen
saloppjmdn. zum Teufel jagen (= wegjagen)
sprichwörtlichin der Not frisst der Teufel Fliegen (= in der Not ist man nicht wählerisch)
umgangssprachlich sie hat den Teufel im Leibesie ist wild, bösartig, zu Streichen aufgelegt
Beispiele:
es müsste doch mit dem Teufel zugehen (= etw. sehr Unwahrscheinliches müsste passieren), wenn wir das nicht schaffen würden
da muss (doch) der Teufel seine Hand im Spiel haben (= das ist, verläuft so gegen meine Erwartung, dass ich es mir nicht erklären kann)
meine Langbeinige konnte eben auch außerhalb des Faschings den Teufel im Leib haben [HartungWunderkinder146]
salopp jmdn. reitet der Teufeljmd. lässt sich hinreißen, Unfug, mutwillig Unvernünftiges zu treiben
Beispiele:
das hat (doch) den Teufel (= es gibt doch immer wieder Schwierigkeiten) mit diesem Mechanismus
Aber der Teufel reitet ihn, in diese vornehmen Häuser die verkleidete kleine Provinzfrau ... mitzubringen [St. ZweigBalzac348]
etw. ist zum Teufel (gegangen)etw. ist durch schädigende Einwirkung unbrauchbar geworden, ist nicht mehr zu reparieren
Beispiele:
in dem Gewitterregen ging ihr Hut zum Teufel
durch diesen Vorfall war die Wirkung seiner Rede zum Teufel (= zunichte)
sich den Teufel (= nicht) um etw. kümmern, scheren
ich frage den Teufel (= nicht) danach, ob dir das recht ist
das geht dich den Teufel (= nichts) an
weiß der Teufel (= ich weiß nicht, kann es mir nicht erklären), wie das passiert ist
Unser Funkgerät ist zum Teufel [FrischNun singen sie wieder5]
3.
Mensch, meist männlichen Geschlechts
a)
der grausam, höchst bösartig ist
Beispiele:
Schimpfwortdu Teufel!
Schimpfwortso ein Teufel!
In Polen sind sie [die Nazis] […] von vornherein Teufel [SeghersDie Toten6,503]
b)
der wild, boshaft, tollkühn ist
Beispiele:
der Kerl ist ein Teufel
der Kleine ist der reinste Teufel
Und nun hält natürlich die ganze Stadt mich für einen Teufel an Wildheit und Jähzorn [Th. MannKönigl. Hoheit7,231]
c)
umgangssprachlich ein armer Teufelein armer, bedauernswerter Mensch
Beispiele:
sie ist auch so ein armer Teufel
der arme Teufel ist schon wieder krank
es hätte ein armer Teufel aus Hunger Früchte des Feldes gestohlen [WelkGrambauer279]
Wir waren ... arme Teufel, hart geplagt mit übertriebenen Hausaufgaben [H. Mann9,15]

Mehrwortausdrücke

Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Teufel · Deixel · teuflisch · Teufelei
Teufel m. nach biblischer (neutestamentlicher) Vorstellung ‘Feind Gottes, Verderber der Menschheit, Verkörperung des Bösen’, im Aberglauben ‘böser Geist, Dämon’, ahd. tiufal (8. Jh.), mhd. tiuvel, tievel, tīvel, tivel, (md.) tūvel, dūvel, asächs. diuƀal, mnd. dǖvel, mnl. dūvel, dievel, nl. duivel, aengl. dēofol, engl. devil, anord. djǫfull, schwed. djävul. Die Formen beruhen letztlich auf kirchenlat. diabolus, griech. diábolos (διάβολος), eigentlich ‘Verleumder’, zu griech. diabállein (διαβάλλειν) ‘entzweien, verklagen, verleumden, verschmähen’, eigentlich ‘auseinanderwerfen’ (s. ↗diabolisch); vgl. griech. bállein (βάλλειν) ‘werfen, treffen’. Der Weg der Entlehnung ist nicht endgültig geklärt. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 228 f. schließt unmittelbare Entlehnung aus vlat. diabulus, *diavulus nicht aus, hält aber auch das auf dem Griech. beruhende (und vom Vlat. beeinflußte?) got. diabulus neben diabaúlus als Ausgangsform für möglich. Im letzteren Fall wäre das Wort im Zuge der arianischen Mission vor der hd. Lautverschiebung ins Donaugebiet und nach Bayern gelangt, wo über *diuƀul unter Angleichung an ahd. (obd.) tiuf ‘tief’ und das mask. Suffix -al (aus älterem -ul) ahd. tiufal entsteht, das sich über das germ. Sprachgebiet verbreitet. Dagegen erklärt Knobloch in: Festschr. Pivec (1966) 221 f. vlat. *diavulus als in Gallien entstanden und sieht in daraus hervorgegangenem afrk. *diuƀul die den westgerm. Sprachen vermittelte Form. In euphemistischer Verhüllung Deixel m. Teixel (17. Jh.), auch Teuchsel, Deihhel, Teitschel, Deibel, Deiker. teuflisch Adj. ‘wie der Teufel, bösartig, niederträchtig, boshaft’, mhd. tiuvel(i)sch; vgl. ahd. tiufallīh (9. Jh.). Teufelei f. ‘teuflische Gesinnung, Schändlichkeit, niederträchtige Handlung’ (1. Hälfte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
(das) große Tier · ↗(der) Leibhaftige · 666 · ↗Antichrist · ↗Beelzebub · ↗Deibel · ↗Diabolo · ↗Dämon · Fürst der Finsternis · ↗Gottseibeiuns · ↗Luzifer · Mephistopheles · ↗Satan  ●  Teufel  Hauptform · Düvel  ugs., plattdeutsch · ↗Mephisto  geh.
Unterbegriffe
Assoziationen
Synonymgruppe
Bestie · Bestie in Menschengestalt · ↗Bluthund · ↗Scheusal · ↗Ungeheuer · ↗Unmensch  ●  ↗Satan  fig. · Teufel  fig. · ↗Monster  ugs.
Oberbegriffe
  • unangenehme Person  ●  ↗Unsympath  männl. · Unsympathin  weibl.
Assoziationen

Typische Verbindungen zu ›Teufel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Teufel‹.

Verwendungsbeispiele für ›Teufel‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Und viele fragten damals: Warum, zum Teufel, passiert eigentlich bei uns nicht mehr?
Die Zeit, 14.06.2012, Nr. 24
Nach der Pause ging bei den Teufeln gar nichts mehr.
Bild, 03.04.2006
Der größte Trick des Teufels bestand darin, uns einzureden, es gebe ihn gar nicht.
Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 53
Nun aber geht es den armen Teufeln genau so dreckig wie uns.
Traven, B.: Das Totenschiff, Berlin: Büchergilde Gutenberg 1929 [1926], S. 58
Dazu rief er den Teufel dreimal in spanischer Sprache bei seinem Namen.
Perutz, Leo: Die dritte Kugel, Reinbek bei Hamburg: Rowohlt 1988 [1915], S. 149
Zitationshilfe
„Teufel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Teufel>, abgerufen am 13.08.2020.

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