Teufelei, die

GrammatikSubstantiv (Femininum) · Genitiv Singular: Teufelei · Nominativ Plural: Teufeleien
Aussprache
WorttrennungTeu-fe-lei (computergeneriert)
eWDG, 1976

Bedeutung

Bösartigkeit, Niedertracht, Infamie, Bosheit
a)
nur im Singular
teuflische, boshafte Gesinnung
Beispiele:
etw. aus Teufelei tun
»Welche Teufelei steckt in den Köpfen dieser Menschen!« [G. KellerGr. Heinrich4,438]
daß sie denen, die sie liebte, höllische Qualen auflegte aus Laune, Hochmut, Teufelei [Feuchtw.Goya603]
b)
auf Bosheit beruhende Handlungsweise
Beispiele:
sich [Dativ] Teufeleien ausdenken
eine Teufelei verüben
»Begehen Sie da nicht eine Teufelei [DürrenmattVersprechen164]
Und das ist hier die größte Teufelei: / wer flieht, / der bringt zehn andere in den Bunker [HochhuthStellvertreterV 3]
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Teufel · Deixel · teuflisch · Teufelei
Teufel m. nach biblischer (neutestamentlicher) Vorstellung ‘Feind Gottes, Verderber der Menschheit, Verkörperung des Bösen’, im Aberglauben ‘böser Geist, Dämon’, ahd. tiufal (8. Jh.), mhd. tiuvel, tievel, tīvel, tivel, (md.) tūvel, dūvel, asächs. diuƀal, mnd. dǖvel, mnl. dūvel, dievel, nl. duivel, aengl. dēofol, engl. devil, anord. djǫfull, schwed. djävul. Die Formen beruhen letztlich auf kirchenlat. diabolus, griech. diábolos (διάβολος), eigentlich ‘Verleumder’, zu griech. diabállein (διαβάλλειν) ‘entzweien, verklagen, verleumden, verschmähen’, eigentlich ‘auseinanderwerfen’ (s. ↗diabolisch); vgl. griech. bállein (βάλλειν) ‘werfen, treffen’. Der Weg der Entlehnung ist nicht endgültig geklärt. Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 228 f. schließt unmittelbare Entlehnung aus vlat. diabulus, *diavulus nicht aus, hält aber auch das auf dem Griech. beruhende (und vom Vlat. beeinflußte?) got. diabulus neben diabaúlus als Ausgangsform für möglich. Im letzteren Fall wäre das Wort im Zuge der arianischen Mission vor der hd. Lautverschiebung ins Donaugebiet und nach Bayern gelangt, wo über *diuƀul unter Angleichung an ahd. (obd.) tiuf ‘tief’ und das mask. Suffix -al (aus älterem -ul) ahd. tiufal entsteht, das sich über das germ. Sprachgebiet verbreitet. Dagegen erklärt Knobloch in: Festschr. Pivec (1966) 221 f. vlat. *diavulus als in Gallien entstanden und sieht in daraus hervorgegangenem afrk. *diuƀul die den westgerm. Sprachen vermittelte Form. In euphemistischer Verhüllung Deixel m. Teixel (17. Jh.), auch Teuchsel, Deihhel, Teitschel, Deibel, Deiker. teuflisch Adj. ‘wie der Teufel, bösartig, niederträchtig, boshaft’, mhd. tiuvel(i)sch; vgl. ahd. tiufallīh (9. Jh.). Teufelei f. ‘teuflische Gesinnung, Schändlichkeit, niederträchtige Handlung’ (1. Hälfte 16. Jh.).

Thesaurus

Synonymgruppe
Böses · ↗Gemeinheit · ↗Schurkerei · Teufelei · ↗Übel · ↗Übeltat  ●  ↗Spitzbüberei  veraltend
Synonymgruppe
Arglist · ↗Biestigkeit · ↗Boshaftigkeit · ↗Bosheit · ↗Bösartigkeit · ↗Böswilligkeit · ↗Gehässigkeit · ↗Gemeinheit · ↗Heimtücke · ↗Hinterhältigkeit · ↗Hinterlist · ↗Niedertracht · ↗Ruchlosigkeit · Teufelei · ↗Tücke · ↗Verschlagenheit · böse / miese / schlechte / üble Absicht  ●  ↗Sadismus  fig. · ↗Schweinerei  ugs.
Oberbegriffe
Assoziationen

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Als Erschossener hört er nicht auf zu herrschen, die Teufelei rast sich nun erst richtig aus.
Die Zeit, 30.04.2001, Nr. 18
Trotzdem verfiel sie immer wieder, der Teufelei des sexuellen Triebes.
Süddeutsche Zeitung, 12.01.1994
Der Kerl war imstande und heckte eine neue Teufelei aus.
Matthiessen, Wilhelm: Das Mondschiff. In: ders., Das Rote U, Bayreuth: Loewes 1980 [1949], S. 319
Der Gärtner wird nicht nur von derlei Teufeleien heimgesucht: nein, er hat auch einen Schutzengel.
Katz, Richard: Übern Gartenhag, München u. Zürich: Droemersche Verlagsanstalt Th. Knaur Nachf. 1965, S. 164
Das war also eine raffinierte Teufelei, ausgedacht, um meiner Familie und mir das Pfingstfest zu verderben.
Bebel, August: Aus meinem Leben. In: Simons, Oliver (Hg.) Deutsche Autobiographien 1690-1930, Berlin: Directmedia Publ. 2004 [1910], S. 8081
Zitationshilfe
„Teufelei“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Teufelei>, abgerufen am 23.10.2019.

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