Der deutsche Wortschatz von 1600 bis heute.

Tier, das

Grammatik Substantiv (Neutrum) · Genitiv Singular: Tier(e)s · Nominativ Plural: Tiere
Aussprache 
Wortbildung  mit ›Tier‹ als Erstglied: Tierabdruck · Tierart · Tierarzt · Tierbalg · Tierbesatz · Tierbestand · Tierbezeichnung · Tierbild · Tierbuch · Tierbändiger · Tierchemie · Tierchen · Tierdarstellung · Tierdressur · Tierexperiment · Tierfabel · Tierfamilie · Tierfang · Tierfell · Tierfett · Tierfilm · Tierfilmer · Tierfleisch · Tierform · Tierfraß · Tierfreund · Tierfutter · Tierfährte · Tierfänger · Tiergarten · Tiergattung · Tiergehege · Tiergeschichte · Tiergesellschaft · Tiergesundheit · Tiergruppe · Tierhaar · Tierhalter · Tierhaltung · Tierhaut · Tierheilkunde · Tierheim · Tierkadaver · Tierkalender · Tierkenner · Tierkind · Tierklinik · Tierkopf · Tierkot · Tierkreis · Tierkult · Tierkunde · Tierkäfig · Tierkörper · Tierlaus · Tierlaut · Tierleben · Tierleiche · Tierlein · Tierliebe · Tierliebhaber · Tiermaler · Tiermalerei · Tiermaske · Tiermast · Tiermedizin · Tiermediziner · Tiermehl · Tiermodell · Tiermutter · Tiernahrung · Tieropfer · Tierpark · Tierpflege · Tierpfleger · Tierpflegerin · Tierphysiologie · Tierplastik · Tierproduktion · Tierpräparator · Tierpsychologe · Tierpsychologie · Tierquäler · Tierquälerei · Tierrasse · Tierrecht · Tierreich · Tierreservat · Tierschau · Tierschinder · Tierschutz · Tierschutzgesetz · Tierschützer · Tierschützerin · Tierserum · Tierseuche · Tiershow · Tiersoziologie · Tiersprache · Tierspur · Tierstaat · Tierstamm · Tierstimme · Tierstreu · Tiertrainer · Tiertransport · Tierungeheuer · Tierversuch · Tierwanderung · Tierwelt · Tierwirt · Tierwirtin · Tierwohl · Tierwärter · Tierzelle · Tierzucht · Tierzwinger · Tierzüchter · Tierökologie · tierexperimentell · tierhaft · tierisch · tierlieb · tiermedizinisch · tierreich · tierärztlich
 ·  mit ›Tier‹ als Letztglied: Alphatier · Alttier · Arbeitstier · Beuteltier · Beutetier · Blumentier · Borstentier · Drecktier · Dusseltier · Dönertier · Einzeltier · Elentier · Fabeltier · Faultier · Flattertier · Fledertier · Geißeltier · Gelttier · Getier · Gewohnheitstier · Gifttier · Gilatier · Grabtier · Grautier · Großtier · Gummitier · Gürteltier · Haustier · Heimtier · Herdentier · Horntier · Huftier · Infusionstiere · Jungtier · Kerbtier · Kleintier · Kloakentier · Krabbeltier · Krebstier · Kriechtier · Kuscheltier · Landtier · Lasttier · Leittier · Lieblingstier · Maultier · Meerestier · Moschustier · Muffeltier · Murmeltier · Muttertier · Nachttier · Nagetier · Nesseltier · Opfertier · Panzertier · Pelztier · Plüschtier · Raubtier · Reittier · Rentier1 · Sagentier · Saumtier · Schalentier · Schaltier · Schlachttier · Schlaftier · Schmaltier · Schmarotzertier · Schnabeltier · Schuppentier · Spinnentier · Stinktier · Stofftier · Säugetier · Tagtier · Tragetier · Tragtier · Trampeltier · Untier · Urtier · Vatertier · Versuchstier · Waltier · Wappentier · Wassertier · Weichtier · Wildtier · Wirbeltier · Wirtstier · Wundertier · Zootier · Zuchttier · Zugtier
 ·  mit ›Tier‹ als Grundform: Tierheit · vertieren
Mehrwortausdrücke  großes Tier · hohes Tier
eWDG

