Thüringisch, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular 1: Thüringisch · Genitiv Singular 2 (selten): Thüringischs · wird nur im Singular verwendet
Nebenform Thüringische · Substantiv (Neutrum), nur mit bestimmtem Artikel · Genitiv Singular: Thüringischen · wird nur im Singular verwendet
Die Verwendung der beiden möglichen Formen des Wortes richtet sich einerseits nach formalen Kriterien, andererseits tendenziell auch nach der beabsichtigten Bedeutung. Die Form ohne »-e« ist die einzige Möglichkeit, wo sonst starke Formen des Adjektivs gefordert wären (Ich verstehe kein Thüringisch). Sie wird gewöhnlich dann verwendet, wenn von verschiedenen Ausprägungen der Sprache die Rede ist (das alltägliche Thüringisch, im Thüringisch der Jugend) und steht häufiger als Subjekt und Objekt (ohne Artikel: Ich verstehe Thüringisch) als in anderen Rollen (der Klang ihres Thüringisch(s)). Die Form mit »-e«, die immer mit Artikel steht, kann in allen Fällen verwendet werden, wo schwache Adjektivendungen vorkommen (aus dem Thüringischen ins Hochdeutsche übertragen, der Klang ihres Thüringischen). Sie wird gewöhnlich verwendet, wenn die Sprache allgemein gemeint ist (das Thüringische ist ein schöner Dialekt).
Worttrennung Thü-rin-gisch ● Thü-rin-gi-sche
Grundform thüringisch
ZDL-Vollartikel

Bedeutung

ostmitteldeutsche Dialektgruppe   Alltagssprache besonders im zentralen und westlichen Thüringen
Gemeinsprachlich kann der Dialekt oder Akzent jeder aus Thüringen stammenden Person als Thüringisch bezeichnet werden, auch wenn es sich teils um einen fränkischen (Südwesten) oder obersächsischen (Osten) Hintergrund handeln kann.
siehe auch Sächsisch
Beispiele:
Der Harald knarzt ein dermaßen breites Thüringisch zwischen seinen Zähnen hervor, als wolle er einen Wettbewerb um den unverständlichsten Dialekt der Welt gewinnen. [Welt am Sonntag, 05.11.2017]
In Schleiz treffen Thüringisch, Sächsisch und Fränkisch aufeinander. [Schreim, wie eim dr Schnobel gewocksen is?, 06.10.2016, aufgerufen am 15.09.2018]
Im Zeitraum 1650–1750 lässt sich in allen überwiegend protestantischen Gegenden Deutschlands eine erhebliche Bremsung und Rückentwicklung des e‑Schwunds erkennen – neben dem Obersächsischen, Thüringischen und Ostfränkischen auch im Hessischen, Osthochalemannischen und Elsässischen. [Die Welt, 13.11.2015]
Dass Sächsisch nicht gleich sächsisch und Leipziger nicht gleich Vogtländer ist, sollte eigentlich nicht explizit erwähnt werden müssen, aber infolge des Hin‑ und Herwanderns der Menschen und der damit einhergehenden Verbreiung der Sprache ist es doch das einfachste, alles angefangen vom Thüringischen bis zum Obersächsischen sprichwörtlich über den Kamm zu scheren. [PR Agentur 4iMEDIA, 30.09.2015, aufgerufen am 15.09.2018]
Der Mann, der heute als Wachmann tätig ist – »um Stralsund sicherer zu machen« –, erinnert sich wie viele andere Zeugen auch, dass die Täter »sächsisch« sprachen, für Mecklenburger klingt vermutlich auch das Thüringische wie sächsisch. [Der Spiegel, 15.04.2015 (online)]

letzte Änderung:

Zitationshilfe
„Thüringisch“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Th%C3%BCringisch>, abgerufen am 18.04.2021.

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