Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Thron, der

Grammatik Substantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Thron(e)s · Nominativ Plural: Throne
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Thron‹ als Erstglied: Thronanwärter · Thronbesteigung · Thronbewerber · Thronerbe · Thronerhebung · Thronfolge · Thronfolger · Thronhimmel · Thronlehen · Thronrat · Thronrede · Thronsaal · Thronsessel · Thronverzicht · Thronwechsel
 ·  mit ›Thron‹ als Letztglied: Fürstenthron · Kaiserthron · Kanzlerthron · Königsthron · Pfauenthron · Richterthron · Zarenthron
 ·  mit ›Thron‹ als Grundform: thronen
Herkunft aus tronafrz, troneafrz (trônefrz) ‘Sitz des Herrschers’ < thrónosgriech (θρόνος) ‘Sitz, Sessel, Stuhl, Herrschersitz, Richterstuhl’
eWDG

Bedeutungen

1.
prunkvoller Sessel eines Monarchen für feierliche Anlässe, der meist erhöht aufgestellt ist
Beispiel:
Dem Throne gegenüber, unter einem rotsamtenen Himmel, stand der Altar [ B. FrankTrenck72]
bildlich
Beispiel:
spöttischjmds. Thron wackelt (= jmds. Einfluß, leitende Stellung ist bedroht)
auf dem Thron eines Landes sitzenein Land als Monarch regieren
Beispiele:
Sidi Mohamed Lamine Pasha … der noch bis 1957 auf dem Thron saß [ Tageszeitung1962]
Wenn ich [Franz Joseph] nicht irre … war ich achtzehn Jahre alt, als ich den Thron bestieg (= die Regierung antrat) [ J. RothRadetzkymarsch258]
ein … Reaktionär, der die Vernunft von ihrem Throne stieß (= ihr die Macht nahm) [ Th. Mann12,830]
2.
umgangssprachlich, scherzhaft Nachttopf, besonders für kleine Kinder
Beispiel:
unser Kleiner sitzt jetzt gerade auf dem Thron
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Thron · thronen · inthronisieren
Thron m. ‘prunkvoller Sessel (eines regierenden Fürsten), Fürstensitz’, übertragen Sinnbild der ‘Herrschermacht’ (Gottes oder eines Monarchen, Kirchenfürsten), mhd. t(h)rōn, entlehnt aus afrz. tron, trone (frz. trône) ‘Sitz des Herrschers’, das auf lat. thronus ‘erhabener Sitz’, griech. thrónos (θρόνος) ‘Sitz, Sessel, Stuhl, Herrschersitz, Richterstuhl’ zurückgeht. – thronen Vb. ‘auf dem Thron sitzen, regieren, feierlich sitzen’ (17. Jh.), abgeleitet vom Substantiv, formal anschließend an mhd. trōnen (neben umgelautetem trœnen) ‘auf den Thron setzen’, dessen Bedeutung von inthronisieren Vb. ‘feierlich einsetzen’ (16. Jh.) übernommen wird, entlehnt aus afrz. frz. introniser bzw. mlat. inthronisare ‘einen Bischof einsetzen’, kirchenlat. inthronizāre, griech. (Kirchensprache) enthronízein (ἐνθρονίζειν), zu (in der Kirchensprache) lat. thronus, griech. thrónos ‘Bischofssitz’.

Thesaurus

Politik
Synonymgruppe
Herrschersitz · Herrscherstuhl · Kaiserstuhl · Königsstuhl · Regierung · Thron
Assoziationen
Synonymgruppe
00 · Abort · Abtritt · Klosett · Latrine · Null-Null · Retirade · Wasserklosett  ●  Pissoir  franz. · Toilette  franz., Hauptform · WC  Abkürzung · (es) Häusl  ugs., österr. · Donnerbalken  ugs. · Hütte  ugs. · Kackstuhl  derb · Keramikabteilung  ugs., Modewort · Klo  ugs. · Lokus  ugs. · Orkus  geh. · Pinkelbude  derb · Pissbude  derb · Sanitärkeramik  ugs., scherzhaft · Scheißhaus  derb · Thron  ugs., scherzhaft · To  ugs. · Topf  ugs. · Tö  ugs. · stilles Örtchen  ugs. · wo (selbst) der Kaiser zu Fuß hingeht  ugs., Spruch · Örtchen  ugs.
Oberbegriffe
Unterbegriffe
Assoziationen
  • (die) Toilette benutzen (wollen) · (mal) verschwinden müssen · (mal) wohin müssen · (mal) zur Toilette (gehen) müssen · Stuhldrang haben · groß müssen  ●  (ein) dringendes Bedürfnis verspüren verhüllend · (etwas) Dringendes zu erledigen haben fig., verhüllend · (ein) menschliches Rühren verspüren ugs., verhüllend · (mal) müssen ugs. · aufs Klo müssen ugs.
  • Klopapier · WC-Papier  ●  Toilettenpapier Hauptform · Scheißhauspapier derb
  • Katzentoilette  ●  Katzenkiste schweiz. · Katzenkisterl österr. · Katzenkistl österr. · Katzenklo ugs.

Typische Verbindungen zu ›Thron‹ (berechnet)

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Thron‹.

Besteigung Cäsaren Erbe Handy-hersteller Herrlichkeit Horus Nachtfee Nachtrevue Schützenverein Stufe Zeus besteigen bostoner eisern englisch entsagen erben erklimmen erleuchtet erobern geschnitzt kaiserlich ludovisischer makedonisch päpstlich vakant verwaist verzichten wackeln wacklig

Verwendungsbeispiele für ›Thron‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Wer hat sie befugt, über unsern Sitzen sich Throne zu errichten? [May, Karl: Winnetou IV, Berlin: Neues Leben 1993 [1910], S. 273]
Da er dann sechsundfünfzig Jahre lang bis 2358 regierte, muß er in sehr jungen Jahren den Thron bestiegen haben. [Soden, Wolfram von: Sumer, Babylon und Hethiter bis zur Mitte des zweiten Jahrtausends v. Chr. In: Propyläen Weltgeschichte, Berlin: Directmedia Publ. 2000 [1961], S. 9252]
Damit sieht sie den Weg frei für ihren Plan, den Sohn Nero zum Thron zu führen. [Fath, Rolf: Werke – A. In: Reclams Opernlexikon, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1998], S. 34]
Noch wackelt der Thron nicht, aber die Zeiten ungebrochener Unterstützung scheinen vorbei. [Die Zeit, 18.10.1996, Nr. 43]
Hinter dem Thron hat der Kampf um die Nachfolge begonnen. [Die Zeit, 30.08.1996, Nr. 36]
Zitationshilfe
„Thron“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Thron>.

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