Bedeutungen

1.
Lebewesen, das beweglicher, reizbarer, innerlich stärker gegliedert ist als die Pflanze, im Unterschied zu den grünen Pflanzen nur organische Stoffe als Nahrung aufnimmt und den für seinen Stoffwechsel benötigten Sauerstoff über besondere Atmungsorgane erhält
Beispiele:
ein männliches, weibliches, zahmes, wildes, nützliches, schädliches, jagdbares, einheimisches, exotisches Tier
in der Fabel ist der Löwe der König der Tiere
Zoologiedie niederen Tiere (= die Wirbellosen)
Zoologiedie höheren Tiere (= die Wirbeltiere)
Mensch und Tier
ein Tier frisst, verendet
ein Tier schlachten
man darf ein Tier nicht quälen
Tiere halten, füttern, abrichten, dressieren, züchten
im Zoo Tiere zur Schau stellen
jmd. kann mit Tieren umgehen
er liebte sein Pferd sehr und wollte sich von dem treuen, edlen Tier nicht trennen
jmd. schreit, brüllt wie ein Tier
wenn er betrunken ist, benimmt er sich wie ein Tier (= benimmt er sich menschenunwürdig)
Denn in jedem Menschen ist ein Hunger und verhält sich wie ein reißendes Tier [ MusilMann1173]
übertragen
Beispiele:
bei ihm brach das Tier (im Menschen) durch (= er benahm sich menschenunwürdig, roh)
er sank zum Tier herab
er ist ein (richtiges) Tier (= er ist roh, seinen Instinkten, Trieben unterworfen)
saloppsie ist ein gutes Tier (= gutmütig und beschränkt)
umgangssprachlichjmd. ist ein großes Tier (= jmd. steht in der gesellschaftlichen Rangordnung oben, genießt öffentliches Ansehen)
umgangssprachlichjmd. ist ein hohes Tier (= jmd. steht in der gesellschaftlichen Rangordnung oben, genießt öffentliches Ansehen)
sprichwörtlichjedem Tierchen sein Pläsierchen (= man soll jedem sein Vergnügen lassen, auch wenn man es selbst nicht begreift)
einen Trunkenbold von Vater hat man, ein Tier – vor dem die […] eigene Tochter nicht sicher ist [ G. Hauptm.SonnenaufgangIII]
2.
Jägersprache weibliches Stück vom Rotwild, Damwild, Elchwild
Dieses Wort ist Teil des Wortschatzes für das Goethe-Zertifikat A2.
Etymologisches Wörterbuch (Wolfgang Pfeifer)

