Tiegel, der

GrammatikSubstantiv (Maskulinum) · Genitiv Singular: Tiegels · Nominativ Plural: Tiegel
Aussprache
WorttrennungTie-gel (computergeneriert)
Wortbildung mit ›Tiegel‹ als Letztglied: ↗Brattiegel · ↗Gießtiegel · ↗Grafittiegel · ↗Graphittiegel · ↗Schmelztiegel
eWDG, 1976

Bedeutungen

1.
ostmitteldeutsch Pfanne mit einem Stiel
Beispiel:
im Tiegel Quarkkeulchen braten
süddeutsch (flacher) Topf
2.
fachsprachlich
a)
dünnwandiges Gefäß aus feuerfestem Material zum Glühen, Schmelzen oder Veraschen von Stoffen im Laboratorium, Schmelztiegel
b)
Hüttenwesen unterer Teil des Schachtofens, in dem sich das flüssige Schmelzgut sammelt und trennt
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tiegel m. ‘flaches Gefäß zum Erhitzen und Schmelzen’, landschaftlich (omd.) ‘Pfanne mit Stiel’, (südd.) ‘(flacher) Topf’, ahd. tegel (um 1000), tigel ‘irdener Topf’ (Hs. 12. Jh.), mhd. tegel, tigel ‘(Schmelz)tiegel’ ist nach Frings/M. Germania Romana 2 (1968) 481 über Italien (vgl. ital. teglia, älter tegghia ‘Pfanne’, mlat. tegla) entlehnt aus vlat. těgula, spätlat. tēgula ‘Pfanne, Tiegel zum Schmelzen, Braten, Backen’, das auf gleichbed. griech. tḗganon (τήγανον) zurückgeht. In mnd. dēgel, nl. (älter) degel ‘irdener Topf, Schmelztiegel’ (woraus wohl anord. digull) mag der Anlaut unter den Einfluß von mnd. doppe ‘Topf’ geraten sein. Vielleicht aber lassen sich die nd. nl. Formen als germ. Wörter zu dem in got. digan ‘kneten, aus Ton bilden’ erhaltenen starken Verb und damit zu der unter ↗Teig (s. d.) behandelten Wortgruppe stellen; vgl. Hildebrandt in: Dt. Wortforsch. in europ. Bezügen 3 (1963) 351 ff.

Thesaurus

Gastronomie/Kulinarik
Synonymgruppe
Pfanne · Tiegel  ●  ↗Schaffen  ugs.

Typische Verbindungen
computergeneriert

Flasche Pfanne Teller Tiegel Topf Tube füllen hantieren riesig schmelzen

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tiegel‹.

Verwendungsbeispiele
maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Er ließ zunächst antike Büsten, Statuen und Vasen anfertigen, bald kamen zeitgenössische Künstler zum Tiegel.
Der Tagesspiegel, 31.08.2000
Wie immer man den Fahrplan befragte, es blieb dabei, daß Herr Tiegel auf der nächsten Station fünf Stunden verwarten mußte.
Die Zeit, 25.02.1957, Nr. 08
Auf dem Tisch zwischen Tiegeln, Pinseln, Gläsern stand ein Bild.
Müller, Herta: Herztier, Reinbek: Rowohlt 1994, S. 168
Er ließ das Blut in einen Tiegel rinnen und schnitt ein sorgliches Gesicht dazu.
Kolbenheyer, Erwin Guido: Paracelsus, München: J. F. Lehmanns 1964 [1917], S. 217
Sie klappert mit den Hafendeckeln und Tiegeln und werkt mit hochrotem Kopf.
Christ, Lena: Madam Bäurin. In: Deutsche Literatur von Frauen, Berlin: Directmedia Publ. 2001 [1920], S. 4502
Zitationshilfe
„Tiegel“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tiegel>, abgerufen am 17.10.2019.

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