Etymologie

Tier · tierisch · Tiergarten · Tierkreis · Untier
Tier n. sich bewegendes und von organischen Stoffen ernährendes Lebewesen, ahd. tior (8. Jh.), mhd. tier, asächs. dior, mnd. dēr, dērt, mnl. nl. dier, aengl. dēor, engl. deer (‘Rotwild’), anord. dȳr, schwed. djur, got. dius, germ. *deuza- vergleicht sich mit lit. dvė̄sti ‘den Geist aushauchen, (von Tieren) verenden’, dvasià ‘Geist, Atem’, lett. dvēsele ‘Atem, Seele, Lebewesen’, dvaša ‘Hauch, Atem, Lebewesen’, aslaw. duša ‘Seele, Geist, Leben’, duchъ ‘Geist, Hauch, Wind, Atem’, duchati ‘hauchen, blasen, wehen, atmen’, russ. dušá (душа) ‘Seele’, duch (дух) ‘Geist, Hauch, Atem’, (landschaftlich) dvóchat’, dvošít’ (двохaть, двошить) ‘keuchen, schwer atmen’. Damit ist Anschluß an ie. *dheus-, *dhū̌s-, *dhu̯ē̌s- ‘stieben, stäuben, wirbeln’, auch ‘blasen, wehen, keuchen, atmen’ möglich (s. dösig, Dusel), eine s-Erweiterung der etwa gleichbed. Wurzel ie. *dheu-, *dheu̯ə- (s. Daune, Duft, Düne, Dunst). Tier ist daher eigentlich das lebende, atmende Wesen (vgl. lat. animal ‘Geschöpf, Lebewesen, Tier’, zu lat. anima ‘Lufthauch, Atem, Seele, Leben’), bezeichnet dann lange Zeit (in Volkssprache und Mundart noch heute) das sich schreitend (auf vier Beinen) fortbewegende Lebewesen, besonders das wilde (jagdbare, nicht domestizierte) Tier (zum alten Einteilungsschema der Tierwelt s. Wurm). tierisch Adj. ‘Tiere betreffend, ihnen eigen, von ihnen stammend’, auch ‘dumpf, triebhaft, grausam’ (Anfang 16. Jh.); vgl. ahd. tiorlīh (8. Jh.), mhd. tierlich. Tiergarten m. ‘Gehege für wilde Tiere’, ahd. tiorgarto (Hs. 12. Jh.), mhd. tiergarte. Tierkreis m. in der Astronomie Folge der zwölf Sternbilder der Ekliptik, mhd. tierkreiz, tierzirkel, Übersetzung von gleichbed. lat. zōdiacus, griech. zōdiakós (ζῳδιακός), zu griech. zṓdion (ζῴδιον) ‘Gebilde, Ornamente aller Art, Tiere, Pflanzen, Früchte’, spätgriech. ‘Tier- oder Sternbild des Tierkreises’, eigentlich ‘Tierchen’, Deminutivum von griech. zṓon (ζῷον) ‘Lebewesen, Geschöpf, Tier’. Untier n. ‘schreckliches, wildes Tier, grauenerregendes Ungeheuer’, übertragen ‘grausamer roher Mensch, Scheusal, Unmensch’, mhd. untier.

Thesaurus

Zoologie
Synonymgruppe
tierisches Lebewesen  ●  Tier  Hauptform · Getier  geh. · Viech  ugs. · Vieh  ugs.
Oberbegriffe

Typische Verbindungen zu ›Tier‹ (berechnet)

Herde Konferenz ausgestopft ausgewachsen bedroht erlegt erwachsen exotisch gefangen geklont gescheut geschlachtet geschützt getötet infiziert krank leben lebend männlich nachtaktiv nieder scheu tot töten verendet verletzt weiblich wild wirbellos

Detailliertere Informationen bietet das DWDS-Wortprofil zu ›Tier‹.

Verwendungsbeispiele für ›Tier‹

maschinell ausgesucht aus den DWDS-Korpora

Dabei bewegte sich das Tier unmittelbar auf mich zu, und mir blieb nichts anderes übrig, als schleunigst auszureißen. [Rönninger, Hermann: Tigerjagd auf Java. In: Exotische Jagdabenteuer, Reutlingen: Enßlin & Laiblin 1927 [1926], S. 5]
Offenbar kommen viele Bäume auch ohne die Hilfe von Tieren zurecht. [P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1993, Nr. 10]
Welches Tier setzt seine Kinder in einem anderen Nest aus? [Alt, Franz: Liebe ist möglich, München: Piper 1985, S. 99]
Aber nur Knochen größerer Tiere haben sich erhalten – alle kleineren Dinge nicht. [P. M.: Peter Moosleitners interessantes Magazin, 1985, Nr. 7]
Dies gilt für alle bisher untersuchten Tiere, die Farben sehen können. [Hoffmann, K.-P. u. Wehrhahn, Christian: Zentrale Sehsysteme. In: Dudel, Josef u. a. (Hgg.) Neurowissenschaft, Berlin: Springer 1996, S. 423]
Zitationshilfe
„Tier“, bereitgestellt durch das Digitale Wörterbuch der deutschen Sprache, <https://www.dwds.de/wb/Tier>.

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